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Seine Bienen begleiten Arnold Lisowski schon seit 70 Jahren

Der Dammer erinnert sich noch an eine Zeit, als Honig etwas Besonderes war. Mit 85 Jahren sind es weniger Bienen, die Freude an dem Hobby vergeht ihm aber nicht.

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Wie eine Arbeiterbiene: Seit Jahrzehnten hält Arnold Lisowski Bienen. Nebenbei bastelt er in seiner Heimwerkstatt und kümmert sich mit seiner Frau um den Gemüsegarten. Foto: E. Wenzel

Wie eine Arbeiterbiene: Seit Jahrzehnten hält Arnold Lisowski Bienen. Nebenbei bastelt er in seiner Heimwerkstatt und kümmert sich mit seiner Frau um den Gemüsegarten. Foto: E. Wenzel

In seinem Leben hat der 85-jährige Arnold Lisowski schon einiges durchlebt. Dabei hatte der Dammer auch tierische, treue Begleiter – seine Bienen. Seit 70 Jahren ist Lisowski Imker. Und aufhören will er noch lange nicht.

Aufgewachsen ist der heutige Dammer in Schlesien. Bereits damals waren die Bienen treue Begleiter. Denn schon im Teenageralter fing er in Schlesien mit dem Imkern an. Ihm sei das Hobby sozusagen „vererbt“ worden. Sein Vater hatte ebenfalls einige Bienenstöcke. "In Schlesien nach dem Krieg warst du froh, Honig zu bekommen", erinnert sich der Imker.

In Arnold Lisowskis Zeit als Imker hat sich in dem Feld einiges verändert – ein Grund dafür waren auch die Nationalsozialisten. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges wollten sie Bienenvölker erschaffen, die möglichst völkisch seien, erklärt Lisowski. Sie nutzten einen sogenannten Blätterstock, der Rest der Welt nutzte eine sogenannte Kastenbauweise. Mittlerweile habe sich die Magazinbauweise durchgesetzt – und das sei gut so. "Der Blätterstock ist für Bienen viel zu klein", erklärt Ludger Herzog, der sich mit Lisowski an die alten Zeiten erinnert.

1973 zog Lisowski nach Augsburg zu seinen Geschwistern, 1975 dann nach Damme. Er fasste Fuß, fing als Schlosser an. Die Erfahrung fehlte ihm nicht – denn in Schlesien war er bereits selbstständig. Und nebenbei gab er das Imkern nie auf. Auch in Deutschland war das süße Produkt beliebt: Als er in Damme wieder Bienen hielt, wollten seine vier Kinder immer Honig haben. Und damals wie heute verteilt er diesen gern an seine Familie und Bekannte.

Abwasch auf kreative Art: Arnold Lisowski zeigt, dass seine Bienen Küchenutensilien sauberer machen, als die Spülmaschine. Foto: E. WenzelAbwasch auf kreative Art: Arnold Lisowski zeigt, dass seine Bienen Küchenutensilien sauberer machen, als die Spülmaschine. Foto: E. Wenzel

Wie viele Bienen der Dammer hält, hänge immer von der jeweiligen Situation ab, erklärt der 85-Jährige. In Schlesien hätte er zeitweise 7 bis 8 Völker gehabt. Ein Volk entspreche dabei 60.000 bis 80.000 Bienen, sagt Lisowski. Es waren aber auch schon einmal weniger – zum Beispiel als er seine "Biene auf zwei Beinen" kennengelernt hat, lacht der Dammer und meint damit seine Frau Helga.

Auch musste Lisowski vor rund 2 Jahren seinen Bienenstand reduzieren. Er fiel von einer Leiter und konnte sich eine Zeit lang nicht um die Tiere kümmern. Mittlerweile hält er noch 2 oder 3 Bienenstöcke. Viel Dank spricht der 85-Jährige seiner Familie, aber auch dem Imkerverbands-Vorsitzenden Ludger Herzog aus. Dieser habe sich nach Lisowskis Unfall, ohne mit der Wimper zu zucken, um seine Bienen gekümmert.

Bienenvölker sind heutzutage weniger aggressiv

Eine negative Entwicklung belaste alle Imker: die Varroa-Milbe. Ohne Beihilfe des Imkers würden die Bienenvölker eingehen, erklärt Lisowski. Aber es gebe auch positive Veränderungen. Es würden immer mehr junge Leute Interesse am Imkern finden, dazu auch einige Frauen.

Auch seien die Bienen heutzutage weniger aggressiv. "In den 70ern hätte man die gar nicht in so einer Siedlung halten können", erinnert sich Herzog, und Lisowski lacht zustimmend. Der Dammer ergänzt auch: Die heutigen Bienen sind produktiver. In Schlesien habe ihm ein gutes Volk 10 bis 15 Kilogramm Honig gebracht. Heute sei es das Doppelte, wenn nicht sogar Dreifache. Ein Grund dafür sei, dass die Bienen heute schon im Frühjahr Honig sammeln.

Wenn sich der Schlossermeister nicht um seine Bienen kümmert, ist er in seiner Werkstatt

Mit dem Imkern aufzuhören, komme derzeit nicht infrage, meint Lisowski. Generell bleibe er aktiv. Wenn er sich nicht gerade um seine Bienen kümmert, ist der Schlossermeister in seiner Werkstatt anzutreffen. Dort sind seiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Er erstelle alles von Deko-Engeln für den Garten bis hin zu Feuerschalen und Grills. "Das hält mich fit", meint der 85-Jährige. Dazu kümmere er sich mit seiner Frau um den Gemüsegarten hinter dem Haus.

Doch sein liebstes Hobby bleibt das Imkern. Am liebsten macht er zurzeit Rapshonig. Dazu fährt er seine Bienenvölker auch mal "spazieren". Für ein paar Monate sind sie jetzt bei einem Rapsfeld in der Nähe der Dersaburg – und produzieren dort weiter ganz viel Honig.

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