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Schüler verdienen schon Millionen mit Bankgeschäften

Mehrere Gruppen des Gymnasiums Antonianum in Vechta sammeln Praxiserfahrung bei realitätsnahem Planspiel. Abgerechnet wird Ende März in Berlin.

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Sieben Schüler ziehen an einem Strang: Julius Reinke, Louis Schlemm, Judith Schuling, Erik Schmidt, Rudolf Strecker, Hannah Schuling und Bennet Südbeck (von links) sind mit ihren fiktiven Geschäftsergebnissen sehr zufrieden.    Foto: Goldman Lower Saxony Bank

Sieben Schüler ziehen an einem Strang: Julius Reinke, Louis Schlemm, Judith Schuling, Erik Schmidt, Rudolf Strecker, Hannah Schuling und Bennet Südbeck (von links) sind mit ihren fiktiven Geschäftsergebnissen sehr zufrieden.    Foto: Goldman Lower Saxony Bank

Louis Schlemm und seine Freunde müssen aufpassen, dass sie die Bodenhaftung nicht verlieren. Sie gehen noch zur Schule und verdienen schon Millionen. Das Geschäft mit Aktien und Krediten scheint sich zu lohnen. Da dürfte so mancher Börsianer neidisch werden. Nur schade, dass es sich bei den Gewinnen um kein echtes Geld handelt. Der betriebene Handel ist reine Fiktion.

Die Schüler des Gymnasiums Antonianum beteiligen sich an einem vom Bundesverband der deutschen Banken veranstalteten Planspiel. Dabei stehen die Vechtaer – wie in der realen Wirtschaft – in einer Konkurrenzsituation. Insgesamt 2472 Jungen und Mädchen aus 143 Schulen, darunter auch Teilnehmer aus Italien, Österreich, Tschechien und der Schweiz, sind in dem spannenden Wettbewerb vertreten.

Junge Leute legen Zinsen fest und vergeben Kredite

Als Vorstände ihrer eigenen virtuellen Bank verfolgen die Jugendlichen diverse Aktienkurse, legen Zinsen fest, vergeben Kredite und werden auf diese Weise praxisnah an gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge herangeführt. Sie lernen, wie ihre Entscheidungen Marktentwicklungen beeinflussen und wie sich die Konjunkturlage und das Verhalten ihrer Konkurrenten auf ihren Geschäftserfolg auswirken.

"Das ist eine gute Vorbereitung auf das allgemeine Berufsleben", sagt Louis Schlemm. Er kann sich ein Wirtschaftsstudium gut vorstellen, nutzt bereits ein fachbezogenes Unterrichtsangebot und begrüßt die zusätzliche Chance durch das 3-monatige Planspiel. Hier hat sich der 17-Jährige mit sechs weiteren Mitschülern aus dem zwölften Jahrgang zur „Goldman Lower Saxony Bank“ zusammengeschlossen. In ihrem Unternehmen herrscht Arbeitsteilung.

Louis Schlemm und sein "Kollege" Bennet Südbeck konzentrieren sich auf die nackten Zahlen. Sie behalten die Entwicklung auf dem simulierten Finanzmarkt im Auge. Hier herrscht ständig Bewegung, etwa wenn die Corona-Pandemie dafür sorgt, dass die Konsumfreude nachlässt und die Kunden mehr Geld anlegen wollen. Dann gilt es die Zinssätze anzupassen.

Auch das Marketing gehört zum Geschäft

Hannah Schuling und ihre Schwester Judith kümmern sich um das Marketing. Sie entwickeln Ideen, wie sich die Bank präsentieren kann. Dazu gehört die Produktion von Werbevideos und Fotos ebenso wie der Auftritt in sozialen Netzwerken. Die Öffentlichkeitsarbeit bei Instagram & Co. zahlt sich aus. Auch für eine Erwähnung in der Lokalzeitung erhält die Gruppe einen finanziellen Bonus und kann sich somit von anderen Teams in der Wertung abheben.

"Jeder kennt die Stärken des anderen, wir profitieren voneinander.“Judith Schuling, Zwölftklässlerin des Gymnasiums Antonianum

Mit der Zusammenarbeit seit Beginn des Planspiels im November ist Judith Schuling sehr zufrieden. "Wir sind ein zusammengewürfelter Haufen, der vorher kaum Kontakt zueinander hatte. Ich hätte niemals gedacht, dass wir so ein gutes Team werden würden und so viel Spaß zusammen haben. Jeder kennt die Stärken des anderen, wir profitieren voneinander", sagt die Zwölftklässlerin.

Ihre Schwester Hannah stellt fest, dass durch die themenbezogene Gruppenarbeit auch ihr persönliches Interesse an Wirtschaft enorm zugenommen hat. "Ich hätte vorher nicht gedacht, wie vielseitig es ist, eine Bank zu leiten und welche Aspekte man beachten muss. In dem Bereich Wirtschaft wird man dadurch zusätzlich auf das weitere Leben vorbereitet und lernt Details, die im allgemeinen Lehrplan nicht vorgesehen sind, kennen", sagt sie.

Auch Lehrkräfte treten bundesweit gegeneinander an

Die "Goldman Lower Saxony Bank" ist eine von insgesamt fünf Gruppen des Gymnasiums Antonianum, die bei dem Planspiel "Schulbanker" mitmischen. Neben Schülern des zwölften Jahrgangs sind auch einige Vertreter des Abschlussjahrgangs dabei. Auch Kai Brackhage, der den Teilnehmern aus dem Seminarfach "Wirtschaft" beratend zur Seite steht, tritt im bundesweiten Wettstreit gegen andere Lehrkräfte an.

"Ich bin sehr zufrieden mit der Beteiligung. Die Schüler sind motiviert, interessiert und kreativ.Kai Brackhage, Lehrer des Gymnasiums Antonianum

"Ich bin sehr zufrieden mit der Beteiligung. Die Schüler sind motiviert, interessiert und kreativ", berichtet der Lehrer. Auch die bisherigen Ergebnisse seien beachtlich. Die Gruppen würden zurzeit gute Plätze in den jeweiligen Spielbereichen einnehmen. Entscheidend ist, was zum Abschluss der sechsten Runde herauskommt. Ende März treten die 20 besten Teams gegeneinander an und ermitteln den Sieger.

Die Fahrt zum Finale in Berlin ist verlockend. Die erwirtschafteten Millionen können die Schüler zwar nicht behalten. Aber die Teilnahme am Wettbewerb zahlt sich trotzdem in barer Münze aus. Die drei Gewinner-Banken erhalten Geldpreise in Höhe von bis zu 500 Euro und zusätzlich maximal 4000 Euro für ihre Schulen. Am Gymnasium Antonianum heißt es also Daumen drücken.

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