Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Schützenplatz gesperrt: Jetzt fehlen Parkplätze an der Thüler Straße

Der Pächter hat das 8000 Quadratmeter große Gelände für Autos gesperrt. Die Stadt Friesoythe lässt prüfen, ob das zulässig ist, denn im Pachtvertrag von 1998 ist die Parkplatzfrage nicht geregelt.

Artikel teilen:
Gesperrt: Mit provisorischen Holzkonstruktionen und Flatterband verhindert der Pächter des Schützenplatzes, dass das Areal wie bislang als Parkplatz genutzt werden kann. Foto: Stix

Gesperrt: Mit provisorischen Holzkonstruktionen und Flatterband verhindert der Pächter des Schützenplatzes, dass das Areal wie bislang als Parkplatz genutzt werden kann. Foto: Stix

Bislang rückte der Schützenplatz an der Thüler Straße eher selten in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Im August ist er beim Schützenfest das Zentrum der Stadt Friesoythe, ansonsten diente die knapp 8000 Quadratmeter große Fläche bislang in erster Linie als Parkplatz sowie als Winterquartier für einen Zirkus. Genau daran hatten sich im vergangenen Jahr zwischen Stadt und Pächter Diskussionen über den Pachtvertrag entzündet, die jetzt in eine neue Runde gehen: Seit einiger Zeit kann der Schützenplatz nicht mehr als Parkplatz genutzt werden. Der Pächter hat die Zufahrten mit Holzkonstruktionen und Flatterband provisorisch gesperrt.

Ob diese Maßnahme rechtens ist, ist zwischen der Stadt als Eigentümerin des Platzes und dem Pächter umstritten. Im 1998 geschlossenen Pachtvertrag ist nämlich genau die Parkplatzfrage nicht geregelt. "Nach unserer Einschätzung war die fortwährende Nutzung der Parkplatzfläche durch die Allgemeinheit so selbstverständlich, dass dies keiner Regelung im Vertrag bedurfte", sagt Friesoythes Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers auf Anfrage. "Der Vertrag hat die bis 1998 übliche Nutzung ja auch nicht ausgeschlossen." Der Pächter allerdings, ergänzt sie, "beurteilt das genau andersherum".

Pachtvertrag läuft noch bis 2028

Die Stadt hat inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um hier Klarheit zu bekommen. Im Raum steht zudem die Frage, ob die Stadt vorzeitig aus dem Pachtvertrag aussteigen kann. Der war 1998 für 30 Jahre abgeschlossen worden. Eine Klausel, wonach der Pächter danach die Möglichkeit hat, den Vertrag für weitere 30 Jahre, also bis 2058, auf eine Person seiner Wahl zu übertragen, ist laut Hamjediers rechtlich nicht haltbar.

Der Friesoyther Ortsvorsteher Raphael Opilski hat bei der Stadt inzwischen beantragt, "so bald wie möglich eine Auflösung des Pachtvertrages für den Parkplatz an der Thüler Straße zu erreichen". Er schlägt vor, den Vertrag jetzt schon zu kündigen, "um damit die Absichten der Stadt Friesoythe eindeutig klarzustellen". Zudem solle die Stadt ihr Angebot zur vorzeitigen Vertragsauflösung erneuern.

„Zurzeit kommt es bei Heimspielen des SV Hansa regelmäßig zum Verkehrschaos und zu einem Wirrwarr an parkenden Autos.“Raphael Opilski, Ortsvorsteher Friesoythe

Opilskis ist zudem die derzeitige Parkplatzsituation am Aquaferrum ein Dorn im Auge. Durch die Sperrung des Schützenplatzes sei in Spitzenzeiten schlicht nicht genug Parkraum vorhanden. Er verweist darauf, dass auch der SV Hansa sowie die Berufsbildenden Schulen die Thüler Straße als Parkraum nutzen. „Zurzeit kommt es bei Heimspielen des SV Hansa regelmäßig zum Verkehrschaos und zu einem Wirrwarr an parkenden Autos“, hat er festgestellt. Der Bedarf dürfte, so Opilski, weiter steigen, wenn die sanierte Burgwiese als Mehrzweckfläche genutzt werden kann. Andere Bürger berichten darüber hinaus, dass man wegen der vielen an der Straße parkenden Autos beim Ausfahren aus dem Parkplatz den Querverkehr kaum sehen könne. Dadurch soll es bereits mehrfach zu kritischen Situationen mit dem fließenden Verkehr gekommen sein. 

Zum Schützenfest muss der Platz verfügbar sein

Die Stadt ist sich der aufgetretenen Probleme bewusst. "Die Parkplatzsituation ist nicht zufriedenstellend", sagt Hamjediers und verweist auf einen Vorschlag Opilskis. Der Ortsvorsteher hat in seinem Schreiben an die Stadt eine Prüfung beantragt, ob die Seitenräume der Thüler Straße zu Parkstreifen oder -nischen hergerichtet werden können, die dann einen Teil des ruhenden Verkehrs aufnehmen.

Wie es mit dem Parkraum an der Thüler Straße und der Nutzung des Schützenplatzes weitergeht, bleibt abzuwarten. Fest steht lediglich, dass das Schützenfest von den Querelen nicht betroffen ist. Denn, so Hamjediers, "der Pächter muss gewährleisten, dass der Platz für das Fest zur Verfügung steht".

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Schützenplatz gesperrt: Jetzt fehlen Parkplätze an der Thüler Straße - OM online