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Schnelltests: Pius-Stift geht über Verfügung noch hinaus

Die Senioren- und Pflegeeinrichtungen im Kreis haben mit der neuen Allgemeinverfügung einen Mehraufwand. „Wir bekommen es aber hin. Es gibt ja auch keine Alternative“, sagt Matthias Hermeling.

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Tests in den Einrichtungen: Geschulte Mitarbeiter nehmen Abstriche bei Bewohnern. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Tests in den Einrichtungen: Geschulte Mitarbeiter nehmen Abstriche bei Bewohnern. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Am Montag ist die neue Allgemeinverfügung für Pflegeeinrichtungen in Kraft getreten. Wie berichtet, gehören unter anderem regelmäßige Antigen-Schnelltests bei den Mitarbeitern in der Betreuung zu den neuen Verpflichtungen, sie müssen zweimal pro Woche durchgeführt werden.

„Es ist schon Zeit, die dann aus der Pflege herausfällt“, erklärt Matthias Hermeling, Stiftungsvorstand vom St.-Pius-Stift in Cloppenburg, der auch für die Abteilung Phase F in Emstek sowie das Seniorenstift St. Franziskus Molbergen verantwortlich ist.

„Trotz des Aufwandes bekommen wir es hin. Es gibt ja auch keine Alternative“, sagt Hermeling. Jeder Wohnbereich verfüge über extra geschultes Personal und regelt das Prozedere dezentral für sich. Mit den Tests versuche man frühzeitig Infektionen zu erkennen und Quarantäne anzuordnen.

„Wir können Besucher mit einem positiven oder unklaren Testergebnis nicht in unsere Einrichtungen lassen“Matthias Hermeling, Stiftungsvorstand St.-Pius-Stift Cloppenburg

Im Pius-Stift habe man damit bereits in der vergangenen Woche begonnen. „Wir gehen auch noch über die Allgemeinverfügung hinaus“, so der Stiftungsvorstand weiter. Die Bewohner sowie alle Mitarbeiter aus den übrigen Abteilungen wie Verwaltung oder Küche werden demnach einmal pro Woche abgestrichen. Besucher müssen ebenfalls vor dem Betreten des Hauses getestet werden. „Wir können sie mit einem positiven oder unklaren Testergebnis nicht in unsere Einrichtungen lassen“, erklärt Hermeling. Das gelte auch für Personen, die einen Test ablehnen.

Aktuell sind im Stammhaus, in der Erweiterung und der Cloppenburger „Phase F“ zehn Bewohner positiv getestet, sie befinden sich in Zimmer-Quarantäne. Mit der Schnelltestung vom vergangenen Mittwoch wurden fünf positive Bewohner und ein Mitarbeiter, die bisher ohne Symptome sind, herausgefiltert. Der anschließende PCR-Test bestätigte die Ergebnisse der positiven Schnelltestung.

Im Servicehaus liegt momentan kein Infektionsgeschehen vor, hier haben sich aus der Schnelltestung keine positiven Ergebnisse bei den Bewohnern und Mitarbeitern ergeben. Dies sei allerdings nur eine Momentaufnahme.

Foto: MT-Archiv  AlvarezFoto: MT-Archiv / Alvarez

Das erarbeitete Konzept im Pius gelte ebenfalls für Molbergen. Dort wurden am Freitag Schnelltestungen bei den Mitarbeitern durchgeführt. Dabei kam ein positiver Abstrich heraus, der allerdings noch nicht über den PCR-Test bestätigt ist.

Gestern fand schließlich die zweite Reihentestung bei den Bewohnern und Mitarbeitern statt. „Die Krankheitsverläufe sind weiterhin sehr unterschiedlich, von keinen Symptomen bis zu ganz schweren Verläufen mit Krankenhausaufnahme“, berichtet Hermeling.

Für Molbergen gilt deshalb zurzeit ein Besuchs- und Betretungsverbot sowie ein Aufnahmestopp. Besuche von „palliativen“ Bewohnern seien mit negativem Schnelltest aber weiterhin möglich. In der Abteilung Phase F in Emstek hat die letzte Schnelltestung in der vergangenen Woche stattgefunden, aktuell gibt es dort kein Infektionsgeschehen.

Rund 80 Tests pro Woche in Cappeln

„Wir machen in Cappeln rund 80 Tests pro Woche“, sagt unterdessen Bernard Rössler, Pressesprecher der Residenzgruppe, die das „Haus Cappeln“ betreibt. Die Proben werden bei allen Mitarbeitern genommen, die mit Bewohnern in Kontakt sind, also neben dem Pflegepersonal auch Betreuungskräfte und Kollegen der Hauswirtschaft.

Man habe sich rechtzeitig um Schnelltests bemüht, so dass es vorläufig zu keinem Engpass kommen werde. Die Proben werden von einem eigens geschulten Mitarbeiter genommen. „Das ist ein erheblicher Mehraufwand“, versichert Rössler. Die Kosten für die Schnelltests trägt die Einrichtung,

Betroffen sind ebenfalls zwei Einrichtungen des St.-Elisabeth-Stiftes Lastrup. „Der Zeitaufwand ist in der Tat hoch. Wir sind aber in Kontakt mit einem Kooperationspartner und zuversichtlich, eine Lösung zu finden. Aber es stimmt schon: Der Testaufwand ist fordernd“, sagt Geschäftsführer Guido Suing.

Mitteilung von Freitag aus Lastrup:

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