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Scharreler verdient seine Brötchen auf Youtube

Paul Kramer ist umtriebig. Eigentlich ist er gelernter Fleischer, hat auch schon Lastwagen gefahren. Heute testet er Waren und lädt dazu Videos im Internet hoch. Davon kann er inzwischen leben

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In seiner Garage: Paul Kramer mit den neuesten Produkten, die er auf seinem Youtube-Kanal bewertet, darunter diverse Elektrogeräte, ein E-Bike und ein Ofenventilator.Foto: Fertig

In seiner Garage: Paul Kramer mit den neuesten Produkten, die er auf seinem Youtube-Kanal bewertet, darunter diverse Elektrogeräte, ein E-Bike und ein Ofenventilator.Foto: Fertig

Als Influencer würde er sich nicht bezeichnen, sagt Paul Kramer. Denn um ihn als Persönlichkeit gehe es in seinen Videos nicht. Im Vordergrund stehen die Produkte, die er bewertet. Das macht der 37-Jährige, der mit seiner Familie in Scharrel wohnt, seit 2016. Mittlerweile verdient er damit seinen Lebensunterhalt. 1463 Videos hat er auf seinem Youtube-Kanal im Internet als „Onkel Kramer“ hochgeladen.

Der Kanal hat über 46000 Abonnenten. Beruflich ist Paul Kramer umtriebig. Geboren im Osten Deutschlands und aufgewachsen im Ammerland erlernte er den Beruf des Fleischers und fuhr zehn Jahre lang Lastwagen im Fernverkehr. Auch eine Stretchlimousine zum Vermieten hat er sich angeschafft und sie, wie er sagt, gerade noch rechtzeitig vor dem Corona-Lockdown verkauft. Sein neuestes Standbein sind Snack-Automaten. Von denen hat er vier Stück aufgestellt, weitere sollen folgen.

Ein Video alleine bringt kaum Geld

Doch sein Haupteinkommen verdient Kramer als Youtuber. „Die Masse macht‘s“, erklärt der Saterländer. Von einem Video werde man nicht reich, aber da er eines pro Tag drehe und hochlade, könne er davon leben. Im ersten Jahr produzierte er jeden Tag drei Filme – und verdiente trotzdem nicht gleich Geld. Geld bekommt er von Google wegen der Werbung, die neben den Videos läuft. Wie viel, hängt davon ab, wie oft die Filme angeklickt werden. Von Amazon gibt es Geld, wenn Leute, nachdem sie Kramers Videos gesehen haben, den Amazon-Link anklicken und das Produkt kaufen.

Das Wichtigste sei, dass er sich von keinem Hersteller bezahlen lasse, dessen Ware er vorstelle, erläutert Kramer. Dann sei er nicht glaubwürdig. Manche Produkte bekommt er kostenlos. Auch da schildere er ehrlich, wenn etwas nicht so gut funktioniert. Aber die meisten Waren kauft der Youtuber auf eigene Rechnung. Dafür zahle er pro Monat zwischen 2000 und 3000 Euro, sagt er. Doch es komme ja auch Geld rein.

„Welches Video Erfolg hat, ist nicht absehbar.“Paul Kramer 

Das größere Problem sei, dass die Sachen sich mittlerweile bei ihm stapeln. Weiter verkaufen will er sie nicht, weil er als Gewerbetreibender Garantie darauf geben müsse. „Eigentlich braucht man gar nicht viel“, sinniert er. Ein Ende seiner Youtube-Karriere sieht Kramer trotzdem nicht. „Es gibt immer wieder etwas Neues.“ Welches Video Erfolg hat, sei nicht absehbar. Manches werde oft angesehen, anderes nur von wenigen Leuten, die aber gezielt nach einem Test im Internet gesucht hätten, und das Produkt dann auch kauften, schildert er seine Erfahrungen.

Der Scharreler testet vor allem Elektro- und Haushaltsartikel. Im Sommer will er mit seiner Ausrüstung und den Waren in eine Halle nach Ramsloh ziehen. Damit bei ihm zu Hause wieder mehr Platz ist.

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