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Schwimmkurse in Damme: Vermeintliche Maskenpflicht sorgt für Ärger

Wahrscheinlich war es ein großes Missverständnis. Doch das hat dafür gesorgt, dass der OSC Damme seine Schwimmkurse kurzfristig nicht mehr erteilt hat. Die laufen aber nächste Woche wieder an.

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Es geht bald weiter: Der OSC Damme wird ab nächsten Donnerstag seine Schwimmkurse in den beiden Hallenbädern in der Stadt wieder anbieten. Foto: Hanker

Es geht bald weiter: Der OSC Damme wird ab nächsten Donnerstag seine Schwimmkurse in den beiden Hallenbädern in der Stadt wieder anbieten. Foto: Hanker

Wegen einer angeblichen Maskenpflicht für Schwimmtrainer, die die Kursleiter nicht erfüllen konnten und wollten, hatte der OSC Damme alle Schwimmkurse zunächst einmal bis Ende Januar abgesagt. Nun ist der Fall geklärt. Am Donnerstag der kommenden Woche starten die Kurse im Hallenbad des Landkreises beim Gymnasium und in der städtischen Schwimmhalle im ehemaligen Gebäude der Marienschule am Grünen Weg wieder offiziell.

Leidtragende waren bis dato vor allem Mädchen und Jungen, die über den OSC in zirka 25 Kursen das Schwimmen lernen möchten. Ein Trost für die Kinder: Das Training geht weiter. 

"Nach unserer Rechtsauffassung gilt für die Übungsleiter der Schwimmkurse eine Ausnahme von der Pflicht, eine FFP2-Maske zu tragen."Landkreis Vechta

Wie der Landkreis am Donnerstag mitteilte, hatte eine Mitarbeiterin der Stadt die Trainer "um das Tragen der FFP2-Maske gebeten", als sie in einer dienstlichen Angelegenheit im Hallenbad zu tun hatte.  "Wir bedauern, dass es hierbei zu einem Missverständnis wegen der Maskenpflicht gekommen ist. Nach unserer Rechtsauffassung gilt für die Übungsleiter der Schwimmkurse eine Ausnahme von der Pflicht, eine FFP2-Maske zu tragen", teilte der Landkreis mit.

Kreis-Mitarbeiter tragen in Schwimmhalle immer eine Maske

Begonnen hatte alles am 16. Dezember. Nach Worten einer OSC-Schwimmlehrerin kam die Kreisangestellte ins Hallenbad beim Gymnasium und teilte den Schwimmlehrern mit, sie dürften sich in der Halle nur mit einem Mund-Nasen-Schutz in Form einer FFP2-Maske bewegen. Sie sprach nach Informationen von OM-Medien auch mit dem Hallenpersonal und einem Mitarbeiter einer Dammer Elektrofirma. Das Personal und Handwerker tragen dem Vernehmen nach immer, wenn sie in der Halle tätig sind, eine FFP2-Maske.

In der Annahme, die Maskenpflicht auch für die Schwimmlehrer beruhe auf einer Anordnung des Landkreises Vechta, befolgten die Angesprochenen die Aufforderung. Nur stellten die Trainerinnen und Trainer sehr schnell fest, dass sie so in der warmen Halle mit der hohen Luftfeuchtigkeit nicht arbeiten konnten. Sie bekamen Kopfschmerzen und teilten umgehend OSC-Geschäftsführer Heiko Summe unmissverständlich mit, unter diesen Bedingungen sei es nicht möglich, weiterhin Schwimmunterricht zu erteilen.

Geschäftsführer Summe bekam am 17. Dezember keine Antwort

Der Geschäftsführer wandte sich nach eigenen Angaben am 17. Dezember an das Gesundheitsamt des Kreises. Er erreichte niemanden. Dazu erklärte der Kreis auf Nachfrage: "Auf Grund der vielen Anfragen am Bürgertelefon können wir heute leider nicht mehr nachvollziehen, ob und wann es eine telefonische Nachfrage gegeben hat."

Die Konsequenz: Ob der unklaren Lage teilte der OSC eben noch vor Weihnachten das vorläufige Aus der Kurse mit, nachdem die Übungsleiter mehrheitlich gesagt hatten, nicht weitermachen zu können.

Viele Eltern reagieren sauer auf Schwimmkursabsage

Zahlreiche Eltern machten in den Tagen danach gegenüber dem OSC ihrem Ärger darüber in Mails und Telefonaten Luft. Dann schrieben Eltern einen Brief an den Landkreis und äußerten unter anderem darüber ihr Befremden, dass in Hallenbädern in anderen Kommunen außerhalb des Kreises, aber auch zum Beispiel im Steinfelder Hallenbad die Schwimmlehrer beim Unterricht am Becken keine Masken tragen müssen. Das gelte im Übrigen auch für das Schulschwimmen.

Die Eltern erklärten ferner: "Wir und insbesondere unsere Kinder fühlen uns beim OSC sehr wohl und wirklich gut aufgehoben, alle Regeln werden streng eingehalten und kontrolliert. Der Verein engagiert sich sehr für unsere Kinder, deswegen halten wir es für absolut unverständlich, dass unseren Kindern das nun genommen werden soll."

Womöglich, heißt es in dem Schreiben weiter, werde so manches Ehrenamt aufgegeben, "da durch diese unverständlichen Regeln ein Arbeitsaufwand entsteht, der nicht tragbar ist". Dann fänden irgendwann gar keine Schwimmkurse mehr in Damme statt.

OSC hat Hygienekonzept für Hallennutzung erarbeitet

Die Übungsleiterin des OSC erklärte, der Verein habe für die von ihm genutzten Schwimmhallen ein ausgeklügeltes, inzwischen sehr bewährtes Hygienekonzept. "Es ist vorbildlich." Zum Beispiel begegneten die Kinder einer Schwimmgruppe denen einer anderen nicht, weil sie sich in getrennten Umkleidekabinen umziehen. Bis zur Dusche gelte eine Maskenpflicht, danach nicht mehr.

Am vergangenen Dienstag erreichte der OSC-Geschäftsführer im Kreishaus einen Mitarbeiter, der ihm klipp und klar mitteilte, dass es keine Maskenpflicht für Schwimmlehrer gibt.

Dass die Schwimmkurse nach der Entwarnung aus dem Kreishaus nicht sofort wieder anlaufen, begründete Heiko Summe unter anderem damit, dass er sich nun noch mit den Kreismitarbeitern ins Benehmen setzen und organisatorische Dinge klären müsse, die für die Schwimmhalle des Kreises beim Gymnasium zuständig sind.

Warteliste für Schwimmkurse ist lang

Mit der Stadt Damme seien die Modalitäten geklärt. Sie habe dem OSC eine Dauergenehmigung wegen der Nutzung ihrer Halle am Grünen Weg erlaubt. Zudem, auch deshalb dauere es mit dem Neustart, seien die Trainer davon ausgegangen, dass im Laufe des Januar keine Kurse mehr stattfinden.

Die Zahl der Kinder, die derzeit über den OSC das Schwimmen lernen wollen, ist dem Vernehmen nach sehr hoch, nachdem es über einen längeren Zeitraum wegen der Corona-Pandemie keine Kurse gab. Auch seien die Wartelisten sehr lang, hieß es.

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