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Riesige Spendenbereitschaft: Linderner schicken gleich 3 Transporte in die Ukraine

Die Unterstützung sei bitter nötig, sagt Conrad Möhlenkamp. Er ist stolz auf seine Region, die großes Verständnis für die Nöte der Ukrainer zeige.

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Wintersachen für die Ukraine: Der erste Transport mit Waren aus Lindern ist inzwischen im Osten des Landes angekommen. Foto: privat

Wintersachen für die Ukraine: Der erste Transport mit Waren aus Lindern ist inzwischen im Osten des Landes angekommen. Foto: privat

Seine Dankbarkeit kann Conrad Möhlenkamp kaum in Worte fassen. "Die Hilfsbereitschaft der Menschen in unserer Region ist wirklich unglaublich", sagt der Linderner. Anfang Dezember hatte er gemeinsam mit Mitstreitern zu Spenden für Hilfstransporte in die Ukraine und nach Syrien aufgerufen. Die Resonanz, die folgte, sei schier überwältigend gewesen, berichtet Möhlenkamp gerührt.

Eigentlich hatten die Gründer der Linderner Kleiderkammer, Sawsan Alzare und Raad Aldakhail, sowie der aus der Ukraine stammende Flüchtlingshelfer Alexander Scheibel nur einen Transport in das Kriegsland schicken wollen. Daraus sind jetzt dank der Spendenfreudigkeit 3 geworden. Der erste Bulli ist inzwischen auf dem Rückweg und wird in Kürze wieder in Lindern erwartet. Die Fahrer stammen allesamt aus der Ukraine und haben den langen und  gefährlichen Weg in den Osten ihres Landes auf sich genommen, um die Menschen am Rande des Kriegsgebietes mit warmer Kleidung, Batterien, Generatoren, Kerzen und anderen wichtigen Gütern zu versorgen. Ein Linderner Unternehmer spendete 70 Thermoskannen – auch sie seien momentan überaus nützlich, betont Möhlenkamp, der Mitglied des Helferteams der Kleiderkammer ist. Vieles von dem, was in den Tagen nach dem Aufruf beim Pfarrhaus abgegeben wurde, ist derzeit dort zwischengelagert worden. 

2. Transport fährt noch vor Weihnachten los

Noch vor Weihnachten soll der 2. Transport aufbrechen. Anfang kommenden Jahres wird dann ein weiterer Wagen beladen und losgeschickt. Ziel sind zwei Städte zwischen Kiew und Charkiw. Die Bevölkerung befände sich in einer immer schwieriger werdenden Situation, viele hätten weder Wasser noch Strom, weiß Alexander Scheibel. "Gerade in dieser Woche haben die russischen Raketenangriffe stark zugenommen und unsere Fahrer hatten richtig Angst". Zum Glück passierte ihnen nichts. Wegen eines Fahrzeugschadens mussten sie allerdings länger im Land bleiben, als geplant. Am Montag konnte es nach einer Reparatur weitergehen. 

Conrad Möhlenkamp hat die Initiative von Lindern aus mitkoordiniert und freut sich über die breite Anteilnahme. Neben den Sach- seien auch zahlreiche Geldspenden geflossen. Unter anderem sammelten die örtlichen Chöre bei einem Adventskonzert für die Aktion.

Das Geld ist wichtig für den Hilfstransport nach Syrien. Dank der Spenden wird er jetzt größer ausfallen können, als ursprünglich gedacht. Wie schon vor einem Jahr wollen Sawsan Alzare und Raad Aldakhail Winterkleidung in den Norden des Bürgerkriegslandes bringen lassen, um damit die Ärmsten der Armen, darunter viele Kinder, zu versorgen. Die für Anfang 2023 vorgesehene Reise erfordert eine aufwendige logistische Planung und kann nur von einer professionellen Spedition übernommen werden. "Das kostet natürlich", erklärt Möhlenkamp.

Unterwegs im Krisengebiet: Die ukrainischen Fahrer übernahmen den Transport. Foto: privatUnterwegs im Krisengebiet: Die ukrainischen Fahrer übernahmen den Transport. Foto: privat

Der Linderner, der auch Mitglied im katholischen Kirchenausschuss ist, denkt derzeit darüber nach, wie die große Hilfsbereitschaft in der hiesigen Bevölkerung langfristig aufrechterhalten werden kann. „Die Menschen in der Ukraine, aber auch in Syrien werden noch lange auf unsere Solidarität angewiesen bleiben“, ist er überzeugt. Die Reaktionen auf den Spendenaufruf würden ihm aber Mut machen, sagt er. "Und dafür möchten wir allen, die sich beteiligt haben, Danke sagen."

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