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Schwaneburgermoor: Das Dorf an zwei Kanälen

Zwei Kanäle bestimmten das Schicksal von Schwaneburgermoor. Das Dorf entstand 1900 am Fries-oyther Kanal und wird seit 1935 durch den Küstenkanal geteilt.

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Keimzelle des Dorfes: 1873 begannen die Bauarbeiten für den Friesoyther Kanal, der ursprünglich in Kamperfehn in den damaligen Hunte-Ems-Kanal, den heutigen Elisabethfehnkanal, mündete.    Foto: Stix

Keimzelle des Dorfes: 1873 begannen die Bauarbeiten für den Friesoyther Kanal, der ursprünglich in Kamperfehn in den damaligen Hunte-Ems-Kanal, den heutigen Elisabethfehnkanal, mündete.    Foto: Stix

Die Anfänge von Schwaneburgermoor waren bescheiden: Bei der Volkszählung am 1. Dezember 1900 wurden in dem Dorf ein Wohnhaus, vier Haushaltungen und 26 Bewohner gezählt. Zehn Jahre später waren es dann immerhin 22 Wohnhäuser mit 25 Haushaltungen und 135 Bewohnern.

Das Dorf Schwaneburgermoor verdankt seine Existenz dem Kanalbau in der Moorlandschaft. 1873 war Baubeginn des Friesoyther Kanals, der damals von Friesoythe durch das Schwaneburger Moor bis nach Kamperfehn zur Schleuse bei der damaligen Gaststätte Schütte führte und dort in den Hunte-Ems-Kanal mündete. Die Straße „Am Alten Friesoyther Kanal“ lässt heute noch den Verlauf der Wasserstraße Richtung Norden bis Kamperfehn erkennen. Mit der Fertigstellung 1880 entstand so ein direkter Was- serweg von Friesoythe über den Hunte-Ems-Kanal bis zur Ems.

Bereich westlich des Friesoyther Kanals war riesige Abtorffläche

Die Besiedelung von Schwaneburgermoor begann Anfang des 20. Jahrhunderts. Vermutet wird, dass die ersten Bewohner über den Kanalweg ihre neue Heimat entdeckten. Arbeit fanden die Siedler im Torfwerk Schwaneburg GmbH mit Sitz in Ramsloh, denn der gesamte Bereich westlich des Friesoyther Kanals war eine riesige Abtorffläche.

Die Siedler, die aus verschiedenen Regionen Norddeutschlands und aus Holland nach Schwaneburgermoor kamen, um sich eine neue Existenz aufzubauen, konnten Abbau- flächen mit einer Kanal- beziehungsweise Straßenbreite von meistens 100 Metern erwerben. So konnte jede Familie durch Torfabbau für ihr eigenes Heizmittel sorgen. Aus finanziellen Gründen wurde jedoch der größte Teil des Torfes verkauft. Einige Familienväter arbeiteten zudem zusätzlich oder in voller Stellung auf den Hofstellen der Bauern in Schwaneburg. Mit der Zeit entwickelte sich das Dorf als Reihendorf beidseitig des Fries-oyther Kanals und der Schwaneburger Wieke.

Direkter Wasserweg nach Oldenburg

1926 wurde der Hunte-Ems-Kanal, der Vorläufer des Küstenkanals, bis Kampe fertiggestellt. Im Oktober 1926 beschloss Preußen die Fortsetzung des Küstenkanalbaus bis Schwaneburgermoor, bereits 1928 waren der Küstenkanal von Kampe bis Schwaneburgermoor und ein großes Wendebeckens ausgebaut. Damit gab es einen direkten Wasserweg von Friesoythe über den Friesoyther Kanal und den Küstenkanal bis nach Oldenburg und weiter über die Hunte bis zur Weser.

Und es ging weiter Richtung Westen: 1933 wurde ein Sofortprogramm für den Ausbau des Küstenkanals bis nach Dörpen entwickelt und umgesetzt. Zwei Jahre später, am 28. September 1935, fand die offizielle Einweihung des Küstenkanals von Dörpen bis Oldenburg statt. Bis dahin hatte nur die Kanalführung von Kampe bis Schwaneburgermoor diesen Namen getragen. Der übrige Kanal von Oldenburg bis Kampe und der heutige Elisabethfehnkanal hießen noch Hunte-Ems-Kanal.

Küstenkanal halbiert das Dorf

Mit der Fertigstellung des Küstenkanals begannen nach 1935 nördlich davon die Bauarbeiten für eine Klinkerstraße, die heutige Bundesstraße 401. Über die Einmündung der Wieke in den Küstenkanal wurde im Zuge der Straßenbaumaßnahme eine Betonbrücke gebaut. Für Schwaneburgermoor, bis 1974 das einzige Friesoyther Kanaldorf, bedeutete der Ausbau des Küstenkanals bis nach Dörpen die Teilung: Der Küstenkanal halbierte das 1100 Quadratmeter große Dorf. Nur die Küstenkanalbrücke in Schwaneburgermoor, die im Zweiten Weltkrieg zerstört, durch eine Fährverbindung ersetzt und um 1950 neu erbaut wurde, verbindet die beiden Teile des Dorfes.

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