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Schultrip nach Malta muss kein Traum bleiben

Das Kolleg St. Thomas in Vechta startet gemeinsame Projekte mit sechs europäischen Partnern. Ein wesentliches Thema ist der Klimawandel.

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Europa im Blick: Schulleiter Mark Brockmeyer und Projektkoordinatorin Susanne Lütke Wissing sehen in dem Erasmus-Programm viele Vorteile für Schüler und auch Lehrer. Die ersten Treffen mit den europäischen Partnern werden in digitaler Form stattfinden. Foto: Speckmann

Europa im Blick: Schulleiter Mark Brockmeyer und Projektkoordinatorin Susanne Lütke Wissing sehen in dem Erasmus-Programm viele Vorteile für Schüler und auch Lehrer. Die ersten Treffen mit den europäischen Partnern werden in digitaler Form stattfinden. Foto: Speckmann

Einige Schüler und Lehrer des Kolleg St. Thomas in Vechta träumen vielleicht schon von einer Reise nach Malta oder Madeira, um mit örtlichen Schulvertretern über Zukunftsthemen zu plaudern. Ganz ausgeschlossen ist ein Trip in den sonnigen Süden nicht. Das Gymnasium beteiligt sich an einem Förderprogramm der Europäischen Union, das den Teilnehmern in finanzieller Hinsicht ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Die Kolleg St. Thomas hat erstmals die Zusage für eine Kooperationspartnerschaft im Rahmen des Erasmus-Programms erhalten. Dabei geht es nicht etwa um den bekannten Schüleraustausch, den viele Schulen aus ganz Deutschland und auch aus dem Landkreis Vechta praktizieren. Im Mittelpunkt steht vielmehr eine gemeinsame Projektarbeit mit sechs europäischen Partnern aus verschiedenen Ländern.

Projektkoordinatorin Susanne Lütke Wissing hat viel Zeit in die erfolgreiche Bewerbung investiert. Sie freut sich über die positive Resonanz aus dem Kollegium. „Ich habe aus allen Bereichen Interesse bekundet bekommen“, berichtet die Fachobfrau für Englisch, die sich bereits um die Sprachreisen der Schule kümmert und nun den Kontakt zu den neuen Partnern in Italien, Portugal, Estland, Türkei und Malta hält.

Erasmus-Programm ist Neuland für Gymnasium

Während die Partnerschulen schon reichlich Erfahrungen mit dem Erasmus-Programm haben, betritt das Vechtaer Gymnasium buchstäblich Neuland. Es ist zudem die einzige Schule in ganz Deutschland, die zu den Lernpartnerschaften zugelassen worden ist. Unter den 19 Institutionen befinden sich überwiegend Universitäten. Sie beschäftigen sich auf unterschiedlichste Weise mit nachhaltigen Themen.

Das Projekt aus Vechta trägt den Titel „Let’s Save Our Environment and Our Future“. Ziel ist es, auf die Probleme, die der Klimawandel mit sich bringt, aufmerksam zu machen. „Klimawandel, Umweltschutz und Zukunftsorientierung sind Themen, die in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnen, besonders bei Jugendlichen, da sie mit den Folgen des Umgangs mit der Natur leben werden müssen“, sagt Lütke Wissing.

Projekte mit klaren Zielen

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten werden unter anderem Abfallvermeidung und Recycling gehören. Auf diesem Gebiet kann das Gymnasium schon einige Aktivitäten vorweisen, wie Schulleiter Mark Brockmeyer erläutert. Als Vertreter einer Schule in kirchlicher Trägerschaft schwingt für ihn bei solchen Projekten auch immer ein Blick auf die „Wahrung der Schöpfung“ mit, wenn es um Nachhaltigkeit geht.

Besonders spannend findet der Schulleiter, die Themen im europäischen Kontext zu betrachten. Hier könnten Lehrer und Schüler grenzübergreifend ihre Erfahrungen austauschen und von Stereotypen wegkommen. Eine internationale Zusammenarbeit sei sinnvoll, um die globale Tragweite der Problematik zu verdeutlichen sowie die Gegebenheiten und Stärken der einzelnen Länder zu nutzen.

Die Projektarbeit soll in ganz konkreten Maßnahmen münden, etwa in der Verringerung des ökologischen Fußabdrucks der Partnerschulen. Außerdem soll mehrsprachiges Lehrmaterial entstehen, das von den Schulen auch über das Projekt hinaus genutzt werden kann. Hier würden sich auch Anleitungen für Experimente anbieten, damit Schüler die Folgen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung erkennen.

Fördermittel belaufen sich auf 218.000 Euro

Das Erasmus-Projekt ist auf 32 Monate angelegt. Für die Arbeit stehen dem Kolleg St. Thomas beträchtliche Fördermittel zur Verfügung. Der Betrag beläuft sich auf rund 218.000 Euro. Bei der Mittelverwendung gibt es teilweise konkrete Vorgaben, aber es bleibt den Partnern viel Spielraum zur eigenen Gestaltung. Da dürfte also auch die eine oder andere Auslandsreise für Schüler und Lehrer drin sein.

Zu Beginn wird sich der internationale Austausch – allein schon wegen der Corona-Pandemie – auf digitaler Ebene abspielen. Laut Lütke Wissing ist für Mitte Februar eine erste Videokonferenz der Koordinatoren geplant. Dabei soll die Projektarbeit der sieben Partner konkretisiert werden. Voraussichtlich zum neuen Schuljahr könne die praktische Arbeit beginnen. Grundsätzlich stehe das Angebot allen Jahrgänge offen.

Aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen weiß die Englisch - und Französischlehrerin, wie wichtig der internationale Austausch für junge Menschen ist, um andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Nun ließe sich der Horizont zusätzlich erweitern. „Die gemeinsame Arbeit an einem Projekt ist eine besondere Herausforderung, die die Schüler weiterbringen wird“, ist die Koordinatorin überzeugt.

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