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Rumänische Heimkinder aus Barati sind zu Besuch in Vechta

Anlass ist das 25-jährige Bestehen des Kinderheims in Rumänien. Unterstützt wird die Einrichtung durch den 2007 gegründeten Vechtaer Verein Kinderhilfe Rumänien.

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Ein volles Programm wartet auf den Besuch aus dem Kinderheim in Barati, das durch den Verein Kinderhilfe Rumänien unterstützt wird.   Foto: A. Heseding

Ein volles Programm wartet auf den Besuch aus dem Kinderheim in Barati, das durch den Verein Kinderhilfe Rumänien unterstützt wird.   Foto: A. Heseding

Simona Boboc ist 13 Jahre alt und lebt seit 2019 mit ihren beiden Geschwistern im Kinderheim „Casa de Copii Sf. Maria“ im rumänischen Barati. „Ich stehe jeden Morgen auf und weiß, das sich jemand um mich kümmert“, sagt sie über ihr Leben dort. „Erst im Kinderheim merkte Simona, was Kindheit bedeutet“, erzählt Andreas Heseding, der Kassenwart des Vereins Kinderhilfe Rumänien.

Das nach 3-jähriger Bauzeit 1997 eröffnete Heim wurde durch eine Initiative Vechtaer Bürger gegründet und seitdem unterstützt. Sie haben sich 2007 im Verein Kinderhilfe Rumänien zusammengeschlossen. Schwestern des französischen Assumptionistenordens betreuen aktuell sechs Wohngruppen mit jeweils acht Bewohnern. Eine Werkstatt dient als Ausbildungs- und Arbeitsplatz für die Jugendlichen.

Simona Boboc und einige andere Kinder und Jugendliche sind aktuell zum 25-jährigen Jubiläum des Kinderheims zu Besuch in Vechta. Das Programm steht: Bis zum Ende der Woche geht es auf eine Radtour rund um die Kreisstadt, zum Tierpark Thüle, nach Bremen und nach Butjadingen an der Nordsee. Auf die Küste freue sich Simona Boboc ganz besonders.

Mit einem Gottesdienst wurde die rumänische Delegation begrüßt.  Foto: A. HesedingMit einem Gottesdienst wurde die rumänische Delegation begrüßt.  Foto: A. Heseding

Am Sonntag gab es zur Begrüßung der Delegation aus Rumänien einen Gottesdienst mit anschließendem Fest im Pfarrheim Maria Frieden. Die rumänischen Gäste hatten dafür ein kleines Programm zusammengestellt und seit Februar einstudiert. Bei der Organisation teilten sich die KAB, Kolping, die Rumänienhilfe und der Frauenbund die Aufgaben während der Feier. Kaplan Cosmin Croitoru hielt eine kurze und berührende Rede. Der Geistliche kam 1998 als 11-Jähriger in das Kinderheim in Barati, das demnach einen Ort der „Liebe, des Schutzes, der Sicherheit und elterlicher Fürsorge“ biete. Pastor Richard Büssing sei „der Motor des Projekts“ und habe es damals verstanden, diesen Traum seiner Gemeinde zu vermitteln. Im Laufe der vergangenen 25 Jahre hätten schätzungsweise 200 Kinder und Jugendliche von der Wärme des Heimes profitieren können, sagt Cosmin Croitoru. Anschließend hielt Detlef Kowalski, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Kinderhilfe Rumänien, ebenfalls eine kurze Rede. Es sei an der Zeit, Danke zu sagen, vor allem den Menschen im Hintergrund – allen Unterstützern und Helfern, die mit ihrem „Mut, Tatendrang, Organisationstalent und unbändigen Willen“ das Projekt immer wieder vorangebracht hätten – auch dazu diene das Fest im Pfarrheim.

Melania Kusztra sang gleich zu Beginn das Lied Ich bin ein hübsches Mädchen“ – ein rumänisches Kindergartenlied. Foto: HeinzelMelania Kusztra sang gleich zu Beginn das Lied „Ich bin ein hübsches Mädchen“ – ein rumänisches Kindergartenlied. Foto: Heinzel

„Lassen Sie sich anstecken von der rumänischen Kultur“, meinte Detlef Kowalski zum Start der Aufführung, die die rumänischen Kinder vorbereitet hatten. Und ansteckend war die Vorführung. Es wurde mitgeklatscht und -gepfiffen sowie laut gejubelt. Eine Tatsache, die Bürgermeister Kristian Kater den Weg wies: „Als ich die Musik hörte, wusste ich, hier bist du richtig!“

Es war eine beeindruckende und abwechslungsreiche Show, die mehrere Kostümwechsel erforderte. Melania Kusztra sang gleich zu Beginn das Lied „Ich bin ein hübsches Mädchen“. Dies sei ein Lied, das rumänische Kinder im Kindergarten lernten, erzählte Cosmin Croitoru. Die 9-Jährige kann aber nicht nur singen, sondern auch Panflöte spielen. Eine Tatsache, die sie mit Geigenbegleitung bewies, als sie die Europahymne „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven spielte.

Der Besuch in Vechta habe noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig die Unterstützung des Vereins mit seinen aktuell etwa 90 Mitgliedern und ebensovielen Unterstützern und Förderern sei, damit Kinder eine „Chance fürs Leben“ haben. Simona Boboc wolle jedenfalls später einmal Sozialarbeiterin werden, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben.

  • Info: Wer die Rumänienhilfe unterstützen möchte, kann über 04441/5427 oder per E-Mail an vkr@mh-vechta.de Kontakt aufnehmen. Spenden sind auch direkt möglich. Spendenkonto: DE 72 2806 4179 0160 6000 00.

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