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Schüler suchen nach Wegen aus der Klimafalle

Die St.-Ludgeri-Schule setzt sich mit den Ursachen der Erderwärmung auseinander. Die Botschaft: Um die Folgen zu mindern, muss jeder Einzelne etwas dagegen tun.

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Symbolbild: dpa

Symbolbild: dpa

Die Zeit läuft: Bis 2050 soll Europa klimaneutral sein. Ob das ehrgeizige Ziel erreicht wird, hängt vor allem vom Wandel in den Köpfen ab, glaubt Patrick Dujardin. In Löningen suchte der Mitarbeiter des Vereins „Multivision“ gemeinsam mit den Schülern der St.-Ludgeri-Schule nach Wegen aus der Klimafalle.

Die Realschule hatte das Thema einen Vormittag lang in den Mittelpunkt gestellt. Im Forum Hasetal zeigte Dujardin den Schülerinnen und Schülern aller Jahrgänge zunächst eine Multivisionsschau, in der die Ursachen und Folgen der menschengemachten Erderwärmung adressatengerecht dargestellt wurden. Anschließend wollte der  Politikwissenschaftler von ihnen mehr über ihr eigenes Umweltverhalten erfahren und sammelte Ideen, wie die Schule, aber auch jeder und jede Einzelne Ressourcen schonen kann.  

Der Klimawandel tauche inzwischen in vielen Fächern auf, erklärt Erdkundelehrerin Katharina Janssen. "Er spielt in den Naturwissenschaften ebenso eine Rolle, wie im Politikunterricht." Ob er von den Jugendlichen stärker als Problem wahrgenommen wird als von den Erwachsenen, vermag Janssen nicht zu beurteilen. "Die Schule ist ja ein Spiegel der Gesellschaft und wir Menschen, egal ob jung oder alt, neigen nun einmal zur Bequemlichkeit." Trotzdem: Auch wenn eine Bewegung wie "Fridays for Future" wohl nicht repräsentativ für die gesamte Jugend ist, wächst aus Janssens Sicht das Bewusstsein bei vielen, dass es so wie bisher nicht weitergehen dürfe.

Positive Botschaft soll hängen bleiben

Patrick Dujardin wies während der Diskussionsrunden immer wieder auf die weltweite Dimension hin. Wer über den Klimawandel rede, müsse auch über Verteilungsgerechtigkeit sprechen, sagte er. Die Schüler zeigten sich von den Bildern ausgedörrter Landschaften und hungernder Menschen im globalen Süden besonders beeindruckt.

Trotzdem sollte am Ende eine positive Zukunftsvision haften bleiben, in der die großen Probleme der Menschheit auch mithilfe innovativer Technologien gelöst werden. "Wenn man Jugendlichen nur Angst einjagt, machen sie zu", weiß Dujardin, der zurzeit bundesweit unterwegs ist. Auf die Schüler bezogen geht es vor allem um persönliche Verhaltensänderungen. Die scheinen zwar auf den ersten Blick nur wenig zu bewirken, ermöglichen aus Sicht der Klimaschützer die großen Würfe aber erst. Die Palette ist riesig und reicht von der konsequenten Mülltrennung bis hin zum Energie sparenden Stoßlüften.

Die Stadt Löningen hatte den Besuch des Vereins mitfinanziert. Bürgermeister Burkhard Sibbel lobte, dass die Realschule bei ihren Schülern das Problembewusstsein erhöhen will. Auch die Stadt sei dabei, ihre Hausaufgaben zu machen, um so schnell wie möglich von fossilen Brennstoffen wegzukommen. Immerhin: Die Schulen sind bereits an ein alternatives Fernwärmenetz angeschlossen. Dennoch könne jeder seinen Energieverbrauch weiter optimieren, betonte Sibbel.

Foto: G. MeyerFoto: G. Meyer

Länder investieren zu wenig in den Klimaschutz

Wie weit die Länder indes hinter ihren beim Pariser Klimagipfel 2015 vereinbarten Zielen zurückhängen, belegt eine aktuelle Studie des Swiss Re Institute. Es stellt fest, dass bei Weitem nicht genügend Mittel in den Klimaschutz fließen. Ein Vergleich der dazu nötigen Investitionen für Energie, Verkehr, Gebäude und Industrie mit den bisherigen Ausgaben ergibt eine Investitionslücke von mehr als 270 Billionen US-Dollar für die Zeit von 2022 bis 2050.  Am weitesten zurück liegt der Studie zufolge der Verkehrssektor mit geschätzten 114 Billionen US-Dollar. Die größten Investitionen seien hier für den Aufbau der Infrastruktur für die Elektromobilität nötig. Das freie Spiel der Marktkräfte allein könne zu den Fortschritten bei der Dekarbonisierung der Wirtschaft nicht genug beitragen, vielmehr müssten entsprechende Rahmen von den Gesetzgebern geschaffen werden, halten die Verfasser fest.

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