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Schützen polieren Gedenkstätte in Lohne auf

Bewaffnet mit Bürsten, Schwämmen und Kanistern mit Essigwasser gingen die Mitglieder der 16. Kompanie daran, die zwölf Steine bei St. Anna Klus abzuschrubben. Ein Stein sorgte für eine Überraschung.

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Lohner Schützen sind aktiv: Zusammen mit dem Lohner Vorsitzenden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, (von links) Enno Burhorst, reinigten Martin Gier, Werner Tönnies, Sebastian Walbröhl mit Sohn Justus, Jürgen Bruns, Thomas Meyer, Louis Theodor, Paul Westendorf, Jens Lienesch, Nick Hartke, Frank Bruns, Stefan Westendorf, Manni Dierker und Uwe Moormann die Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege am Kreuzweg der St. Anna Klus in Südlohne. Foto: Steinke

Lohner Schützen sind aktiv: Zusammen mit dem Lohner Vorsitzenden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, (von links) Enno Burhorst, reinigten Martin Gier, Werner Tönnies, Sebastian Walbröhl mit Sohn Justus, Jürgen Bruns, Thomas Meyer, Louis Theodor, Paul Westendorf, Jens Lienesch, Nick Hartke, Frank Bruns, Stefan Westendorf, Manni Dierker und Uwe Moormann die Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege am Kreuzweg der St. Anna Klus in Südlohne. Foto: Steinke

Martin Gier wohnt in Lohne auf dem Hamberg und geht fast jeden Tag mit seinem Hund rund um die St. Anna Klus in Südlohne spazieren. Über gut fünf Jahre fiel ihm immer wieder die Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege an der 12. Station des Kreuzweges der Klus ins Auge. Ihm missfiel, dass die Steine sehr verschmutzt und veralgt waren, sodass die Namen der Gefallenen kaum noch lesbar sind. Schließlich war das Mahnmal 1959 neu errichtet worden und seitdem wohl nicht mehr intensiv gewartet worden.

Jungschützen für Gedenken sensibilisieren

Er dachte über eine Lösung nach. Nun ist Martin Gier auch Hauptmann der 16. Kompanie Landwehrstraße des Lohner Schützenvereins. Also versuchte er seine Schützenbrüder von einer Reinigungsaktion zu überzeugen. Besonders hatte er die Absicht ,"die Jungschützen zu sensibilisieren, um ihnen zu zeigen, dass es so etwas auch in Lohne gibt", sagt er. Nach Rücksprache mit St.-Gertrud-Dechant Rudolf Büscher ging es an die Vorbereitung.

Der erste Novembersamstag bot sich laut Gier an: "Das passt in die Jahreszeit." Mit ins Boot holte sich Gier Enno Burhorst, den Lohner Vorsitzenden des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Burhorst war sofort von der Aktion angetan und sagte nicht nur sein Erscheinen zu, sondern legte zusammen mit den 14 Aktiven der Kompanie bei der Reinigungsaktion Hand an.

Mit dabei war "zufällig" Schützenpräsident Uwe Moormann, dessen Heimatkompanie halt "die 16." ist. Bewaffnet mit Bürsten, Schwämmen und Kanistern mit Essigwasser gingen die Schützen daran, die zwölf Steine, von denen jeder für ein Kriegsjahr steht, abzuschrubben. Auf sogenannte "chemische Keulen" wurde aus Umweltgründen verzichtet.

Mühseliger Kampf gegen den Zahn der Zeit

Gier erinnerte sich, dass vor einigen Jahren der Kreuzweg selbst vom Bauhof der Stadt Lohne einmal gesäubert worden war – doch nicht die Gedenkstätte. So waren alle Helfer überrascht, wie mühselig es wurde, den sich fest eingenagten Zahn der Zeit wieder zu lösen. Doch am Ende war alles geschafft und ein wenig vom alten Glanz der Erinnerungsstätte wieder hergestellt. Und ein Stein hatte auch eine Überraschung bereit: Im Jahr 1939 gab es keinen Gefallenen.

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