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Saterländer votieren gegen Biogasanlagen am C-Port

Beim Bürgerentscheid im Saterland haben fast 85 Prozent der Abstimmenden deutlich gemacht, dass sie den Bau der Mist und Gülle verarbeitenden Anlagen am C-Port ablehnen.

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Dauemen hoch: Die Initiatoren des Bürgerentscheids (von links) Thomas Bickschlag, Carsten Ambacher und Walter Hußmann freuen sich über das Ergebnis der Abstimmung. Foto: Passmann

Dauemen hoch: Die Initiatoren des Bürgerentscheids (von links) Thomas Bickschlag, Carsten Ambacher und Walter Hußmann freuen sich über das Ergebnis der Abstimmung. Foto: Passmann

Das Ergebnis im Saterland ist deutlich: In allen Wahlbezirken haben mehr als 80 Prozent der Abstimmenden beim Bürgerentscheid gegen den Bau von Mist- und Gülle verarbeitenden Anlagen am C-Port gestimmt. Und anders als beim Urnengang in Barßel vor 14 Tagen wurde im Saterland auch das Quorum von 20 Prozent der Wahlberechtigten erreicht: 4.355 Abstimmende (38,74 Prozent) nahmen an der Abstimmung teil. 3.692 davon (84,95 Prozent) stimmten dafür, dass die Gemeinde keine in ihren Zuständigkeitsbereich fallende Genehmigung für die geplanten Anlagen am C-Port erteilen darf. 2.157 Stimmen hätten ausgereicht.

Entsprechend erleichtert reagierte Walter Hußmann, einer der Initiatoren des Bürgerentscheids, auf das Ergebnis. "Es ist eindeutig, dass die Bürger etwas gegen die Anlagen haben", sagte er. "Diese Aussage hätte man schon vor einem Jahr haben können." Damals hatten SPD und Grüne eine Bürgerbefragung zu dem Thema angeregt, die CDU hatte dies mit ihrer Mehrheit im Rat abgelehnt. 

Bürgermeister Otto freut sich am meisten über die hohe Wahlbeteiligung und das deutliche Ergebnis. "Ich denke, dass die Bürger es honoriert haben, dass sie eingebunden wurden", sagt er. "Faktisch ersetzt das den Weisungsbeschluss, den ich schon vor eineinhalb Jahren haben wollte." Insgesamt zeige das Ergebnis, dass man die Bürger bei derart strittigen Themen früher einbinden sollte.

Konkrete Auswirkungen hat das Votum derzeit nicht

Am höchsten ist die Ablehnung der Anlagen im Gemeindeteil Sedelsberg. Hier stimmten über 90 Prozent für die Forderung des Bürgerentscheids. Sedelsberg liegt von den Saterländer Ortschaften am nächsten am C-Port, die Angst vor Geruchs- und Verkehrsbelästigung sowie vor einer Verschmutzung der Sagter Ems ist hier am größten. 

Konkrete Auswirkungen hat der Erfolg des Bürgerentscheids zunächst nicht. Zwar darf der Gemeinderat jetzt keine Genehmigungen mehr erteilen, die zum Bau der Anlagen erforderlich sind. Allerdings stehen solche Genehmigungen auch nicht mehr an. Ob der Gemeinderat im weiteren Verlauf des Projektes noch gefragt ist, wird sich nach der Entscheidung der zuständigen Behörden über den vorliegenden Bauantrag der Firma Revis zeigen.

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