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Schüleraustausch digital: Jugendliche bleiben per Chat in Kontakt

Seit 2020 liegen die Besuche zwischen der Heinrich-von-Oytha-Oberschule Friesoythe und den Klassen der Partnerstadt Swiebodzin coronabedingt auf Eis. Brach liegen sollen die Beziehungen aber nicht.

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Im Chat: Wenn sie sich zurzeit auch noch nicht sehen können, kommunizieren die deutschen und polnischen Schüler zumindest online miteinander.  Foto: Wimberg

Im Chat: Wenn sie sich zurzeit auch noch nicht sehen können, kommunizieren die deutschen und polnischen Schüler zumindest online miteinander.  Foto: Wimberg

Wo gibt es in beiden Städten das beste Eis und von wo kann man super auf die Soeste und die Struga gucken? Antworten auf diese und jede Menge weiterer Fragen können bald Schüler der Heinrich-von-Oytha-Oberschule Friesoythe (HvO) und der Schule „Nummer 3“ in Friesoythes Partnerstadt Swiebodzin liefern.

Ihre Lehrer Stefan Kühling und Slawomir Siwerski auf deutscher und Edyta Mech auf polnischer Seite erarbeiten zurzeit eine Stadtrallye mit der App „Actionbound“ und möchten unter anderem mit dieser Aktion die Beziehungen beider Länder lebendig halten. Denn ohne Initiative „lägen sie sonst schon längst brach“, weiß HvO-Rektor Rasmus Braun.

2020 mussten die seit 15 Jahren existierenden gegenseitigen Besuche coronabedingt eingestellt werden. Mit der Devise „Wir bleiben in Kontakt“ trotzen beide Partner jedoch der Pandemie und nutzen ihre technische Ausstattung, um über Online-Module des deutsch-polnischen Jugendwerks zu kommunizieren. Unterstützung leistet dabei auch Marzena Höffmann, die lange Jahre in Swiebodzin und nun an der HvO tätig ist.

"Der europäische Gedanke und der kulturelle Horizont sollten im Vordergrund stehen."Rasmus Brauen, Oberschulrektor

In regelmäßigen Abständen bauen die Siebtklässler des Wahlpflichtkursus „Stadtgeschichte“ die Verbindung auf, sehen die polnischen Schüler im Großformat auf ihrer interaktiven Tafel und chatten dann per Tablet. „Welche Erwartungen hast du an den Austausch“, lautete bei der jüngsten Zusammenkunft eine der vorgegebenen Fragen an die komplette Gruppe. „Unsere Nachbarn kennenlernen“, eine Antwort und ein Bestreben, das für Braun an zentraler Stelle steht. „Die Sprache muss nicht zwingend im Vordergrund stehen, vielmehr ist es der europäische Gedanke, der geschärft werden und den kulturellen Horizont erweitern soll“, formuliert der Schulleiter.

Vom Seher Wreesmann bis zur Christus-Statue

Wie Stefan Kühling mitteilte, steht die App so gut wie in den Startlöchern, die Rallye beginnt mittels eines QR-Codes an der Kirche und wird in beiden Sprachen zur Verfügung stehen. Neben Eis und Lieblingsplätzen geht es natürlich auch um Sehenswürdigkeiten, wie die Statuen von Heinrich von Oytha, den Seher oder das Stadttormodell. In der Swiebodziner Rallye darf vermutlich die 36 Meter hohe Christus-Statue nicht fehlen.

Wann sich allerdings Schüler auf den Weg machen können, steht noch nicht fest. Bislang reisten junge Leute der Altenoyther Schule rund um Ostern nach Swiebodzin, der traditionelle Gegenbesuch findet während des Friesoyther Eisenfestes im September statt. „Ob es in drei Monaten wieder soweit sein wird, müssen wir noch ein bisschen abwarten“, sagte Braun. Wünschenswert wäre es auf beiden Seiten. Schließlich wollen alle Jugendlichen einen Schüleraustausch „live erleben“ und ihre Gäste persönlich mit einem „Dzien dobry“ sprich „Guten Tag“ begrüßen.

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