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Schauspieler eröffnet Löninger Grundschülern die Theaterwelt

Stephan Möller-Titel und Regisseur Gero Vierhuff touren mit "Gullivers Reisen" durch Löningens Grundschulen. Auf Einladung des Kunst- und Kulturvereins zeigen die Profis, worauf es ankommt.

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Die Illusion ist perfekt: Mit dem passenden Bühnenbild wird Stephan Möller-Titel vom Menschen zum Liliputaner. Foto: Wienken

Die Illusion ist perfekt: Mit dem passenden Bühnenbild wird Stephan Möller-Titel vom Menschen zum Liliputaner. Foto: Wienken

Allein auf der Bühne und das in verschiedenen Rollen: Stephan Möller-Titel ist mal "groß" und mal "klein": Als Ein-Mann-Ensemble hat er den Kindern der Gelbrinkschule die Geschichte von "Gullivers Reisen" von Autor Jonathan Swift nähergebracht. Auf Einladung des Löninger Kunst- und Kulturvereins ist er zusammen mit seinem Kollegen und Regisseur Gero Vierhuff durch die Grundschulen der Stadtgemeinde getourt. Neben der Aufführung ihres Stückes gaben die beiden außerdem einen kleinen Theaterworkshop für die Nachwuchsschauspieler.

"Mit dem Projekt wollen wir die Kinder für die Theaterwelt begeistern. Zwar gibt es hier in der Umgebung auch genügend Gruppen von Laiendarstellern, die ein Programm für Kinder anbieten. Mit einem professionellem Schauspieler hat das Ganze aber nochmal eine andere Qualität", findet Sonja Siemer, Leiterin der Theatergruppe an der Gelbrinkschule. Solche Workshops und Angebote für Kinder solle es in Zukunft auch im Hasetheater geben, wenn die Förderung dafür gegeben sei, so Siemer.

Im Stück heuert Stephan Möller-Titel als Gulliver als Wundarzt auf einem Schiff an. Doch dann gerät das Schiff in einen schweren Sturm. Gulliver erleidet Schiffbrauch,  erreicht einen Strand und schläft dort ein. Als er aufwacht, findet er sich an Armen, Beinen und Haaren mit Schnüren an den Boden gefesselt. Kleine Winzlinge klettern auf seinem Körper herum. Als er sich befreien kann, feuern die Winzlinge Pfeile auf ihn ab. Daraufhin beschließt er, sich besser ruhig zu verhalten.

Liliputaner sprechen Plattdeutsch in Möller-Titels und Vierhuffs Version

Die Liliputaner bringen ihm zu essen und zu trinken und ziehen ihn auf einem Holzrahmen in ihre Stadt, wo er wieder angekettet wird. Gulliver bittet den Kaiser der Liliputaner, ihn freizulassen, was dieser ihm jedoch verwehrt. Stattdessen sacken die Liliputaner Gullivers Sachen ein und nehmen ihm seine Waffen ab. Fortan soll er dem Kaiser und den Winzlingen insbesondere im Kriegsfall zu Diensten sein. So nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Wenn Möller-Titel im Stück als Liliputaner agierte, wechselte er beim Sprechen ins Plattdeutsche. Das sorgte zu Beginn noch etwas für Verwirrung bei den Grundschülern, aber je länger sie zuschauten und auf Mimik und Gestik achteten, desto besser konnten sie das Gesprochene aus dem Kontext verstehen. Zur Einführung der Sprache gab es zudem ein kleines Ratespiel für die Kinder: "Könnt ihr mir sagen, was eine 'Luusangel' ist?", fragte Stephan Möller-Titel sie zum Beispiel. Nach einigem Hin und Her erfuhren die Grundschüler schließlich, dass die wörtlich übersetzte Läuse-Angel nichts anderes als ein Kamm sei. Diesen trug Gulliver später im Stück bei sich.

"Es ist immer wieder schön, vor Kindern zu spielen. Sie sind die ehrlichsten Kritiker."Stephan Möller-Titel

Befand sich Gulliver im Dialog mit einem der Liliputaner, wurde aus dem Schauspieler Stephan Möller-Titel schnell ein Puppenspieler. So schnappte er sich eine Pudelmütze, die kurzerhand zu einem sprechenden Liliputaner wurde. Damit war die Illusion eines Zwiegesprächs perfekt und auch die Kinder erkannten dies an. "Es ist immer wieder schön, vor Kindern zu spielen. Sie sind die ehrlichsten Kritiker. Wenn ihnen etwas nicht gefällt, zeigen sie dir das auch. Den Eindruck hatte ich heute aber nicht", resümierte Möller-Titel lachend. Denn das Stück zeige schließlich auch, wie vielseitig die Schauspielerei sein könne. 

Nach der Aufführung hatten die Kinder Zeit, Fragen an die beiden Profis zu stellen: Warum Stephan denn alleine auf der Bühne sei, wollten viele der Jungen und Mädchen wissen. "Nun, wir haben unser Stück so aufgebaut, dass wir der Fantasie der Zuschauer viel Raum geben können. Die Geschichte ist dadurch nicht komplett zu Ende erzählt, sondern geht in euren Köpfen weiter", erklärte Regisseur Gero Vierhuff. Nach der Fragerunde und einer kurzen Pause durften die Mitglieder der Theater-AG an einem Workshop teilnehmen und einige professionelle Schauspielübungen ausprobieren. So sind sie sicher für den nächsten großen Auftritt auf der Bühne gewappnet.

Mit vollem Körpereinsatz: Nur mit wenig Requisiten schafft es Stephan Möller-Titel die Kinder in Gullivers Abenteuer zu ziehen. Foto: WienkenMit vollem Körpereinsatz: Nur mit wenig Requisiten schafft es Stephan Möller-Titel die Kinder in Gullivers Abenteuer zu ziehen. Foto: Wienken

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