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Sammler zeigt Essen auf 120 Postkarten

Klaus Hörsting hat einen Bildband zur Geschichte und Entwicklung des Ortes herausgebracht. Darunter befinden sich auch mehr als 100 Jahre alte Motive.

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Klaus Hörsting in seinem Reich: Aus seinem Fundus hat der Kfz-Meister jetzt 120 Postkarten und kolorierte fotorealistische Ansichtskarten ausgewählt und in einem Bildband veröffentlicht. Foto: Willi Siemer

Klaus Hörsting in seinem Reich: Aus seinem Fundus hat der Kfz-Meister jetzt 120 Postkarten und kolorierte fotorealistische Ansichtskarten ausgewählt und in einem Bildband veröffentlicht. Foto: Willi Siemer

Einen wahren Schatz an Ansichten von Essen und Umgebung hat Klaus Hörsting für sein neues Buch „Impressionen aus Essen“ zusammengetragen. Der ebenso leidenschaftliche wie kundige Heimatsammler und Forscher hat aus dem Fundus von über 1000 unterschiedlichen Motiven auf Post- und Ansichtskarten seiner Heimatgemeinde 120 Fotos und Zeichnungen ausgewählt und in einem 60-seitigen Fotoband, versehen mit vielen Informationen, veröffentlicht. Das Buch verkauft er unter anderem in seinem Betrieb. Das im Isensee Verlag in Oldenburg erschienene Werk ist zum Preis von 12,90 Euro auch im Buchhandel erhältlich.

Titelseite: Sieben Motive sind zu einer Kollage zusammengefasst worden. Neben einem Straßenzug der Essener Altstadt“ (oben re.) auch die Flerlagsche Mühle an der Mühlenhase“ (Mitte, links).Titelseite: Sieben Motive sind zu einer Kollage zusammengefasst worden. Neben einem Straßenzug der „Essener Altstadt“ (oben re.) auch die Flerlagsche Mühle an der „Mühlenhase“ (Mitte, links).

Der 72-Jährige schreibt in seiner Einleitung über „den neuen Blick auf die Geschichte der Gemeinde“ und auf viele markante Gebäude. Diesen selbst gestellten Anspruch erfüllt der Kfz-Meister mit seiner sehenswerten Auswahl. Insbesondere die vielen in den Fotos sichtbar werdenden Entwicklungen der Kommune in der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts geben einen guten Überblick über diese prägende Epoche der Kommune im Alten Amt Löningen. Das Gros der Darstellungen stammt aus der Zeit vor und nach der Jahrtausendwende. Aus dem reichen Fundus hat der Sammler, unterstützt von Dr. Theo Flerlage, neben den klassischen Postkarten auch die damals beliebten und verbreiteten kolorierten fotorealistischen Zeichnungen ausgewählt, die mit mehreren Motiven auf einer Karte dargestellt wurden. Noch bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg hätten Post- und Ansichtskarten eine ungleich größere Bedeutung gehabt als heute.

Hörsting trägt schon seit Jahrzehnten alles zusammen, wo Essen draufsteht

„Fotografien hat es in Tageszeitungen so gut wie überhaupt nicht gegeben und die wenigsten Familien verfügten über Fotoapparate“, so Hörsting. Daher sei man auf Postkarten als Darstellungen der eigenen Umgebung angewiesen gewesen, so Hörsting. Heute gebe es nicht einmal eine Hand voll Essener Motive auf derartigen Bildkarten. Da Hörsting schon seit Jahrzehnten Material mit Essener Themen in seinem 150 Quadratmeter großen Privatarchiv zusammenträgt,   hat er auch einige der schönsten Exemplare aus seiner Sammlung von Rechnungsbögen von Essener Unternehmen ebenfalls veröffentlicht. Verglichen mit den heutigen Bögen mit klarer Schrift und einem Logo waren vor über 100 Jahren aufwendig gestaltete Rechnungsköpfe alltäglich und sozusagen die Visitenkarte.

Die Auswahl der Karten im Buch umfasst die gesamte Gemeinde und auch die Ortsteile

Die Auswahl seiner Karten im Buch umfasst die gesamte Gemeinde und auch die Ortsteile. Neben Gebäuden wie der St.-Bartholomäus-Kirche, dem Kirchplatz, der früheren Villa Meyer und späteren Rathaus, dem Bahnhof, dem damaligen Krankenhaus St.-Leo-Stift, der höheren Bürgerschule, der katholischen Volksschule und der Essener Altstadt mit ihren Straßenzügen waren Ansichten von Gaststätten und Ausflugslokalen beliebte Motive.

Die Bilder von etlichen Gebäuden verraten durch ihre Bezeichnungen viel über den damaligen Zeitgeist. So gab es 1910 die Restauration „Zur Deutschen Eiche“, wurde die Friedhofskapelle in den 30er Jahren noch als „Kriegergedächtnishalle“ bezeichnet und erinnerte der Name der Gaststätte „Haus New York“ zwischen Essen und Quakenbrück vor dem Ersten Weltkrieg an die Sammelstelle für Soldaten und Abenteurer auf ihrem freiwilligen oder durch die Fürsten erzwungenen Weg nach Nordamerika. Dass Essen einmal Grenzgemeinde zwischen dem Herzogtum Oldenburg und dem bis 1867 existierenden Königreich Hannover war, daran erinnert die Mühlenhase als Grenzfluss oder die Bottermann-Brücke bei Quakenbrück. Für den Grenz-Schlagbaum in der Mitte war der Bauer Bottermann zuständig.

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