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Reit- und Fahrverein Steinfeld-Mühlen lässt XXL-Zisterne bauen

Der Wasserspeicher hat ein Fassungsvermögen von bis zu 150.000 Liter. Das neue Reservoir soll künftig einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten – und die Löschwasserversorgung verbessern.

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Freuen sich über das Projekt: (von links) Christian Katzer, Vereinsvorsitzender Dr. Hermann-Josef Genn und Bauingenieur Axel Munke beim Großzisternenbau für den Reit- und Fahrverein Steinfeld-Mühlen. Foto: Röttgers

Freuen sich über das Projekt: (von links) Christian Katzer, Vereinsvorsitzender Dr. Hermann-Josef Genn und Bauingenieur Axel Munke beim Großzisternenbau für den Reit- und Fahrverein Steinfeld-Mühlen. Foto: Röttgers

Christian Katzer ist begeistert. „Das ist ein Leuchtturmprojekt für unsere ganze Region“, sagt er über die Fertigstellung der Großzisterne beim Reit- und Fahrverein Steinfeld-Mühlen am Hüttenberg an der Lehmder Straße. Dieses Wasserreservoir soll von nun an das anfallende Regenwasser speichern und damit einen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz leisten. Christian Katzer hat als gelernter Industriemeister, Sicherheitsfachwirt und Brandschutzbeauftragter den Einbau begleitet – von morgens bis abends. Denn länger benötigte das eingespielte Team der beauftragten Firma Kleihues aus Emsbüren für den kompletten Bau nicht.

Das seit 1964 inhabergeführte Familienunternehmen sieht sich als Spezialisten in Sachen Stahlbeton-Rahmenbauteile. „Eines dieser Betonteile wiegt stattliche 25 Tonnen“, erklärte Betonbauer Henning Schrär. Insgesamt wurden im Laufe des Tages 8 dieser Bauelemente eingesetzt, die selbst schon zu einem großen Teil aus bereits recyceltem Beton bestehen. So entsteht ein rund 22 Meter langer und 4,5 Meter breiter Sammelbehälter für Regenwasser, der ein Fassungsvermögen von bis zu 150.000 Litern aufweist – eine XXL-Zisterne sozusagen. Am Ende ragen ein Ansaugrohr für die Feuerwehr und eines für die Landwirtschaft sowie ein Einstieg zur etwaigen Wartung aus dem Boden.

Gesammelt wird unter anderem das Wasser vom Dach der Reithalle

Dr. Hermann-Josef Genn steht voll hinter dem Projekt. Der 1. Vorsitzende des 267 Mitglieder starken Reit- und Fahrvereins Steinfeld-Mühlen sagt: "In der heutigen Zeit, wo weltweite Wasserknappheit herrscht, wir mit unseren vorhandenen Ressourcen schonend umgehen, an die Umwelt und an das Klima denken sollten, ist so ein Regenwasserbehälter eine hervorragende und ideale Lösung." Das Regenwasser vom rund 2000 Quadratmeter großen Dach der Reithalle und des etwa 5000 Quadratmeter großen Außengeländes versickere von nun an nicht einfach mehr im Boden auf Nimmerwiedersehen, sondern gelange per Rohrleitung in den Sammelbehälter, um es dort aufzubewahren.

Ein Schwerlastkran bringt jedes Element in die richtige Position. Foto: RöttgersEin Schwerlastkran bringt jedes Element in die richtige Position. Foto: Röttgers

„Damit erzielen wir viele Synergie-Effekte für Mensch und Umwelt, der Regen bleibt in der Region“, glaubt Katzer, der sich für die Unabhängige Wählergruppe (UWG) im Gemeinderat engagiert. „Bei Starkregen kann der Behälter eine große Menge Wasser aufnehmen und bei Trockenheit wieder abgeben“, erklärt Katzer. Er ist davon überzeugt, dass „aufgrund des Klimawandels auch in unserer Region Starkregenphasen einerseits und Trockenperioden andererseits in Zukunft noch zunehmen“ werden.

Weiterer Clou des Systems: Ist der Speicher voll, komme das überschüssige Wasser in einen angegliederten Teich, der als sogenannte Pferdeschwemme den 15 vereinseigenen Pferden und Ponys als Tränke, zum Waschen und zur Abkühlung diene, sagt Katzer. Sollte dieser ebenfalls mit Wasser gefüllt sein und einmal überlaufen, werde weiteres Wasser einem sich daran anschließenden Biotop zugeführt. „So behalten wir möglichst lange das Regenwasser auf der eigenen Fläche“, sagt Katzer.

Und: „Von den ständig vorrätigen 150.000 Litern Wasser im Behälter profitieren auch die Landwirtschaft und Feuerwehr“. Bis zu 75.000 Liter können für die landwirtschaftliche Bewässerung, die komplette Menge von der Feuerwehr zur Löschung von Bränden entnommen werden. „Das ist quasi eine Tankstelle für die Feuerwehr und somit eine sichere Versorgungsquelle für die Menschen“, findet Katzer.

Die gesamte Umweltschutzmaßnahme kostete laut Genn 110.000 Euro netto, alleine der Einbau der Zisterne sei mit 79.890 Euro veranschlagt. Der Reitverein beteiligte sich mit 15 Prozent an den Kosten. Finanzielle Unterstützung gab es durch das EU-Förderprogramm Leader und die Gemeinde Steinfeld.

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