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Schüler erinnern an Gräueltaten des NS-Regimes

Der Friedensleuchter wird zwischen den Oberschulen Emstek, Cappeln, Molbergen und Garrel jährlich weitergegeben. Die Schüler machen Hoffnung und ermahnen, wachsam zu sein.

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Gegen das Vergessen: Der Friedensleuchter wird jedes Jahr weitergereicht. Foto: Vorwerk

Gegen das Vergessen: Der Friedensleuchter wird jedes Jahr weitergereicht. Foto: Vorwerk

Die Pogromnacht, in der die Synagogen in Deutschland brannten, ist 84 Jahre her. Selbst die Großeltern der Cappelner Oberschüler dürften keine persönlichen Erinnerungen daran haben und doch hat die Mahnung, die an diesem Gedenktag vielerorts und eben auch in Cappeln ausgesprochen wird, an Aktualität nichts verloren. Deshalb wird in jährlichem Wechsel der Friedensleuchter unter den Oberschulen Garrel, Molbergen, Cappeln und Emstek weitergereicht, um an die Gräueltaten des NS-Regimes zu erinnern. 

Die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen haben sich mit dem Thema Nationalsozialismus und Holocaust im Unterricht beschäftigt, "aber natürlich auch mit tagesaktuellen Geschehnissen wie in der Ukraine. Und ihnen stellt sich die Frage: Wieso lernt die Menschheit nicht aus der Geschichte? Warum kann Frieden nicht zur Selbstverständlichkeit werden?", sagte Schulleiterin Petra Brokamp in ihrer Begrüßung. 

Über 1000 Synagogen wurden zerstört

Die Nationalsozialisten hatten das tödliche Attentat eines 17-jährigen Juden auf Ernst von Rath, einen höheren Beamten der Deutschen Botschaft in Paris, als Vorwand für die Reichspogromnacht genutzt. Deutschlandweit wurden über 1000 Synagogen zerstört, auch in Cloppenburg. "Mit diesen Aktionen sollten Juden aus dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben vertrieben und zur Auswanderung gedrängt werden", so Brokamp.

In einem eindrucksvollen Bühnenspiel wurde aufgezeigt, was Frieden bedeutet, nämlich Freiheit, Respekt, Rücksicht und Liebe. Der Zyniker entgegnet, dass Frieden nur der Zeitraum zwischen 2 Kriegen ist. Beispiele liefen parallel als Präsentation und bezogen sich nicht nur auf den Zweiten Weltkrieg, sondern auch auf Querdenker-Vergleiche zwischen NS-Zeit und Coronamaßnahmen, antisemitische Darstellungen auf der Documenta und die Klage der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft über Zunahme an Antisemitismus an deutschen Schulen. 

Junge Schauspieler gaben auch Hoffnung

Die jungen Schauspieler gaben aber auch Hoffnung, denn zu jeder Zeit waren Menschen bereit, nicht zu schweigen und zu helfen. Die Geschwister Scholl, Oskar Schindler, die US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks oder die Protestanten nach dem Tod George Floyds in den USA.

Es gelte, rechte Politik zu verhindern, die die Menschen mit falschen Versprechungen lockt, sagte Schülersprecher Dennis Tiedeken: "Wir wünschen uns Frieden. Diese schlimmen Zeiten dürfen niemals wiederkommen."

In jüngster Zeit sei ein deutliches Anwachsen von rechtem und nationalsozialistischem Gedankengut zu beobachten, berichtete Klaus Kokenge in seiner Ansprache als Vertreter  des Vereins für christlich-jüdische Zusammenarbeit. "Besonders Jugendliche äußern menschenverachtende, oft ausländerfeindliche Parolen, weil ihnen wichtige Hintergrundinformationen fehlen." Der Blick auf die deutsche Geschichte zeige, dass Rassismus und Antisemitismus auch dann nicht geduldet werden dürften, wenn er oberflächlich und unbewusst geäußert werde, erklärte Kokenge abschließend.

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