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Regina Bunger sagt in Gedanken "Tschüss"

Nach 33 Jahren nimmt die Sozialpädagogin Abschied vom Caritas-Sozialwerk. Vor ihrem Ruhestand verteilte sie noch einmal Pakete für die Friesoyther Tafel.

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Weihnachtsfreude: Mit dem Tafel-Vorsitzenden Reinhold Looschen, Vorstandsmitglied Bianca Henken sowie den BBS-Schülern Torben Bergefeld und Hanna Norrenbrock verteilte Regina Bunger (von links) zum letzten Mal die Weihnachtspakete an die Tafel-Kunden. Foto: Wimberg

Weihnachtsfreude: Mit dem Tafel-Vorsitzenden Reinhold Looschen, Vorstandsmitglied Bianca Henken sowie den BBS-Schülern Torben Bergefeld und Hanna Norrenbrock verteilte Regina Bunger (von links) zum letzten Mal die Weihnachtspakete an die Tafel-Kunden. Foto: Wimberg

Regina Bunger verteilt die Weihnachtspakete, wünscht den Friesoyther Tafel-Kunden ein frohes Fest und sagt in Gedanken auf Wiedersehen. Die letzte Lebensmittelausgabe des Jahres ist ihre letzte im Beruf. Nach 33 Jahren nimmt die 63-Jährige Abschied vom Caritas-Sozialwerk (CSW) und geht in den Ruhestand. Die „CarLa“ (Caritas-Lebensmittelausgabe) gehörte dabei zu den besonderen Projekten, die sie gegründet und begleitet hat.

Armut versteckt sich, wusste die Sozialpädagogin schon aus vielen Erfahrungen heraus und konterte immer wieder der landläufigen Meinung: „Es gibt keine armen Leute und wer kein Geld hat, kann arbeiten.“ Dass es so einfach nicht ist, „wurde auch mit der Einführung von Hartz 4 offensichtlich, die 2005 viele Unsicherheiten mit sich brachte“, unterstreicht sie und die Idee, eine Tafel für bedürftige Menschen ins Leben zu rufen, reifte im Dekanatsvorstand der Gemeindecaritas. Die erste im Landkreis und in der Region.

Regina Bunger rief bereits 2006 die Tafel ins Leben

2006 dann die erste Ausgabe in einer Garage an der alten Friesoyther Vikarie. Über 60 Haushalte wurden damals schon versorgt, „und jede Woche kamen mehr dazu“, erinnert sich die Initiatorin, der „ein ordentliches Konzept und der Kontakt zu den Kunden immer wichtig war“. Danach wechselte das Team an den Scheefenkamp und 2013 schließlich an den Pehmertanger Weg, wo es bis heute ansässig ist und insgesamt fünf Ausgabestandorte betreibt. Dass dort kurz vor Weihnachten Hunderte von Präsenten übergeben werden können, geht unter anderem auf BBS-Schülerinnen und Schüler der Heilerziehungspflege, Kindergärten, Firmen und Privatpersonen zurück.

„Eine große Unterstützung“, dankt Regina Bunger mit dem Tafel-Vorstand allen Spendern und darüber hinaus den vielen Ehrenamtlichen, die sich für die reibungslosen Abläufe im Alltag einsetzen. Gemeinnütziges Engagement hat sie in ihrem Berufsleben jede Menge erlebt. Sei es im Bereich der pflegenden Angehörigen, der Arbeit mit psychisch Erkrankten oder trauernden Menschen. Kurberatung stand zu Beginn ihrer Tätigkeit in Friesoythe auf der Agenda. Zuvor arbeitete sie für die KLJB im Offizialat Vechta.

„Die Caritas wurde dann zu einem wichtigen Dienst, der zu mir passte“, begründete sie den Wechsel und blickt auf die Friesoyther Anfänge mit einem kleinen Büro im Krankenhaus zurück. Heute hat das CSW seinen Sitz an der Barßeler Straße, wo auch Regina Bunger als verlässliche und vertrauenswürdige Ansprechpartnerin für Hilfesuchende gefragt war.

Im Ruhestand möchte sie mehr Zeit mit der Familie verbringen

In den Ruhestand geht sie mit einem „guten Gefühl und ich freue mich vor allem auf die Zeit mit meiner Familie“, betont die verheiratete Mutter von drei Kindern und Enkeln, die in Elsten mit sieben Geschwistern aufgewachsen ist. Der Beruf war geprägt von „viel Verantwortung“ und an neue Aufgaben denkt sie zurzeit noch nicht. In ihrer Wahlheimat Strücklingen diskutiert sie mit Mitgliedern der Kirchengemeinde über „Gott und die Welt am Küchentisch“, eine Aktion, die sie weiter ausbauen möchten.

Doch als Frontfrau sieht sich die Saterländerin nicht. „Ich muss nicht vorangehen und kann gut mitgehen“, verrät sie lächelnd und widmet sich wieder den Weihnachtspaketen.

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