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Schwere Vorwürfe gegen Landwirt aus Edewechterdamm

Die Polizei ermittelt wegen bestätigter Verstöße gegen den Umweltschutz. Der Landkreis hat den Hof wegen angeblicher Tierschutzvergehen kontrolliert, hatte aber keine schweren Beanstandungen.

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Wegen Verstößen gegen Umwelt- und Tierschutzgesetze ermittelt die Polizei gegen einen Landwirt. Er soll unter anderem seine Kühe vernachlässigt und schwer geschlagen haben.  Symbolfoto: Caroline Seidel/dpa

Wegen Verstößen gegen Umwelt- und Tierschutzgesetze ermittelt die Polizei gegen einen Landwirt. Er soll unter anderem seine Kühe vernachlässigt und schwer geschlagen haben.  Symbolfoto: Caroline Seidel/dpa

Die Polizei ermittelt gegen einen Landwirt aus Edewechterdamm, dem strafrechtliche Umweltverstöße sowie Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen werden. Der Landwirt soll, wie die Nordwestzeitung unter Berufung auf einen Informanten kürzlich berichtete, Tiere schwer geschlagen und verletzt sowie notwendige tierärztliche Behandlungen unterlassen haben. Zudem beschuldigt der Informant seinen früheren Arbeitgeber, Gülle in einen Graben eingeleitet, asbesthaltige Stoffe sowie weiteren entsorgungspflichtigen Müll und Arzneimittel im Boden vergraben zu haben.

Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta bestätigt auf Anfrage von OM Online die umweltrechtlich relevanten Vorwürfe. Bei einer Durchsuchung seien bereits im August im Erdreich des Betriebsgeländes asbesthaltige Dacheindeckungen und in einem Busch unabgedeckte asbesthaltige Wellzementplatten gefunden worden. „Darüber hinaus wurden an einem Oberflächenentwässerungsgraben im Grenzbereich der Hofstelle Einleitungsvorrichtungen festgestellt, über die unerlaubt Abwässer in den Graben eingeleitet wurden“, sagt Pressesprecherin Simone Buse. Eine Genehmigung des Landkreises konnte der Landwirt dafür nicht vorlegen.

Polizei hatte bereits im März Ermittlungen aufgenommen

Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta hatte im März über das Umweltamt des Landkreises Cloppenburg von den Vorfällen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb erfahren und umgehend die Ermittlungen aufgenommen. Bereits wenige Tage nach Bekanntwerden wurden gemeinsam mit dem Umweltamt vor Ort Boden- und Wasserproben genommen und an eine Untersuchungsstelle weitergeleitet.

Unmittelbar nach Vorliegen der Probengutachten hat die Polizei über die Staatsanwaltschaft Oldenburg einen Durchsuchungsbeschluss für das landwirtschaftliche Betriebsgelände beantragt. "Mit dem Eingang des Beschlusses wurde in enger Abstimmung mit sämtlichen involvierten Behörden ein Termin für die Durchführung dieser Maßnahme festgelegt", so Buse. Die Ermittlungen laufen derzeit weiter.

„Die Tierhaltung war insgesamt ohne schwere tierschutzrechtliche Beanstandungen.“Sascha Sebastian Rühl, Pressesprecher des Landkreises Cloppenburg

Den angezeigten Verstößen gegen das Tierschutzgesetz ging der Landkreis Cloppenburg als zuständige Behörde nach. Er überprüfte, so Pressesprecher Sascha Sebastian Rühl in seiner Antwort auf eine Anfrage von OM Online, wenige Tage nach Eingang der Anzeige  unangekündigt den Rinderbestand. "Die Tierhaltung war insgesamt ohne schwere tierschutzrechtliche Beanstandungen", sagt Rühl.

Im Bereich der Kälberhaltung habe für 20 Kälber die Versorgung mit Wassertränken optimiert werden müssen. 5 Kühe befanden sich bei der Kontrolle in der Krankenbucht und waren, so Rühl, in tierärztlicher Behandlung. 2 Tiere seien wegen Lahmheit aufgefallen, der Betreiber habe sofort weitergehende Maßnahmen eingeleitet. In einer Bucht im Aufzuchtstall war zudem eine Gummimatte teilweise verschmutzt. "Alle Tiere des Bestandes befanden sich in einem guten Ernährungs- und Pflegezustand", sagt Rühl. Eine ebenfalls unangekündigte Nachkontrolle habe keine Beanstandungen mehr erbracht.

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