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René Deddens hat Respekt vor dem Wilden Osten

MSC-Rennfahrer René Deddens aus Cloppenburg lernt beim Bahnsport fürs ganze Leben. Die Leidenschaft für den Sport ist außerdem Familiensache.

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Am stärksten im Team: René Deddens ist eher Realist und kann seine Stärken bevorzugt in der Mannschaft einbringen. Foto: Deddens

Am stärksten im Team: René Deddens ist eher Realist und kann seine Stärken bevorzugt in der Mannschaft einbringen. Foto: Deddens

Bahnsport ist für den Cloppenburger René Deddens offenbar kein Virus, sondern eine genetische Veranlagung. Zu diesem Schluss kommt der (noch) 28-Jährige beim Blick auf seine eigene Lebensgeschichte. „Mein Papa ist mit seinen Brüdern in seiner Jugend bereits quer durch Europa gereist und hat Speedwayveranstaltungen besucht“, hat er sich erzählen lassen. Auch seine Mutter ließ sich irgendwann vom Bahnsport begeistern, und so lernte der kleine René die berühmte Grasbahn an der Friesoyther Straße bereits aus der Kinderwagen-Perspektive kennen.

Es kam dann, wie es kommen musste: Er rang seiner Mutter schon früh das Versprechen ab, auch Motorrad fahren zu dürfen, „...wenn ich groß bin“. Mit viereinhalb Jahren hielt René Deddens diesen Zeitpunkt für gekommen, und tatsächlich bekam er mit fünf Jahren eine kleine Maschine und schon 1998 ging es in in Jübek in der 50ccm Schülerklasse A an den Start. Dort lernte er auch gleich die harte Seite des Sports kennen, als er seinen Freund und Mechaniker Ramon Stanek überfuhr und danach selbst den ersten Bodenkontakt hatte.

„Mir macht es Freude, als Halbprofi die großen Namen zu ärgern und denen die Punkte zu klauen.“René Deddens, Speedwayfahrer

Heute ist Deddens ein europaweit bekannter Speedwayfahrer mit einer besonderen Eigenart: Er macht einen großen Bogen um Langbahnen. „Nein! Langbahn gibt mir keinen Kick. Du hast zwar etwas mehr Geschwindigkeit, aber nach der ersten Kurve gibt es zumeist einen Entenmarsch. Der Körperkontakt und die richtigen Fights fehlen“, lautet seine Ansage zu diesem Thema. Die Langbahn brauche er auch für sein Image nicht, stellt der Cloppenburger klar: „Ein guter Speedwayfahrer gewinnt auch auf der Langbahn. Siehe Martin Smolinski. Er ist ein guter Speedwayfahrer und ist fast unschlagbar auf der Langbahn. Ist er dabei, sehen oftmals die anderen Fahrer keine Sonne mehr.“

Ohnehin übt er sich in Bescheidenheit, wenn es um die eigene Person geht. Für ihn stehen Gesundheit, Spaß und realistische Erfolgsaussichten im Vordergrund: „Mir macht es Freude, als Halbprofi die großen Namen zu ärgern und denen die Punkte zu klauen. So wie bei der letzten Night of the Fights in Cloppenburg, als ich Jason Doyle als einziger Fahrer das Maximum versaut habe“, bekennt er schelmisch und ergänzt: „Natürlich ist es auch immer ein schönes Gefühl, unsere deutschen Asse wie Huckenbeck, Smolinski oder Wölbert zu schlagen. Kai darf es sich dann ein paar Wochen von mir anhören. Am liebsten schlage ich ihn mit seinem eigenen Motor, den er mir vor ein paar Jahren verkauft hat.“

Mit zunehmendem Alter hat für ihn die Arbeit im Team an Bedeutung gewonnen. Deshalb hat für ihn der Speedway-Team-Cup auch eine größere Bedeutung als die Speedway-Bundesliga. „Ich kann dabei meinen Teamfahrer unterstützen, er kann mir helfen. Dort achtet man nicht nur auf sich, sondern muss auch seinen Teamkollegen mitziehen. Kannst du das nicht, hast du verloren. Ich mag keine Einzelgänger und Menschen, die nur auf sich achten. Für mich ist es ein wichtiger Bestandteil des Lebens, dies zu erkennen“, gibt er freimütig zu.

Die "Jungen Wilden" aus dem Osten haben sich definitiv gesteigert

Erfahrungen hat er schon reichlich gesammelt: „Ich fahre gerne einen Lauf mit Jonny Wynant als meinem Teamkollegen, hole ein 5:1 mit ihm, wobei er den Lauf gewinnt und ich die Fahrer hinter mir blocke. Ich erinnere mich gerne an einen Lauf in Wolfslake zurück. Piotr Protasiewicz mit Nicolai Klindt und Partyk Dudek mit mir. Ich habe den Lauf gewonnen und Dudek hat mir den Rücken freigehalten. Geiles Gefühl!“ In diesem Jahr ist René Deddens wieder mit den Cloppenburg- Fighters unterwegs. Aufgefallen sind ihm schon die „Jungen Wilden“ aus dem Osten, die an der polnischen Liga teilgenommen und viele Trainingsrunden gedreht haben. „Die haben sich definitiv verbessert und gesteigert“, gibt er zu bedenken, vertraut aber für die „Fighters“

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