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Seit 100 Jahren steht das Kriegerdenkmal Mühlen

Im Jahr 1921 errichtete die Dorfgemeinschaft die Gedenkstätte auf Anregung der Franziskaner. Heute kümmert sich die Rentnerband St. Bonaventura um das ortsbildprägende Bauwerk.

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Ortsbildprägendes Bauwerk: Richard Willenborg am Kriegerdenkmal in Mühlen. Foto: Timphaus

Ortsbildprägendes Bauwerk: Richard Willenborg am Kriegerdenkmal in Mühlen. Foto: Timphaus

Wo die Poststraße in Mühlen von der Dorfstraße abzweigt, da steht das Kriegerdenkmal – und das seit 100 Jahren. Anlässlich des Jubiläums informiert Richard Willenborg über die Geschichte des ortsbildprägenden Bauwerks, welches der Vorsitzende des Ortsverbandes Mühlen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als "Einfallstor" des Dorfs bezeichnet.

1921 waren es die Franziskaner, wie so oft in Mühlen, die den Anstoß zum Bau des Ehrenmals gaben. Sie hatten nach dem Ersten Weltkrieg den Verlust vieler Ordensbrüder zu beklagen. Bruder Quintilian Borren, unter dessen Leitung das Kloster, die Kirche St. Bonaventura und der Kreuzweg rund um das Gotteshaus gebaut wurden, gestaltete den Entwurf für das Kriegerdenkmal, das auf dem Grund der Franziskaner steht. 1921 versetzte man ihn ins Kolleg St. Ludwig im niederländischen Vlodrop.

Ehrenamtliche aus dem Dorf bildeten ein Baukomitee und führten die Arbeiten durch, sowie sie durch Spenden abgesichert waren. Dies hatte zur Folge, dass sie zwischenzeitlich für einige Zeit ruhten. Ein Grund für die fehlende Finanzierung war die Inflation, die das vorhandene Geld vollständig entwertete.

Immer gut gepflegt: das Kriegerdenkmal in Mühlen vor der Neugestaltung im Jahr 1989. Foto: Archiv WillenborgImmer gut gepflegt: das Kriegerdenkmal in Mühlen vor der Neugestaltung im Jahr 1989. Foto: Archiv Willenborg

Im Herbst 1922 nahmen die Freiwilligen den Bau wieder auf. Eine Naturalienkollekte in der Gemeinde brachte Geld ein und sicherte die Fertigstellung. Es beteiligte sich die Bevölkerung aus den Bauerschaften Mühlen, Ondrup, Düpe und Kroge-Ehrendorf. In vergoldeter Schrift wurden die Namen der Gefallenen von 1914 bis 1918 in eine schwarze Granitplatte gemeißelt.

Die Einweihung des Kriegerdenkmals erfolgte am 30. September 1923. Pater Damasus Dorsel rückte den symbolischen Wert eines solchen Ehrenmals in den Mittelpunkt seiner Rede. Es sei ein Erinnerungszeichen aus großer Zeit, ein Wahrzeichen der Dankbarkeit, aber auch ein Mahnzeichen, den gefallenen Brüdern die Treue zu wahren und ihrer würdig zu wandeln.

"Bruder Lino" pflegt das Ehrenmal-Umfeld

Die Bevölkerung indes nahm die Ansprache des Vertreters des Kirchenchores, Clemens Lange, mit Begeisterung zur Kenntnis. Seine "sehr stimmungsvolle" Rede soll zwar schlicht, nach Inhalt und Form aber gleich gut gewesen sein. Die Worte des einfachen Heuermannes erwähnten die Mühler noch lange rühmend in ihren Gesprächen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) erweiterte die Dorfgemeinschaft das Denkmal um 2 weitere Granittafeln. Die Pflege und Unterhaltung lag viele Jahre in den Händen von Lina Fienhage. Sie wohnte im Pfarrheim und ging den Franziskanern zur Hand – weshalb sie allerorts als "Bruder Lino" bekannt war. Sie habe sich um das Kriegerdenkmal verdient gemacht, sagt Willenborg.

Später kümmerten sich der Schützenverein und dann der Heimatverein um das Bauwerk. Gregor von der Heide und Hubert Siemer sind in diesem Zusammenhang namentlich zu nennen. Noch heute findet am Schützenfestsonntag und Volkstrauertag eine Kranzniederlegung am Ehrenmal statt.

Willenborg wünscht sich neuen Anstrich

1989 wurde das Denkmal vom Heimatverein erneuert, die gesamte Anlage neu gestaltet. 2012 folgten eine Reinigung und ein neuer Anstrich. Seitdem liegt die Pflege bei der Rentnerband St. Bonaventura, deren Mitglied Willenborg ebenfalls ist. Der frühere Haupt- und Realschullehrer wünscht sich – auch anlässlich des Jubiläums – eine Restauration des für die Geschichte Mühlens bedeutsamen Bauwerks.

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