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Schule setzt auf friedliches Zusammenleben

Der Ukraine-Krieg sorgt auch an den Schulen für Diskussionsstoff. Wie sich Konflikte gewaltfrei lösen lassen, lernen Bunnens Kinder jetzt in einem Projekt.

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"Stark ohne Muckies": Selbstbehauptungstrainerin Heidi Höweler (rechts) kooperiert mit der Grundschule Bunnen. Foto: G. Meyer

"Stark ohne Muckies": Selbstbehauptungstrainerin Heidi Höweler (rechts) kooperiert mit der Grundschule Bunnen. Foto: G. Meyer

"Stark auch ohne Muckis": Wie das geht, zeigt Heidi Höweler in den kommenden 4 Jahren den Schülern der Grundschule Bunnen. Die Schule ist jetzt offiziell Partnerin des Anti-Mobbing-Trainings, bei dem es vor allem darum geht, das Selbstbewusstsein der Kinder sowie ihr Urteilsvermögen zu stärken.

Einmal im Jahr besucht die Quakenbrückerin jetzt die Klassen. In Bunnen fand der Kurs bereits im Januar statt. Mittlerweile hat sich die Konfliktlage nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine auch in den Schulen deutlich angespannt. Bundesweit wird von verbalen und sogar körperlichen Attacken gegen russischstämmige Schüler berichtet. Das friedliche Zusammenleben innerhalb der Schulgemeinschaft ist Rektorin Marion Feye deshalb jetzt besonders wichtig. Über den Krieg sprechen müsse man aber trotzdem, betont sie. Auch die Kinder würden von sich aus danach fragen.

"Ich finde es unbedingt richtig, das zu thematisieren"

Das Kultusministerium hat inzwischen Empfehlungen veröffentlicht, wie Lehrerinnen und Lehrer mit dem Thema im Unterricht umgehen können. Wichtig sei, aufmerksam zuzuhören und die Fragen der Schüler sachlich zu beantworten. Zudem sollten die Erwachsenen keinen Hehl aus ihrer eigenen Besorgnis machen, andererseits aber auch keine Panik verbreiten. "Es ist in Ordnung, als Lehrkraft zu sagen, dass Sie auf manche Fragen keine gute Antwort haben", heißt es in dem Text. Auch Bildungsgewerkschaften haben sich dafür ausgesprochen, den Krieg in den Schulen aktiv anzusprechen. „Ich finde es unbedingt richtig, das zu thematisieren“, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Das muss natürlich altersangemessen gemacht werden, aber so arbeiten Lehrkräfte ohnehin, denn das haben sie gelernt.“

Herzen für den Frieden: Die Schüler setzten ein Zeichen.   Foto: Grundschule BunnenHerzen für den Frieden: Die Schüler setzten ein Zeichen.   Foto: Grundschule Bunnen

Noch entscheidender für die Meinungsbildung dürften allerdings die Eltern sein. "In diesem Alter sind sie für ihre Kinder wie Götter", bestätigt Heidi Höweler. Was bedeutet, dass der Nachwuchs ihre Ansichten meist kritiklos übernimmt.  Das ändere sich erst in der Pubertät, sagt Höweler und setzt deshalb auf die Entwicklung eigenverantwortlichen Denkens bei gleichzeitiger Dialogbereitschaft. "Das heißt, ich höre mir alles von allen Seiten an und überprüfe das Gesagte im Anschluss." Letztlich gehe es immer darum, Kompromisse zu finden, statt zu spalten.

Der Krieg mitten in Europa dürfte die Gesellschaft noch sehr lange beschäftigen. Die Bunner Schüler haben aber bereits ein Zeichen gesetzt und gemeinsam ein Friedenszeichen geformt. Für Heidi Höweler drückt sich darin auch die Hoffnung aus, dass die neue Generation es einmal besser machen wird als ihre Vorgänger. "Die Kinder sind die Helden unserer Zukunft", ist sie überzeugt. Im militärischen Sinne meine sie das natürlich nicht.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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