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Schüler sind im Internet oft naiv unterwegs

Kindern und Jugendlichen fehlt oft Verständnis für Internetgefahren. Ihre Passwörter sind unsicher, der Umgang mit Daten und Fake News unbedarft. Für die Schulen entsteht so ein wichtiges Thema.

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Ein Stück Sicherheit: Vielen Kindern und Jugendlichen ist nicht klar, wie wichtig ein sicheres Passwort und der vorsichtige Umgang mit persönlichen Daten im Internet sind. Foto: Robert Günther/dpa

Ein Stück Sicherheit: Vielen Kindern und Jugendlichen ist nicht klar, wie wichtig ein sicheres Passwort und der vorsichtige Umgang mit persönlichen Daten im Internet sind. Foto: Robert Günther/dpa

In jedem Jahr ballen sich in den ersten Wochen die internationalen Aktionstage rund um das Themenfeld „sicheres Internet“. Datenschutz und sichere Passwörter spielen dabei ebenso eine Rolle wie der Umgang mit Fake News. Kinder und Jugendliche, so die Einschätzung von zwei Friesoyther Experten, stehen diesen Themen oft ziemlich unbedarft und naiv gegenüber.

„Viele Kinder und Jugendliche sehen gar keine Notwendigkeit für Passwörter“, hat etwa Gerd Binder, der Präventionsbeauftragte der Friesoyther Polizei, festgestellt. „Wenn Passwörter nicht verlangt würden, dann würde sich keiner drum kümmern.“

"Kinder können nicht überblicken, was mit den Daten alles gemacht werden kann.“Gerd Binder, Präventionsbeauftragter

Manchen Kindern sei zudem auch gar nicht klar, was das Internet eigentlich ist. „Die spielen webbasierte Spiele wie etwa Fortnite und realisieren gar nicht, dass sie dabei im Internet sind und etwa in den zum Spiel gehörenden Chats ganz viel von sich preisgeben und öffentlich machen“, erzählt er.

Hinzu komme, dass oft das Verständnis dafür fehle, wozu die im Internet verbreiteten Daten genutzt werden können. „Manche Kinder fragen mich, warum es denn so schlimm sei, wenn sie etwa ihr Geburtsdatum überall angeben“, erzählt der Polizist. „Sie können nicht überblicken, was mit den Daten alles gemacht werden kann.“

Schulen widmen Thema vermehrt Aufmerksamkeit

Mit einer einmaligen Aufklärung sei es allerdings nicht getan. „Man kann nur versuchen, es immer wieder zu erklären“, sagt er. Inzwischen ist er dazu übergegangen, schon in den 3. und 4. Klassen darüber zu sprechen. „Wenn man es jedes Jahr erneut thematisiert, dann bleibt vielleicht irgendwann irgendwas hängen.“ Er habe aber festgestellt, dass die Schulen dem Thema zunehmend mehr Aufmerksamkeit widmen.

Bernd Schrand, Informatiklehrer an den Berufsbildenden Schulen in Friesoythe, kann Binders Beobachtungen nur bestätigen. „Es gibt viele Schüler, die tatsächlich nur ein Passwort für alle ihre Anwendungen nutzen“, sagt er. „Und das ist dann oftmals auch nicht besonders sicher.“

„Aufgabe der Schule ist es, den Schülern ein Grundverständnis für die Gefahren des Internets und eine gewisse Skepsis gegenüber den dort herrschenden Geschäftsmodellen mitzugeben.“Bernd Schrand, Informatiklehrer BBS

Auch deshalb ziehe sich der sichere Umgang mit dem Internet und mit digitalen Diensten durch alle Jahrgänge und alle Schulformen der BBS. „Aufgabe der Schule ist es, den Schülern ein Grundverständnis für die Gefahren des Internets und eine gewisse Skepsis gegenüber den dort herrschenden Geschäftsmodellen mitzugeben“, sagt Schrand. So würde beispielsweise in allen Fächern darüber gesprochen, welche Quellen und welche Internetseiten verlässlich seien und woran man Fake News erkenne. Das sei schon deshalb nötig und auch möglich, so Schrand, weil das Internet „ein ganz normales Unterrichtswerkzeug“ sei.

Auch das Thema Datenverwaltung, Speicherorte und unberechtigter Datenzugriff durch Dritte tauche immer wieder auf. „Da kommt es schon vor, dass Schüler erkennen, dass sie an manche Gefahren noch gar nicht gedacht haben“, sagt der Informatiklehrer. „Manche resignieren auch oder fragen sich, was man denn für Chancen gegen die Macht der Internetgiganten habe.“

Fakt allerdings sei, so Schrand, dass gerade in diesem Bereich die Unterrichtsinhalte immer wieder angepasst werden müssen, da sich die technischen und gesellschaftlichen Anforderungen stetig weiterentwickeln.

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