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Schüler zeigen Rathaus-reife Show

Im Rahmen des Projekts "Schule.Macht.Politik" hielten die 8. Klassen des Kolleg St. Thomas und der Geschwister-Scholl-Oberschule fiktive Ratssitzungen ab. Eine nächste Station ist schon geplant.

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Vorbildsgetreu nachgestellt: Genau wie im Original führen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b vom Kolleg St. Thomas angeregte Diskussionen über wichtige Themen. Im Hintergrund begutachten Bürgermeister Kristian Kater (von links), Sam Schaffhausen, Sylvia Borchardt (SPD), Anna Frohn (CDU), Simone Göhner, Michael Mohrmann (CDU), Thomas Frilling (CDU) und Juanita Ruhr die Handlung. Foto: Seelhorst

Vorbildsgetreu nachgestellt: Genau wie im Original führen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b vom Kolleg St. Thomas angeregte Diskussionen über wichtige Themen. Im Hintergrund begutachten Bürgermeister Kristian Kater (von links), Sam Schaffhausen, Sylvia Borchardt (SPD), Anna Frohn (CDU), Simone Göhner, Michael Mohrmann (CDU), Thomas Frilling (CDU) und Juanita Ruhr die Handlung. Foto: Seelhorst

Das Projekt "Schule.Macht.Politik" geht in die 2. Runde. Nachdem den Schülerinnen und Schülern der 8. Klassen des Kolleg St. Thomas die Grundsätze der Kommunalpolitik näher gebracht wurden, konnten sie ihre neu erworbenen Fähigkeiten nun erstmals unter Beweis stellen. Dies wurde mittels fiktiver Ratssitzungen auf die Probe gestellt, in denen jeweils zwei Gruppen – der aktuellen Ratsaufstellung nachempfunden – über einen Antrag für ein Bauvorhaben debattierten. Ebenfalls anwesend waren Ratsmitglieder und der Bürgermeister, die mit Rat und Tat zur Seite standen.

Dabei kommen die Ideen, Perspektiven und Argumente direkt von den Schülern. "Sucht euch ein Projekt, das ihr in Vechta gerne umsetzen wollt", so lautete die Devise von Politiklehrer Frank Hölzen, Wir-für-Vechta-Ratsmitglied und – gemeinsam mit Juanita Ruhr und Guido Middelbeck – Organisator des Projekts. Schon früh bemerkte Hölzen die Begeisterung der Schüler für Kommunalpolitik. "Es ist erstaunlich, wie interessiert die Kinder an dem neuen Fach sind." Schließlich ist der Politikunterricht erst jetzt in ihr Leben getreten. Als er das Projekt vorstellte, war die Begeisterung groß. „Schule.Macht.Politik soll das Thema Kommunalpolitik praktisch erfahrbar und erlebbar machen", erläuterte Hölzen.

Themen haben die Schüler eigenständig erarbeitet

Die Themen besaßen jedoch trotzdem viele Gemeinsamkeiten. So entschieden sich alle Gruppen für Projekte aus dem Freizeitbereich, und es wurde Wert auf körperliche Aktivitäten – auch im Freien – gelegt. Unter den Anträgen befanden sich unter anderem ein Outdoor-Abenteuerspielplatz, eine Schwarzlichtgolfhalle, ein Indoor-Kletterpark oder eine Eishalle mit PV-Anlage. Aktuell diskutiert wurde eine Indoorhalle mit Lasertaganlage. Nach dem Verlesen des Antrags starteten die ersten Debatten.

So fiel der Einwand, dass der Bedarf einer solchen Anlage aufgrund zahlreicher Alternativen in umliegenden Städten nicht vorhanden sei – die Gelder könnten anderswo besser genutzt werden. Unterstützt wurde die Ansicht, Vechta habe nur ein begrenztes Kundenpotenzial für eine solche Anlage. Eine andere Meinung hielt dagegen und führte an, dass es ja nicht nur um Vechta, sondern auch um die umliegenden Gemeinden gehe. Eine weitere Schülerin berichtete dazu von Menschen in Visbek, die ihr gegenüber schon des Öfteren mangelnde Freizeitmöglichkeiten kritisierten. Die Debatte endete mit 13 Für- und 3 Gegenstimmen.

Gut vorbereitet beeindrucken die Schüler die Politiker

Ähnlich verlief es bei der anderen Gruppe und der Diskussion über einen Mountainbike- und Skate-Park. Aber es taten sich auch neue Punkte auf, wie beispielsweise die Preisgestaltung des Eintritts – schließlich müssen laufende Kosten wie entsprechendes Personal und Wartung mit einberechnet werden. Nach mehreren Vorschlägen und einer Spannweite von 1,50 bis 30 Euro konnte sich der Rat in der Mitte einigen. Ein weiterer Punkt war das Anbieten von Anfängerkursen. Der Antrag wurde mit einer Gegenstimme angenommen.

Sam Schaffhausen (SPD) lobte die Leidenschaft und Kompromissbereitschaft, mit der diskutiert wurde. "Da waren viele Aspekte dabei, die wir auch besprochen hätten."

"Ihr habt genau das Kernproblem herausgearbeitet", freute sich Simone Göhner von der CDU. "Es war fast wie im Rathaus", schloss sich Bürgermeister Kristian Kater an. "Das ist gelebte Kommunalpolitik." Als nächste Station wird es eine Rathausrallye geben, bei der die Kinder die einzelnen Fachbereiche kennenlernen und anhand ihrer Anträge erfahren, ob und wie ein solches Projekt umgesetzt werden kann.

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