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Scheune Meistermann erweitert die Ausstellungsfläche auf dem Heimathof

Alte Handwerksberufe wie Schmied, Stellmacher, Zimmermann und Schlachter werden in dem Gebäude dargestellt. Im Laufe dieses Jahres soll das Ergebnis der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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Leben und Arbeiten in früheren Zeiten: Franz-Josef Göttke im Schmiedebereich der Scheune Meistermann. Foto: Heinzel

Leben und Arbeiten in früheren Zeiten: Franz-Josef Göttke im Schmiedebereich der Scheune Meistermann. Foto: Heinzel

Zangen, Hämmer, Hobel, Bohrer und Beile hängen an den Wänden der Scheune Meistermann auf dem Gelände des Heimatvereins Bakum am Pastors Busch. Franz-Josef Göttke, der Vorsitzende des Vereins, und sein Team sind dabei, das Gebäude aus dem Jahr 1722 in einen Ausstellungsraum zu verwandeln. Dort sollen weitere Handwerksberufe veranschaulicht werden, und zwar der des Schmiedes, des Stellmachers, des Zimmermanns und des Schlachters. Bei Letzterem dreht sich alles um die Hausschlachtung. In diesem Bereich plant Göttke, Screenshots aus einem Film des Heimatvereins zu verwenden, um diese Prozedur darzustellen.

Schmied und Stellmacher hatten etwa bei der Produktion von Rädern zusammengearbeitet, berichtet Franz-Josef Göttke. Der Stellmacher fertigte das Rad an, das dann durch einen Eisenreifen zusammengehalten wurde. Den Eisenreifen anzubringen, war die Aufgabe des Schmiedes. „Das war eine Kunst für sich“, meint der Vereinsvorsitzende. Das Eisen müsse heiß sein, wenn man es aufzieht, so dass es sich beim Erkalten zusammenziehen kann und anschließend perfekt auf das Wagenrad passt. Der Rüstringer Heimatverein zitiert in Bezug auf die beiden Berufe den alten Spruch: „De Schmid is dän Stellmaker sein Broer.“

Hausschlachtung wird ein Bereich in der Scheune Meistermann sein. Anhand von Bilder soll der Prozess erläutert werden.
Foto: Heinzel
Die Werkzeuge eines Schmiedes samt, Esse, Blasebalg und Amboß zeigt diese Ecke.
Foto: Heinzel
Direkt neben dem Schmied die Arbeit eines Stellmachers und Zimmermanns.
Foto: Heinzel
Im Obergeschoss des Backhauses können Besucher die Verarbeitung von Wolle nachvollziehen. Hier das Ergebnis: Ein Rümpken
Foto: Heinzel
Der Beginn der Produktionskette im Bereich Wolle.
Foto: Heinzel
Ebenfalls im Backhaus ist die Schau Von Flachssamen zum Leinenhemd zu sehen.
Foto: Heinzel

Damit erweitert der Heimatverein seine bereits existierende Ausstellung. Auf dem Heimathof gehe es darum, „Leben und Arbeiten wie in früheren Zeiten“ zu zeigen und zu dokumentieren. Im Obergeschoss des Backhauses gibt es bereits zwei Dokumentationen. Dort wird gezeigt, wie aus dem Flachssamen ein Leinenhemd und aus Wolle ein Rümpken wird. Im Heuerhaus können die Berufe Schuster und Holzschuhmacher begutachtet werden. Letzterer sei „für Heuerleute oft ein Nebenerwerb gewesen“, erzählt Franz-Josef Göttke. Alle Ausstellungsstücke, die auf dem Heimathof zu sehen sind, stammten aus der näheren Umgebung, berichtet Franz-Josef Göttke und meint: „Die Menschen sind heute sensibler als früher und rufen bei uns an und bieten uns ihre alten Sachen an. Da sind wir sehr froh darüber, können aber natürlich nicht alles aufnehmen.“ Gelagert wurden die jetzt ausgestellten Gerätschaften im Heuerhaus, dessen Obergeschoss auch weiterhin als Lager genutzt werden soll.

Wer sich die Ausstellung ansehen möchte, sollte im Vorfeld einen Termin mit dem Heimatverein vereinbaren. Generell besuchten den Heimathof viele Gruppen, berichtet Göttke. Diesen Besucherstrom hat die Pandemie ausgebremst und noch haben sie keine Anmeldungen von Gruppen für dieses Jahr. Aber das kann ja noch kommen.

Entstehungsprozess: Das Innenleben der Scheune Meistermann nimmt Form an. Eine Kutsche soll dort auch eine neue Heimat finden. Foto: HeinzelEntstehungsprozess: Das Innenleben der Scheune Meistermann nimmt Form an. Eine Kutsche soll dort auch eine neue Heimat finden. Foto: Heinzel

Die ehemalige Scheune Meistermann stand bis 2019 im Bakumer Ortskern und wich dann dem Projekt eines Altenwohnheims. Seit ihrem Wiederaufbau auf dem Heimathof vervollständigt sie das Gebäude-Ensemble mit seinen nun sechs Häusern. Dabei stammen die vier Hauptgebäude aus vier Jahrhunderten. Das Heimathaus, die ehemalige Schule, ist von 1950, das Backhaus von 1811, die Scheune Meistermann von 1722 und das älteste Gebäude der Gemeinde Bakum, das Heuerhaus, stammt von 1698. In Letzterem kann auch geheiratet werden – das haben in diesem Jahr 26 Brautpaare geplant. Daneben gibt es noch die Wagenremise und das Bienenhaus.

Nächster Termin: Maibaumsetzen auf dem Heimathof

Doch nicht nur sie werden nach der Pandemie den Heimathof wiederbeleben. Als nächstes ist das traditionelle Maibaumsetzen geplant. Am 30. April (Samstag) gegen 19 Uhr werden Vertreter der Bauerschaften Elmelage und Hausstette den Baum aufrichten. Der Musikverein Bakum sorgt dabei für die musikalische Untermalung.

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