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Schwester Euthymia, bitte für uns!

Gästebuch: Im Cloppenburger Krankenhaus geben sich die Ärzte die Klinke in die Hand. Das muss ein Ende haben, wir haben keinen Bock mehr auf Zoff zwischen Halbgöttern.

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Eigentlich hieß sie Emma. Sie war das 5. von 7 Kindern von August Üffing und Maria Üffing. Emmas Eltern bewirtschafteten einen kleinen Bauernhof im Tecklenburger Land. Mit 17 Jahren begann Emma Üffing eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin und bat 3 Jahre später um Aufnahme bei den Clemensschwestern. Im September 1940 gab sie ihr ewiges Gelübde ab. Sie erhielt den von ihr gewünschten Namen Schwester Maria Euthymia (heißt so viel wie „die Heitere“).

Vor mehr als 10 Jahren wurde sie in Rom von Papst Johannes-Paul II. seliggesprochen. Hat das was mit uns zu tun? Heute noch?

Nun, eine Stiftung trägt ihren Namen. Die Schwester-Euthymia-Stiftung. Sie ist Trägerin der Krankenhäuser in Damme, Lohne und Vechta und auch des Krankenhauses in Cloppenburg. Und im Krankenhaus in Cloppenburg brauchen nicht nur die Patienten Hilfe.

Emma Üffing könnte den Verantwortlichen zur Seite springen

Da liegt der Gedanke nahe, dass die Namensgeberin den Verantwortlichen in Cloppenburg zur Seite springen könnte. Denn Emma Üffing alias Schwester Euthymia ist berühmt geworden durch die ihr zugeschriebenen Wunder. Wer könnte denn sonst noch helfen in einem solchen Chaos?

Dem Mutterhaus der Clemensschwestern in Münster wurden mittlerweile über 34.000 wundersame Gebetserhörungen und Heilungen gemeldet. Von zahlreichen Gläubigen in aller Welt wird Maria Euthymia als Vermittlerin mit direktem Draht nach oben angerufen. Nun muss „Üffings Nönneken“, wie die berühmteste Tochter des Tecklenburger Landes genannt wurde, ran. Das Krankenhaus in Cloppenburg braucht ihren Einsatz. Von irgendwoher stinkt es im Hospital. Man weiß nur noch nicht, woher.

Ein Chefarzt beschwert sich über das "Diktat der Ökonomie"

Zahllose Medizinerinnen und Mediziner des Hauses haben das St.-Josefs-Hospital in Cloppenburg in den letzten Jahren verlassen oder sind rausgeworfen worden. Darunter auch immer wieder Chefärzte, aber auch Fachärzte, Oberärzte und anderes leitendes Personal. Greifen wir nur die spektakulärsten heraus: Chefärztin Dr. med. Bettina G. war diejenige, die am kürzesten blieb. Nach nur 9 Monaten verließ die kardiologische Chefärztin das Krankenhaus. Das war ein Rekord. Differenzen bei der künftigen Ausrichtung und Entwicklung der Abteilung seien der Grund für die einvernehmliche Trennung, hieß es damals.

Chefarzt Dr. Lucien O. verließ nach 10 Jahren seine Wirkungsstätte im Haus. Er hatte das „Diktat der Ökonomie“ in christlichen Krankenhäusern beklagt. Solche Schelte missfiel der Klinikleitung: einvernehmliche Trennung.

Der nächste Rekord war die fristlose Kündigung des Chefarztes Dr. Harald K. Er war der teuerste Abgang. Der Medizinier hatte einen Urlaub angetreten, was der Klinikleitung nicht gefiel. Der geschasste Chefarzt klagte dagegen vor dem Arbeitsgericht Oldenburg und dem Landesarbeitsgericht Hannover. Und was Wunder: Er gewann und die Klinik versüßte seinen Abschied mit 1.200.000 Euro (in Worten: Einskommazweimillionen Euro).

„Spielt Geld eigentlich gar keine Rolle? Bei solcher Inflation an personellem Wechsel kann einem das Lachen schon vergehen.“Otto Höffmann

Chefarzt und Ärztlicher Direktor Dr. Joachim S. verließ das Haus und ging in die Forschung. Chefarzt Dr. Aloys K. rettete sich den frühen Ruhestand. Die Orthopäden Dr. Ulrich D. und Patrick K. wechselten zum Christlichen Krankenhaus in Quakenbrück und beschwerten sich über die Stimmung im Cloppenburger Haus.

Und jetzt war der Chefarzt der Fachklinik für Sportorthopädie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. Boris Baron von E., dran. Er war seit 2014 im Cloppenburger Krankenhaus tätig. Nun die fristlose Kündigung. Schweigen über die Gründe. Man darf vermuten, das wird eine Stange Geld kosten, wie es häufig bei fristlosen Kündigungen eben so ist.

Zu den mehr als 30.000 Heilungen und Wundern kann doch noch eines dazu kommen

Frage: Spielt Geld eigentlich gar keine Rolle? Bei solcher Inflation an personellem Wechsel kann einem das Lachen schon vergehen. Umso mehr muss es Sache von Schwester Euthymia sein, die Cloppenburger Krankenhäusler an die „Kandare“ zu nehmen. Nun muss es die „Heitere“ richten. Unabhängig von den Gründen, die in den einzelnen Fällen zur Trennung, zum Weggang oder zur Kündigung geführt haben mögen: Jedes Mal werden Wunden geschlagen, seien es seelischer Art oder auch finanzieller. Und wenig förderlich dem Heilungsprozess.

Wenn „Üffings Nönneken“ zu den mehr als 30.0000 Heilungen und Wundern noch ein kleines Wunder in Cloppenburg beisteuern könnte, wären wir ihr wirklich sehr verbunden. Wir haben nämlich keinen Bock mehr auf Zoff zwischen Halbgöttern in Weiß oder in Grau oder mit Stehkragen.


Zur Person:

  • Otto Höffmann ist Rechtsanwalt in Cloppenburg.
  • Den Autor erreichen Sie unter der E-Mail-Adresse redaktion@om-medien.de.

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