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Seit Corona brennen mehr Kerzen in Garrels Kirche

Gläubige tragen ihre Sorgen und Nöte offenbar vermehrt in die Kirche. Die Zahl der angezündeten Kerzen steigt in Garrel ebenso wie die Einträge ins Fürbitt-Buch.

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Renoviert: Pfarrer Paul Horst freut sich über die Neugestaltung für das Bild von der Immerwährenden Hilfe, das auch gründlich gereinigt wurde.   Foto: Hubert Looschen

Renoviert: Pfarrer Paul Horst freut sich über die Neugestaltung für das Bild von der Immerwährenden Hilfe, das auch gründlich gereinigt wurde.   Foto: Hubert Looschen

Die Garreler Pfarrkirche St. Peter und Paul wird täglich von vielen Menschen aufgesucht. Das ist unschwer zu erkennen an den vielen Kerzen, die vor vier Bildern oder Statuen brennen. Einer dieser Orte ist das „Gnadenbild unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe“. Das Bild wurde kürzlich gründlich gereinigt, der Hintergrund völlig neu gestaltet.

Eine Fachfirma aus Paderborn wurde beauftragt, die Spuren, die die vielen Kerzen hinterlassen haben, zu beseitigen, aber auch den Hintergrund neu zu gestalten. Beim Hintergrund war die Farbwahl wichtig. „Wir haben uns für die Farben entschieden, die auch im Triumphbogen zu sehen sind“, erklärt Pfarrer Paul Horst. Der Triumphbogen ist der Übergang vom Kirchenschiff zum Altarbereich, hier treffen sich Welt und Heiligtum.

Pfarrer zählt mehr Fürbitten in Zeiten der Pandemie

Viele Beter und Bitter entzünden eine Kerze und können ihre Sorgen, Nöte, aber auch ihren Dank in ein Buch schreiben. Einmal in der Woche liest der Pfarrer alle Einträge und nimmt sie mit in das Gebet und in die Feier des Gottesdienstes. Seit dem Corona-Ausbruch hat Paul Horst deutlich mehr Einträge festgestellt, und auch die Zahl der Kerzen, die entzündet werden, ist gestiegen.

Durch die Renovierung des Bildes und der Umgebung werde noch mehr deutlich, dass sich die Welt und deren Schöpfer treffen, so Horst. Das Bild und die Andachtsecke würden zu einer Nahtstelle zwischen Gott und Mensch. Viele Menschen suchten in diesen Pandemiezeiten den „Heil“-land. In dem Fürbittbuch gibt es Einträge mit einem schlichten „Danke“, andere Beter schreiben eine ganze Seite.

„So, wie der Mensch ein Dach über dem Kopf braucht, braucht unsere Seele auch ein Dach.“Pfarrer Paul Horst, Garrel

Pfarrer Horst freut sich, dass auch viele ausländische Beter in die Kirche kommen, um Sorgen und Probleme, vielleicht auch Heimweh, in ihrer Muttersprache niederzuschreiben und ein Kerzenopfer als Dank oder Bitte zu bringen. „So, wie der Mensch ein Dach über dem Kopf braucht, braucht unsere Seele auch ein Dach“, sagt der Pfarrer.

Außer vor dem Bild der „Immerwährenden Hilfe“ gibt es in Garrels Pfarrkirche drei weitere Möglichkeiten zum Entzünden einer Kerze und zum Bittgebet: Eine Pieta, der heilige Josef (Patron der Sterbenden) und Judas Thaddäus (Anrufung in schwierigen und aussichtslosen Situationen).

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