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Schiitisches Hochfest in Vechta: Muslime ziehen in Trauer durch die Innenstadt

Das Fest der Aschura wird seit mehr als 3 Jahrzehnten in der Kreisstadt gefeiert. Die Prozession sorgt für Aufsehen.

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Die Männer schlagen sich im Gebet rhythmisch auf die Brust, um das Leid des Imam Hussain nachzuempfinden. Foto: Chowanietz

Die Männer schlagen sich im Gebet rhythmisch auf die Brust, um das Leid des Imam Hussain nachzuempfinden. Foto: Chowanietz

Schiitische Muslime aus ganz Deutschland und den westlichen Nachbarländern haben am Freitag in Vechta mit der Feier der Aschura dem im Jahr 682 getöteten Imam Hussain gedacht – einem Enkel des Propheten Muhammed. Höhepunkt war dabei erneut die traditionelle Prozession durch das Zentrum in Richtung des Vechtaer Südens.

Für Aufsehen sorgten bei dem Trauerzug die Männer, die sich betend und singend rhythmisch selbst auf den Oberkörper schlugen – um das Leid des Imam nachzuempfinden. Das ist aber keine Pflicht, nicht alle Männer nehmen daran teil. In Vechta wurde die Feier im 35. Jahr vom Verein Anjuman-e-Sajjadia um den Vechtaer Kafayat Suleria organisiert. Begleitet wird der Passionszug traditionell von bunten Bannern und einem reich geschmückten Pferd. Das Tier ist ein Symbol für den verehrten Hussain.

Während des Fests beten und essen die Familien bereits ab dem Morgen zusammen. Das hat in Vechta Tradition. In diesem Jahr galten dabei allerdings Pandemie-bedingt besondere Hygiene-Regeln. Es kamen weniger Gläubige als in den Vorjahren üblich. Das Fest organisiert der Verein – mit Ausnahme von 2020 – immer am 11. Tag des Monats Muharram, dem 1. Monat im islamischen Mondkalender. Deshalb verschiebt sich der Feiertag im gregorianischen Kalender in jedem Jahr. 

 Ganze Familien zogen am Freitagabend durch die Stadt. Die Männer gingen zumeist getrennt von den Frauen. Foto: Chowanietz Ganze Familien zogen am Freitagabend durch die Stadt. Die Männer gingen zumeist getrennt von den Frauen. Foto: Chowanietz

Das Fest der Aschura hat für schiitische Muslime weltweit eine hohe Bedeutung. Bei ihm gedenken die Gläubigen dem Imam Hussain. Der Enkel des Propheten und 72 Gefolgsleute wurden nach der Überlieferung im Jahr 682 bei Kerbela im heutigen Irak von einem Heer des damaligen, brutal herrschenden Kalifen überfallen und getötet. Die Gläubigen sehen in dem Trauermarsch auch eine Demonstration gegen Gewalt und Ungerechtigkeit.

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