Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Schweger Mühle machte ihn neugierig: Martin Glandorf führt Dinklager Heimatverein

Der 63-Jährige übernimmt das Amt des ersten Vorsitzenden der "Herrlichkeit". In seinem Ehrenamt baut er auch gerne mal die Regale für die Archive selbst.

Artikel teilen:
Sammler: Christian Martin (links) und Martin Glandorf (rechts) sortieren in den neuen Ausstellungsräumen des Heimatvereins die Stücke. Foto: Hahn

Sammler: Christian Martin (links) und Martin Glandorf (rechts) sortieren in den neuen Ausstellungsräumen des Heimatvereins die Stücke. Foto: Hahn

"Ich wollte nie Vorsitzender werden", sagt Martin Glandorf. Denn an sich stehe er nicht gern im Mittelpunkt. Und auch die Öffentlichkeitsarbeit sei nicht sein Ding. Lieber sammle er und sichere  Daten, kümmere sich um die Archivierung mitsamt ihrer Technik, erzählt der 63-Jährige.

Nun ist er aus Liebe zum Verein doch Vorsitzender: Seit Ende September steht Glandorf an der Spitze des Heimatvereins Herrlichkeit Dinklage mit etwa 1000 Mitgliedern. Der Verein kümmert sich um die Aufarbeitung der Dinklager Geschichte. Dazu treffen sich die Heimatfreunde in den Heimatstuben im alten Bahnhof. Dort befinden sich das analoge und digitale Bildarchiv des Vereins, eine Bibliothek und  familienkundliche Sammlungen. Im großen Fotoarchiv mit zehntausenden Aufnahmen fand Glandorf sogar das Hochzeitsbild seiner Eltern. Auch das Stadtarchiv betreut der Verein „Herrlichkeit“, kürzlich ist es in das Obergeschoss des Haus Kohorst an der Holthausstraße umgezogen.

Verein baut Ausstellung im Haus Kohorst auf

In beiden Gebäuden des Heimatvereins stehen Regale, die Martin Glandorf gebaut hat. Der ist gelernter Tischler. Wer viele Erinnerungsstücke zu verwalten habe, brauche eben viel Stauraum für sie. Daher richte der Heimatverein aktuell im Untergeschoss des Hauses Kohorst Ausstellungsräume ein. Dort sollen Gegenstände der "Sammlung Bernd Tepe" präsentiert werden, berichtet Glandorf.

Wer allerdings glaubt, die Mitglieder des Vereins widmeten sich ausschließlich dem Aktenstudium, der täuscht sich. Zum Verein gehören eine Wandergruppe und eine Radwandergruppe. Der ganze Stolz des Vereins sei die Schweger Mühle, sagt Glandorf.

Seit 1994 gehört Glandorf dem Vorstandsteam an

Die hat auch Martin Glandorf zum Heimatverein gebracht. "Die Mühle drehte sich und ich guckte neugierig. Gerd Gehlenborg war damals 2. Vorsitzender. Er bat mich herein, zeigte mir die ganze Mühle und wie alles funktionierte. Später stand er vor meiner Tür und fragte, ob ich nicht Mitglied im Heimatverein werden möchte", erzählt der 63-Jährige.

Nun ist er bereits seit 1994 im Vorstand aktiv und übernahm Ende September das Amt des 1. Vorsitzenden von Paul Arlinghaus. Sein Nachfolger solle der 2. Vorsitzende Christian Martin werden, plant Glandorf.

Auswanderergeschichten haben es Glandorf angetan

Den faszinieren besonders alte Münzen und Familiengeschichten. "Ich finde zum Beispiel die Beschreibungen, warum jemand ausgewandert ist, total spannend." So habe er auch schon die eigene Familie erforscht und herausgefunden, dass ein Vorfahre mit der Auswanderung vor dem preußischen Militärdienst fliehen wollte.

Weil Glandorf nach seiner Tischlerlehre Berufsschullehrer wurde, profitiert der Heimatverein nun doppelt. Denn schon während seines Studiums begann Glandorf, sich mit dem Programmieren von Computer zu befassen. Später habe er an "seiner" Schule die gesamte Computer-Anlage installiert und gepflegt. Nun baut er für den Heimatverein nicht nur die Regale, sondern managt mehrere Websites zu den Themen Heimatverein, Archivierung und Familienforschung.

Ohnehin offenbare das Internet großartige Kontaktmöglichkeiten, die für die Ahnenforschung wichtig seien, sagt der 63-Jährige. "Wir haben auch Anfragen zur Familienforschung aus Amerika", berichtet Glandorf. Er selbst sei schon in den USA gewesen und habe Besuch von dort empfangen.

Mehr Parkplätze bei der Schweger Mühle 

Was sich Martin Glandorf für den Heimatverein wünscht? Mehr Parkplätze bei der Schweger Mühle wären gut, sagt er. Auch größere Ausstellungsräume, in denen beispielsweise eine alte Dreschmaschine gezeigt werden könnten, wären toll. Derzeit oben auf der Agenda stehe aber die Präsentation der Tepe-Sammlung im Haus  Kohorst. Sie solle für die Besucherinnen und Besucher so attraktiv wie nur möglich gemacht werden. In der Sammlung seien beispielsweise etliche Bügeleisen zu finden. 

Ohnehin sei nur umsetzbar, wofür genug Geld vorhanden sei, sagt Glandorf. Der Verein finanziere sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Die Stadt unterstütze bei den Mieten. Neue Freunde und Förderer seien immer willkommen.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung 

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Schweger Mühle machte ihn neugierig: Martin Glandorf führt Dinklager Heimatverein - OM online