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"Schierenbacher Musikanten" sind unbezahlbar

Auf Gage verzichten die Bührener Frauen und Männer bei ihren Auftritten. Spenden werden hingegen gerne angenommen und weitergeleitet.

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Besinnlich: In der Cloppenburger Senioren-WG haben die Musiker eine Stunde lang auf das bevorstehende Fest eingestimmt. Foto: Thomas Vorwerk

Besinnlich: In der Cloppenburger Senioren-WG haben die Musiker eine Stunde lang auf das bevorstehende Fest eingestimmt. Foto: Thomas Vorwerk

Andächtige Zuhörer sind den "Schierenbacher Musikanten" gewiss, wenn sie in der Vorweihnachtszeit in Senioren-Einrichtungen spielen. "Adeste fideles" und "Gloria in Excelsis Deo" dürfen an einem solchen Tag nicht fehlen, aber auch moderne Arrangements haben die acht Frauen und Männer im Repertoire. Ihre Gage: leuchtende Augen, strahlende Gesichter und viele Worte des Dankes. "Geld nehmen wir nicht, wenn wir in Seniorenzentren spielen. Das machen wir aus Spaß an der Musik", sagt Ralf Witteriede.

Als "Weihnachtströten" hat alles vor 10 Jahren seinen Anfang genommen – wenn auch etwas holperig. Die Weihnachtsaktion eines Radiosenders wollten sie in Oldenburg auf dem Weihnachtsmarkt unterstützen. Werbematerial wurde ihnen allerdings versagt, was die Musiker nicht von ihrem Auftritt abgehalten hat und auch nicht davon, den Erlös wie geplant zu spenden. Der "Arbeitstitel" der Gruppe wird der Qualität ihrer Darbietungen nicht gerecht und so gab es alsbald die Umfirmierung zu den "Schierenbacher Musikanten".

Als Nebenprojekt des Musikvereins gegründet

Was das Oktett gemeinsam hat: Sie alle stammen aus dem Musikverein Bühren und dürfen für ihr Nebenprojekt auch Instrumente und Noten nutzen. Und dazu gehören nicht nur Weihnachtstitel. Die Umbenennung war auch deshalb sinnvoll, weil außerhalb der besinnlichen Zeit die Egerländer Musik im Fokus steht. Was aber das ganze Jahr gilt: Gewinne wollen Ralf Witteriede, Anita Witteriede, Amely Koch, Dieter Koch, Clemens Grawe, Konrad Lampe, Anita Lüske und Markus Grawe nicht machen. Sollten dennoch ein paar Scheine zugesteckt werden, wird der Betrag gespendet. Als Benefizkonzert wurde im Garten der Familie Witteriede auch schon zu Gunsten des örtlichen Kindergartens musiziert.

In einheitlichem Outfit reisen die Schierenbacher Musikanten zu ihren Konzerten an. Foto: Thomas VorwerkIn einheitlichem Outfit reisen die Schierenbacher Musikanten zu ihren Konzerten an. Foto: Thomas Vorwerk

In den Kreisen Vechta und Cloppenburg sind sie vornehmlich unterwegs, und dass sie sich jetzt das Haus Teresa in Vechta ausgesucht haben, hatte seinen Grund. In diesem Seniorenzentrum leben seit einiger Zeit Pastor Heinz Taphorn und seine Haushälterin Gertrud Lohmann. Taphorn hat viele Jahre als örtlicher Pfarrer in Bühren gewirkt und sich sehr über das Wiedersehen mit den Musikern gefreut. "Er war richtig begeistert und meinte, dass er am liebsten gleich wieder nach Bühren ziehen würde", so Witteriede. 

Mit eigenem Fahrer sicher auf Tour

Nach einer Stunde mit kirchlichen und weltlichen Stücken war ein Ortswechsel angesagt. Fahrer Peter Lamping, ebenfalls im Musikverein aktiv, verstaute die Instrumente ordnungsgemäß und kutschierte im zur Verfügung gestellten Bus die Gruppe nach Cloppenburg. Der Sohn einer Bewohnerin in der Senioren-Wohngemeinschaft unweit des ZOB hatte die Musikanten angesprochen und auch das Fahrzeug organisiert. An Unterstützung mangelt es den "Schierenbachern" auch sonst nicht. "Über viele Jahre konnten wir den Neunsitzer von der Firma Paletten Westerhoff kostenlos nutzen", sind Witteriede und seine Mitstreiter dankbar für das Sponsoring. Diesen Tournee-Bus gibt es allerdings nicht mehr.

Förderung kann in diesen Tagen aber auch ganz anders aussehen. Eine Apotheke in Langförden hat am Samstag kurzfristig für die Busbesatzung ihr Testfenster geöffnet. "Wir sind zwar alle mittlerweile sogar geboostert, aber für die Auftritte wollten wir auf Nummer sicher gehen. Zumal es ja in Senioreneinrichtungen ging." Die könnten auch im Sommer wieder das Ziel sein, denn die "Schierenbacher Musikanten" arbeiten schon an ihrem Tourplan für das kommende Jahr.

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