Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Schüler sammeln Elektroschrott

Die Abschlussklasse der Förderschule St. Vincenzhaus spendete den Erlös der Sammlung für die Arbeit mit Jugendlichen in Ghana. Die Euro nahm Hans-Michael Hürter von der Fachstelle Weltkirche entgegen.

Artikel teilen:
Sammelten Spenden für Jugendliche in Ghana: Die Schüler Jannis Gatsiopoulos, Willy Kulagowski, Sven Linnemann und Andre Möller (von links) überreichen das Geld an Pater Hans-Michael Hürter (Mitte). Foto: Hahn

Sammelten Spenden für Jugendliche in Ghana: Die Schüler Jannis Gatsiopoulos, Willy Kulagowski, Sven Linnemann und Andre Möller (von links) überreichen das Geld an Pater Hans-Michael Hürter (Mitte). Foto: Hahn

Wo kommt eigentlich unser Elektroschrott hin? Dieser Frage ging die Klasse 12a der privaten Förderschule St. Vincenzhaus in Cloppenburg nach. Im Unterricht schauten die 7 Schüler gemeinsam mit ihrer Lehrerin Magdalene Küppers den Film "Welcome to Sodom – dein Smartphone ist schon hier". 

Der Film zeigt die Mülldeponie Agbogbloshie in Ghana: 16 Quadratkilometer Elektroschrott liegen dort. Die Menschen in der Stadt Accra verbrennen den Müll, um wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, Zink oder Eisen zu gewinnen. Dabei entsteht ein Qualm, der gefährliche Gifte wie Blei, Phosphor, Quecksilber oder Arsen enthält. 

Hans-Michael Hürter erzählte von seiner Zeit in Afrika

Das Schicksal der meist jungen Menschen war eindrucksvoll, so Küppers. So kam der Abschlussklasse die Idee, Geld für Jugendliche in Ghana zu sammeln.

Deswegen besuchte am Dienstag Pater Hans-Michael Hürter die Schule. Er ist "Referent für Gerechtigkeit und Frieden" in der Fachstelle Weltkirche des Bistums Münster und nahm die Spende entgegen. Hürter lebte selbst über mehrere Jahre in Afrika und brachte den Schülern afrikanische Instrumente, Kleidung und Kunst zum Anschauen mit.

Er konnte den Schülern viele Fragen beantworten. So käme der Elektroschrott teilweise auch aus Europa – obwohl der Export verboten ist. "Woran liegt das?",  fragte Küppers. Die Gegenstände werden oft fälschlicherweise als "gebraucht" deklariert, obwohl sie nicht mehr funktionstüchtig sind, erklärte Hürter. "Das kann der Zoll nicht kontrollieren."

Mit Ghana unterhält das Bistum eine Partnerschaft

Um Spenden zu sammeln, wurden die Schüler aktiv: Sie backten und verkauften Knäckebrot. Zudem verteilte ihre Lehrerin Bonbons, gebrauchte Bücher und DVDs gegen Spenden im Kollegium. Passend zum Thema hatten die Schüler außerdem  Elektroschrott der Schule und des Kollegiums auf dem Recyclinghof in Stapelfeld entsorgt.

Das Geld überreichte die Klasse nun an Hürter, der ihr erklärte, wo die Euro landen werden. Mit der Spende werden Freiwilligenstellen in Ghana unterstützt und Schulen mit Materialien gefördert. Eine Aufgabe der Fachstelle Weltkirche ist die direkte Unterstützung von Menschen in Entwicklungsländern. Mit Ghana bestehe eine Partnerschaft des Bistums, erklärte der Referent. 

Umwelterziehung ist ein Teil der spezifischen Angebote an der Schule St. Vincenzhaus. So war Hürter nach der Spendenübergabe noch im Gespräch mit der Klasse 11b, die sich intensiv mit dem Thema "Müllvermeidung" auseinandersetzt.

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Schüler sammeln Elektroschrott - OM online