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Runder Tisch Lohne initiiert Sprachkurs für Ukrainer im Jugendtreff

Mehr als 15 Teilnehmer, fast ausschließlich Frauen, lernen seit Mitte April die deutsche Sprache. Ala Luft ist eine durchaus strenge Lehrerin, die großen Wert auf die Aussprache und die Artikel legt.

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Eine durchaus strenge Pädagogin: Deutschlehrerin Ala Luft achtet sehr auf die korrekte Aussprache und die richtige Verwendung der Artikel. Aber auch der Humor kommt im Unterricht der 40-Jährigen nicht zu kurz.    Foto: Timphaus

Eine durchaus strenge Pädagogin: Deutschlehrerin Ala Luft achtet sehr auf die korrekte Aussprache und die richtige Verwendung der Artikel. Aber auch der Humor kommt im Unterricht der 40-Jährigen nicht zu kurz.    Foto: Timphaus

Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Dieser Satz prägt die Debatte in Deutschland. Um den Flüchtlingen des Ukraine-Kriegs ein selbstbestimmtes Leben und die uneingeschränkte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen, hat der Runde Tisch für Integration und Völkerverständigung in Kooperation mit dem Jugendtreff einen Sprachkurs für Ukrainerinnen und Ukrainer ins Leben gerufen.

Die stellvertretende Vereinsvorsitzende Kerstin Sommer informiert während eines Unterrichtsbesuchs über die Initiative. Sie betont die exzellente Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff und Ahmad Mukdad. Der Syrer ist als Integrationshelfer in der Institution tätig. Als Lehrerin fungiert Ala Luft, die auch beim vor etwa 1 Jahr initiierten Sprachkursus für Osteuropäer im Einsatz war.

Der damalige Kurs bildete laut Sommer den Grundstock für die schnelle Umsetzung des jetzigen Unterrichts. "Die Infrastruktur war bereits geschaffen", formuliert es die Lohnerin. Der Runde Tisch übernimmt die Ausstattung mit Lernmitteln und die Unterrichtskosten.

Reger Zulauf: Der Kurs ist auf 15 Teilnehmer ausgelegt. Registriert sind aber schon 20.    Foto: TimphausReger Zulauf: Der Kurs ist auf 15 Teilnehmer ausgelegt. Registriert sind aber schon 20.    Foto: Timphaus

Seit Mitte April findet der Deutschunterricht zweimal in der Woche, mittwochs und donnerstags, im Jugendtreff statt. Die Nachfrage ist groß. "Eigentlich ist der Kurs auf 15 Teilnehmer ausgelegt. Wir haben aber derzeit etwa 20 Personen registriert", berichtet Mukdad.

Sommer sagt, dass der Runde Tisch im Austausch mit dem Ludgerus-Werk stehe. Dort findet ebenfalls bereits ein Deutschkurs für die Schutzsuchenden aus der Ukraine statt. Der Runde Tisch plane, so die stellvertretende Vorsitzende, in Kürze gemeinsam mit Partnern einen weiteren Kurs zu finanzieren. "Die Menschen sollen so schnell wie möglich am Alltag teilnehmen können."

Russisch als gemeinsame Sprachbasis

Im Unterrichtsraum herrscht eine konzentrierte Atmosphäre. Ala Luft bestätigt oder verbessert die Aussprache der Teilnehmer; fast ausschließlich Frauen. Die Dozentin der Volkshochschule Vechta ist eine durchaus strenge Pädagogin, die großen Wert auf die korrekten Artikel legt. "Im Ukrainischen und Russischen gibt es das nicht. Das Bewusstsein muss deshalb wachsen", erklärt Luft.

Die 40-Jährige, die aus Belarus stammt und seit 2003 in Deutschland lebt, gibt zu, dass sie anfangs leichte Bauchschmerzen gehabt habe, ob des Russischen als gemeinsame Sprachbasis. Doch die Kommunikation funktioniert – und es wird sogar gelacht. "Das gehört unbedingt dazu", sagt Luft.

Mit Bildkarten von Alltagsgegenständen schult sie die Teilnehmerinnen, die zwischen 18 und Mitte 60 sind. Permanent klingen Wörter durch den Raum. Die Wiederholung der Begriffe, die Luft vorstellt, ist den Deutschlernenden bereits in Fleisch und Blut übergegangen.

Der Sprachkurs ist vorerst auf 6 Monate ausgelegt. Sommer kündigt an, dass im Mai ein "Café der Nationen" mit dem Fokus auf die Ukraine geplant sei. "Dann können die Teilnehmerinnen erste Sätze sprechen."

Die Teilnehmerinnen lauschen konzentriert den Ausführungen der Deutschlehrerin. Foto: TimphausDie Teilnehmerinnen lauschen konzentriert den Ausführungen der Deutschlehrerin. Foto: Timphaus

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