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Rechterfelder unterstützen Schul-Projekte in Ghana

Dr. Marta Binder legt jährlich Tausende Kilometer mit dem Fahrrad für den guten Zweck zurück. Eine feste Station auf ihrer Route ist regelmäßig Rechterfeld, wo sie Margret und Otto Sandkuhl besucht.

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Schätzen den Austausch: Dr. Marta Binder (Mitte) fährt stets mit dem Fahrrad zu Margret und Otto Sandkuhl in Rechterfeld. Foto: C. Meyer

Schätzen den Austausch: Dr. Marta Binder (Mitte) fährt stets mit dem Fahrrad zu Margret und Otto Sandkuhl in Rechterfeld. Foto: C. Meyer

"Einmal um die Welt" möchte sie mit dem Rad fahren – das sind etwa 40.000 Kilometer, sagt Dr. Marta Binder, wenn sie danach gefragt wird, wie lange sie das noch machen wird: mit dem Rad quer durch Deutschland fahren. Mehr als 30.000 Kilometer wird sie bis zum Ende des Jahres geschafft haben. Die 75-Jährige ist seit 2013 mit dem Fahrrad unterwegs, um für sogenannte Microschools – also Mikroschulen – in Ghana Spenden zu sammeln. Ein Spender ist das Ehepaar Margret und Otto Sandkuhl aus Rechterfeld. Seit 2016 war Binder – bis auf 2020 – nun jedes Jahr bei ihnen zu Besuch. Jetzt war sie wieder bei den Sandkuhls zu Gast.

Dr. Marta Binder ist Botschafterin der Hilfsorganisation Opportunity International Deutschland. Über ihren Sohn, Jan Binder, ist sie zu Opportunity gekommen, wie sie erzählt. Dieser habe zuerst als Praktikant, später als Pressesprecher für die Organisation gearbeitet. Für eine von ihm initiierte Spendenaktion habe sie damals selbst vorgeschlagen, mit dem Fahrrad Spendengelder zu generieren, sagt Binder. Sie sei ohnehin begeisterte Radfahrerin. Spenderinnen und Spender können ihr so "Kilometergeld" für den guten Zweck zahlen.

Allein 7000 Kilometer in diesem Jahr

Doch bevor das Fahrrad-Projekt starten konnte, verunglückte Jan Binder bei einem Besuch in Ghana tödlich, erzählt Dr. Marta Binder. Die Aktion aufgeben wollte sie aber nicht, sagt sie. Sie sei an Opportunity herangetreten, habe geschildert, dass das Projekt mit ihrem Sohn abgesprochen war und sie sich jetzt noch viel mehr an dieses Versprechen gebunden fühle. 1,5 Jahre später wurde schließlich die erste Tour realisiert.

Von ihrem Wohnort Warendorf aus machte sie sich auf den Weg zu verschiedenen Orten im Nordwesten Deutschlands. Insgesamt 954 Kilometer legte sie zurück und generierte dabei rund 12.500 Euro. Von Jahr zu Jahr seien immer längere Strecken und somit immer mehr Kilometer zusammengekommen. Bis Ende 2020 konnte Binder Spendengeld in Höhe von rund 220.000 Euro sammeln. Dieses Jahr legte die 75-Jährige mehr als 7000 Kilometer zurück. Der Abschluss war nun in Rechterfeld bei Margret und Otto Sandkuhl.

Die Eheleute unterstützen die Projekte von Opportunity seit 2008. Über einen Vortrag in Jever sind sie darauf aufmerksam geworden, erzählt Otto Sandkuhl. "Wir haben davon morgens gelesen und sind abends hin." Ein Ghanaer habe über die Mikrokredite, die über Opportunity gewährt werden, gesprochen. "Das war beeindruckend, was er erzählt hat", sagt Sandkuhl. Arme Menschen in den Dörfern Ghanas erhalten Geld, um sich damit eine kleine berufliche Existenz aufzubauen, zum Beispiel als Näherin oder Bäckerin. Den Kredit zahlen die Frauen – 92 Prozent der Kreditnehmerinnen seien Frauen, sagt Binder – später zurück. "Die Rücklaufquote beträgt 98 Prozent."

Mit Mikrokrediten eine Existenz aufbauen

Mit den Spenden werden die Mikrokredite möglich gemacht. Diese Art der Hilfe zur Selbsthilfe schätzen die Sandkuhls an den Projekten. Auch die Microschools, für die Binder Fahrrad fährt, werden über Mikrokredite realisiert, erzählt sie. Mikro bedeute deshalb nicht klein, sondern es handele sich um Privatschulen für Kinder aus überwiegend sehr armen Familien. Zwar gebe es in Ghana Schulpflicht und auch kostenlose, staatliche Schulen, doch diese seien oftmals völlig überfüllt und in einem sehr schlechten Zustand. Um die Hygiene an den Microschools zu erhöhen, hat Binder den "Jan-Binder-Award" – benannt nach ihrem verstorbenen Sohn – initiiert, der "Schulen auszeichnet, die sich in besonderem Maße um Sauberkeit, Hygiene und Umweltaspekte verdient gemacht haben", wie es auf der Website von Opportunity heißt.

Bekannte Spenderinnen und Spender sucht sie persönlich bei ihrer Radtour auf, sagt Dr. Marta Binder. Sie fahre außerdem gerne nach Rechterfeld zu den Sandkuhls, sagt Binder. "Ich fühle mich hier sehr gut aufgenommen." Außerdem sei sie dankbar für die Unterstützung. Margret und Otto Sandkuhl seien in verschiedenen Bereichen karitativ unterwegs, sagt Otto Sandkuhl, und das Anliegen von Binder unterstützten sie gerne, weil sie den persönlichen Kontakt schätzen und das Gefühl haben, dass das gespendete Geld in Gänze dort ankommt, wo es gebraucht wird.

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