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Schemder Weg in Steinfeld: Pflaster sorgt für Irritationen

Fußgänger und Radfahrer halten den ausgebauten Straßenabschnitt fälschlicherweise für einen Geh- und Radweg. Die Gemeinde will nun mit einer "klarstellenden Beschilderung" reagieren.

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Ein Sicherheitsrisiko: Fußgänger und Radfahrer identifizieren den gepflasterten Teil des Schemder Wegs fälschlicherweise als Geh- und Radweg. Die Gemeinde will nun Hinweisschilder aufstellen.   Foto: Timphaus

Ein Sicherheitsrisiko: Fußgänger und Radfahrer identifizieren den gepflasterten Teil des Schemder Wegs fälschlicherweise als Geh- und Radweg. Die Gemeinde will nun Hinweisschilder aufstellen.   Foto: Timphaus

Als Reaktion auf die fortschreitende Wohnbauentwicklung im Steinfelder Süden hatte die Gemeinde im Winter 2019/20 den Schemder Weg ausbauen lassen. Die Verbreiterung des etwa 600 Meter langen Straßenabschnitts in Pflasterbauweise von der Dammer Straße bis zur Wertstoffsammelstelle sorgt immer wieder für Irritationen, wie jüngst während einer CDU-Versammlung in der Schützenhalle von Anwohnern angemerkt wurde.

Fußgänger und Radfahrer identifizieren das Pflaster demnach als Geh- und Radweg und nutzen den Fahrbahnteil entsprechend, hieß es auf der Versammlung. Die UWG/SPD-Gruppe im Steinfelder Rat hatte zudem mehrfach auf Baumängel an der Fahrbahn hingewiesen.

Der Ausbau des Schemder Wegs war zunächst mit 314.000 Euro veranschlagt. Letztlich kosteten die Arbeiten die Gemeinde nach eigenen Angaben jedoch nur circa 218.805 Euro.

Risse, Brüche und mehr: Bereits im April 2021 hatte die UWGSPD-Gruppe auf Schäden beim Ausbau des Schemder Wegs hingewiesen. Die Gemeinde bewertet sie hingegen als kleine Mängel, die noch in diesem Jahr beseitigt werden sollen.   Foto: TimphausRisse, Brüche und mehr: Bereits im April 2021 hatte die UWG/SPD-Gruppe auf Schäden beim Ausbau des Schemder Wegs hingewiesen. Die Gemeinde bewertet sie hingegen als "kleine Mängel", die noch in diesem Jahr beseitigt werden sollen.   Foto: Timphaus

Zur irrtümlichen Nutzung von Teilen der Fahrbahn als Geh- und Radweg heißt es aus dem Rathaus auf Anfrage: "Die Pflasterbauweise wurde gewählt, weil sich an der ausgebauten Straßenseite die Leitungen der Versorgungsunternehmen befinden, die nicht mit einer geschlossenen Fahrbahndecke überbaut werden dürfen.
Um hier in Zukunft sicherzustellen, dass diese Straßenseite nicht als Gehweg angesehen wird, soll eine klarstellende Beschilderung erfolgen."

Nun zu den Baumängeln: Die Opposition hatte bereits im April dieses Jahres auf diverse Schäden am Schemder Weg hingewiesen. In einer Fotodokumentation zeigte Ratsherr Christian Katzer (UWG) auf, dass der Straßenanschluss schon kurze Zeit nach Fertigstellung einige Risse und Brüche aufwies und mehrere Absenkungen im Pflaster erkennbar waren. Weiter waren auf den Bildern gebrochene Pflastersteine, fehlende Mulden für Regenwasser im Seitenraum, Versackungen im Pflaster, in denen sich Regenwasser sammelt, sowie andere Schäden zu sehen.

Baumängel sollen zeitnah beseitigt werden

In den Folgemonaten erinnerten Katzer und der UWG/SPD-Gruppenvorsitzende Heinrich Luhr während der Sitzungen der politischen Gremien mehrfach an die Schäden. Sie schlugen eine Begutachtung durch den Umwelt-, Straßen- und Wegeausschuss vor und regten überdies eine Erörterung im Bau-, Planungs- und Wirtschaftsförderungsausschuss an.

Die Verwaltung antwortete in den Sitzungen jeweils, dass die Mängel beim Ingenieurbüro Frilling + Rolfs sowie der Firma Wübker angemahnt worden seien. Eine Beratung sei nicht erforderlich, da es sich um ein Geschäft der laufenden Verwaltung handle.

Auf Anfrage von OM Online heißt es aus dem Steinfelder Rathaus, der Ausbau sei ordnungsgemäß erfolgt. "Die aufgetretenen kleinen Mängel sind reklamiert worden und sollen zeitnah noch in diesem Jahr beseitigt werden."

Hecke an geplanter Kita-Fläche kommt später

Generell beurteilt die Gemeindeverwaltung den Schemder Weg "bei entsprechender Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer" als gut ausgebaut. Erläuternd heißt es dazu: "Insgesamt wurde der Ausbau vorgenommen, um der Verkehrssituation mit den verschiedensten Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden. Im Bereich der geplanten Kita-Fläche am Eingang des neuen Wohnbaugebietes steht noch die Befestigung des Seitenraumes beziehungsweise die Abgrenzung zum Geh- und Radweg mit einer Hecke aus. Dies kann aber erst erfolgen, wenn die Bauarbeiten zum Neubau der Kita (geplant 2022) aufgenommen beziehungsweise fortgeschritten sind."

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