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Schüler demonstrieren gegen Gewalt an Frauen in Vechta

Unter dem Motto: "Don't touch me" versammelten sich am Freitag etwa 150 Jugendliche auf dem Europaplatz zu einer Kundgebung. Zuvor waren sie mit Transparenten und Schildern durch die Stadt gezogen.

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Demonstrieren in Vechta: Regina Kareb (vorne links) und Lisa van der Vlugt (vorne Mitte) sowie Elisabeth Ferneding haben die Veranstaltung organisiert. Foto: Scholz

Demonstrieren in Vechta: Regina Kareb (vorne links) und Lisa van der Vlugt (vorne Mitte) sowie Elisabeth Ferneding haben die Veranstaltung organisiert. Foto: Scholz

Am Freitagnachmittag demonstrierten rund 150 Schülerinnen und Schüler in Vechtas Innenstadt unter dem Motto "Don't touch me" gegen Gewalt an Frauen. Die Schülerinnen Elisabeth Ferneding, Lisa van der Vlugt und Regina Kareb hatten über die Plattform Instagram zu der Demonstration im Vorfeld aufgerufen. Es gehe ihnen darum, die Menschen zum Thema Gewalt an Frauen zu sensibilisieren.

Die Schülerin van der Vlugt habe ihre Facharbeit in der Schule über das Thema Gewalt an Frauen geschrieben. Auch sie selber habe es immer wieder erlebt, dass sie von Männern belästigt oder gar unangenehm angefasst worden sei. Bei der näheren Beschäftigung mit dem Thema hätte sie dann den Entschluss gefasst, eine Demonstration mit ihren Freundinnen zu organisieren. "Eine Politikstunde, in der wir über das Thema Gewalt an Frauen in den Nachrichten gesprochen hatten, war dann der Tropfen auf den heißen Stein", erzählt van der Vlugt.

Eine Demonstration mitten im Corona-Lockdown zu organisieren sei auch für die Veranstalterinnen zunächst ein Hindernis gewesen. Doch hätten sie sich für diesen Schritt entschieden, da gerade jetzt die Fallzahlen von häuslicher Gewalt hochgehen würden, wie Kareb betont. "Wir wollen ein Zeichen setzen", sagt van der Vlugt.

Der Protestmarsch zieht durch Vechtas Innenstadt. Foto: ScholzDer Protestmarsch zieht durch Vechtas Innenstadt. Foto: Scholz

Zunächst versammelten sich die rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Europaplatz in Vechta. Die Meisten von ihnen sind um die 17 Jahre alt und gehen auch in Vechta oder in der Umgebung zur Schule. Danach zogen sie mit Plakaten und Transparenten durch die Innenstadt. Immer wieder fiel der Ruf: "Don't touch me" (Fass' mich nicht an) oder auch "Keep your hands off me" (Nimm' deine Hände von mir).

Im Gespräch berichteten einige Schülerinnen, dass sie sich bewusst entschieden hätten, zur Demo zu kommen, da sie selber schon Belästigungen erfahren haben. Eine 19-jährige Teilnehmerin berichtete, dass sie sich unwohl fühle, wenn sie nachts durch Vechta gehe. Eine andere Schülerin erzählte, dass ihr schon öfters von Männern hinterhergepfiffen worden sei und, dass sie sogar im Club schon einmal "angegrabscht" worden sei.

Demo wurde per Livestream auf Instagram übertragen

Zurück auf dem Europaplatz hielten mehrere Schülerinnen und ein Schüler eine Rede auf einem kleinen Podest, in der sie von ihren eigenen Erfahrungen berichteten. Immer wieder wurden Fragen gestellt, wie: "Hat euch schonmal jemand angegrabscht?". Daraufhin meldeten sich viele der Teilnehmenden.

Bei der gesamten Demo standen viele Teilnehmer sehr dicht beieinander. Es trugen aber alle eine Maske. Die Polizei blieb eher im Hintergrund. Etwa eine Stunde später war die Kundgebung wieder aufgelöst. Die gesamte Demo wurde per Livestream auf Instagram geteilt und ist dort auch noch online.

Fotos: Scholz

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