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Seit dem 13. Lebensjahr ist er Feuerwehrmann

Sehr persönliche Ansichten – immer dieselben 10 Fragen. Dieses Mal: René Partmann aus Vechta. Der stellvertretende Schulleiter der Ludgerusschule kommt auch, wenn es brennt.

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Wechselt im Notfall schnell vom Anzug in die Feuerwehr-Montur: René Partmann. Foto: M. Niehues

Wechselt im Notfall schnell vom Anzug in die Feuerwehr-Montur: René Partmann. Foto: M. Niehues

Und? Wie ging es in letzter Zeit?
Privat ging es mir sehr gut. Ich konnte viel Zeit mit lieben Menschen verbringen. So langsam kommt Weihnachtsstimmung auf, und ich freue mich schon auf ein entspanntes Weihnachtsfest mit meiner Familie. Mit Kindern ist das immer etwas ganz Besonderes. Sehr schön war auch das traditionelle Kohlessen mit den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden. Da wird einem bewusst, was in den letzten Jahren zu kurz kam und wie wichtig die Gemeinschaft in der Freiwilligen Feuerwehr ist. Nur beruflich mache ich mir Sorgen um viele unserer jungen Mitmenschen. In der Schule bekommen wir direkt mit, wie sich die momentanen Krisen auf die psychosoziale Gesundheit und die Lerndefizite auswirken. Vielen geht es gut, aber manche Schülerinnen und Schüler stehen vor vielfältigen Herausforderungen, bei denen ist Lernen gerade nicht das Wichtigste. Da passiert leider gerade ganz viel.

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?
Nach den Corona-Lockdowns der letzten Jahre haben wir uns einen Wohnwagen gegönnt. Wir haben vorher gerne Campingurlaub im Zelt gemacht. Irgendwie hatten wir diesen Freiheitsdrang und uns gesagt: „wenn nicht jetzt, wann dann?“. Wir waren letztes Jahr oft los und sind richtig begeistert vom entspannenden Glamping.

Wenn Sie König/in von Deutschland wären: Was gehört als Erstes abgeschafft?
Die Unterfinanzierung im Bildungssytem. Dahinter steckt die Hoffnung, dass leichter und zielgerichteter in die Schulen investiert werden könnte. Wir sind in Vechta schon ganz gut aufgestellt, aber auf ganz Deutschland gesehen haben wir riesigen Aufholbedarf: Lehrkräftemangel, Digitalisierung, Schulsozialarbeit, marode Gebäude, wo soll man anfangen. Unsere Jugend ist die Zukunft, und die sollte besser gefördert werden. Aus Sicht eines Feuerwehrmannes würde ich gerne Fehlalarme von Brandmeldeanlagen abschaffen. Gerade wurde ich schon wieder zu einem Fehlalarm alarmiert. Nicht falsch verstehen! Wir fahren raus, wenn man uns ruft, und es ist immer beruhigend, wenn nichts brennt. Nur ist es nervig, wenn man um 3 Uhr nachts rausgeklingelt wird, einen Fehlalarm feststellt, weil die Technik nicht funktioniert und dann erst mal wach im Bett liegt, obwohl man am nächsten Tag wieder zur Arbeit darf.

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen (können)? Vielleicht klappt bald ein Städtetrip nach London. Unsere Töchter sind endlich so groß, dass wir die Stadt gemeinsam erkunden können.

Was tun Sie am liebsten?
Ich spiele total gerne Brettspiele. Damit meine ich nicht Monopoly oder Mensch-ärgere-Dich-nicht. Auf dem Brettspielemarkt hat sich in den letzten Jahren sehr viel entwickelt. Mit meiner Familie ein gutes Spiel auf den Tisch zu bringen oder sich mit Freunden zu einem ausgedehnten Spieleabend zu treffen, ist immer schön.

Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht? Manchmal bin ich zu ungeduldig und habe nicht immer die Ruhe abzuwarten. Ich bin ein positiv eingestellter Mensch und mache gerne mal 'nen kleinen Spaß.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?
Ich schaue gerne Streaming-Serien im englischen Originalton. Kriminalgeschichten holen mich immer ab, besonders „Sherlock“ hat mir in den letzten Jahren gefallen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen?
Den Sänger Aki Bosse würde ich gerne treffen. Sein Open-Air-Auftritt auf dem Stoppelmarkt mit Wollpulli und durchgetanztem Schuh hat mich zum Fan werden lassen. Ein Privatkonzert wäre eine coole Sache.

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?
Wer mich kennt, weiß, ich esse gerne. Da gäbe es so einiges… Aber wirklich gerne würde ich wieder ein britisches „Curry“ essen. Das habe ich während des Studiums in Oxford kennen- und lieben gelernt. Oder die überragend leckere Pizza, die ein Feuerwehrkamerad letzte Woche in seinem Pizzaofen gebacken hat.

Welches Thema in der OV hat Sie am meisten beschäftigt?
Ich finde es gut, wenn auch über Geschichten außerhalb des „Lokal-Mainstreams“ berichtet wird. Schön fand ich deshalb den Bericht über die Fantasy-Rollenspieler, da habe ich ehemalige Schüler entdeckt. Es ist immer schön zu erfahren, was aus ehemaligen Schülerinnen und Schülern geworden ist. Am meisten beschäftigen mich tatsächlich unsachliche Online-Kommentare. Da wird häufig kommentiert, ohne den eigentlichen Zeitungsartikel zu kennen und häufiger gespalten als auf einander zuzugehen. Es wäre schön, wenn im Internet sachlicher diskutiert werden könnte.


Zur Person:

  • René Partmann ist 39 Jahre alt, Vater dreier Töchter und wohnt in Vechta.
  • Der stellvertretende Schulleiter der Ludgerusschule engagiert sich seit dem 13. Lebensjahr bei der Feuerwehr.
  • Dieses Jahr hat er sich zum Gruppenführer ausbilden lassen und bringt sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Vechta ein.

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