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Runder Stein gibt Besitzern Rätsel auf

Vor einem halben Jahrhundert hat Josef Gabriel in Halen das faustgroße Exemplar gefunden. Es war warm, als er es auf einem Feld aufgehoben hat, berichtet die Tochter. Vielleicht ist es ein Meteorit.

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Rund und schwer: Die Oberfläche glänzt nicht zuletzt, weil der Stein von seinem Finder nahezu täglich in die Hände genommen wurde. Für einen offiziellen Test müsste man das Stück beschädigen, was Tochter und Schwiegersohn nicht wollen. Foto: Thomas Vorwerk

Rund und schwer: Die Oberfläche glänzt nicht zuletzt, weil der Stein von seinem Finder nahezu täglich in die Hände genommen wurde. Für einen offiziellen Test müsste man das Stück beschädigen, was Tochter und Schwiegersohn nicht wollen. Foto: Thomas Vorwerk

Ein leuchtender Strich am Himmel sei es gewesen, der Josef Gabriel vor ein paar Jahrzehnten den Weg wies. Am Ende der mittlerweile erloschenen Spur fand er einen faustgroßen Klumpen auf dem Feld in Halen, der sogar noch warm war. So erinnert sich seine Tochter an die Erzählungen ihres Vaters. Getestet worden ist dieser Stein nie, doch sie ist fest davon überzeugt, dass es sich um einen Meteoriten handelt.

An den Ausführungen des Vaters wird nicht gezweifelt

Als in der vergangenen Woche über den verschollenen Meteoriten von Bissel in dieser Zeitung berichtet wurde, hat sich der Schwiegersohn an die Redaktion gewandt. Beide wollen namentlich nicht genannt werden, denn in erster Linie ist es die Neugierde, ob es sich tatsächlich um einen Gesteinsbrocken aus dem All handelt, der seit vielen Jahren auf dem Kaminsims liegt. Wobei: wirklichen Zweifel hegen sie nicht. „Mein Vater war eher zurückhaltend“, schildert die Tochter. Eine Geschichte aufzubauschen oder gar auszuschmücken, um sie interessanter zu machen, das sei nicht seine Art gewesen. Über Monate hätte er von dem Fund nichts erzählt, doch den „Stein“ nahm er immer wieder in die Hand und erst auf Nachfrage hat er von seinem Erlebnis berichtet.

Auf einen einfachen Magneten reagiert das Material nicht

Noch bevor das Internet die Standardsuche war, hatte die Tochter die Recherche aufgenommen und sich ein wenig in das Thema eingelesen. Eine hohe Wahrscheinlichkeit, einen Meteoriten gefunden zu haben, kann mittels eines Magneten bestätigt werden. Meteoriten enthalten in der Regel Eisen. Ein normaler Kühlschrankmagnet kann bereits Auskunft geben, stärkere Magneten liefern verlässlichere Ergebnisse. Bei diesem Exemplar reagiert der Pinwand-Magnet nicht, was aber die Geschichte nicht zerstört. Entweder ist der Magnet zu schwach oder es handelt sich um die seltenen Fälle von Meteoriten, die kein oder kaum Eisen enthalten. Bei Gesteinsbrocken von Mond und Mars ist dies der Fall.

Aufschluss könnte auch eine fachliche Untersuchung ergeben. Neben den Kosten schreckt das Ehepaar aber auch ab, dass das 251 Gramm schwere Stück zersägt werden könnte oder es gar auf dem Postweg verloren geht.

Auch ohne eine endgültige Gewissheit zu haben, wird ihr „Meteorit“ stets einen besonderen Platz behalten, denn für den Vater war es ein ganz besonderer Stein, von dem auch eine gewisse Strahl- beziehungsweise Anziehungskraft ausgegangen ist. „Sonst hätte er ihn nicht täglich in die Hand genommen“, ist sich die Tochter sicher.


Fakten: 

  • Die meisten Meteoriten sind Bruchstücke von Asteroiden.
  • Bis sie die Erde erreichen, können Millionen Jahre vergehen.
  • Etwa sechs bis sieben Niedergänge werden pro Jahr registriert.
  • Tatsächlich sind es deutlich mehr, aber die Gesteine werden nie gefunden, weil sie beispielsweise im Meer versinken oder unentdeckt über die Jahre zerfallen.
  • Der größte Meteorit wurde bislang in Namibia entdeckt und wiegt 50 bis 80 Tonnen.
  • In Deutschland wurde der Größte erst kürzlich gefunden und wiegt 30 Kilo.

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