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Razzia auch in Cloppenburg: Zoll gelingt Schlag gegen illegales Firmennetzwerk

Es geht um Schwarzarbeit im großen Stil: Der Zoll spricht von einem Schaden in Höhe mehrerer Millionen Euro. 170 Beamte haben zeitgleich in mehreren Städten Baufirmen und Wohnungen durchsucht.

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Symbolfoto:: Zoll

Symbolfoto:: Zoll

Bei einer groß angelegten Durchsuchungsaktion ist laut Angaben des Zolls ein Schlag gegen ein illegales Firmennetzwerk in der Baubranche gelungen. 170 Beamte hätten am 17. Mai zeitgleich mehreren Firmen und Wohnungen durchsucht – darunter auch in Cloppenburg. Das teilen das Hauptzollamt in Osnabrück und die Oldenburger Staatsanwaltschaft am Freitagmorgen mit.

Den Informationen zufolge geht es bei den Ermittlungen am Sozialversicherungsbetrug im großen Stil. Dem Staat sei durch organisierte Schwarzarbeit ein volkswirtschaftlicher Schaden in Höhe von mehreren Millionen Euro entstanden.

Durchsuchungsaktionen in sechs Städten

Insgesamt seien es 17 Durchsuchungsbeschlüsse gewesen, die am vergangenen Dienstag vollstreckt worden seien, berichtet Christian Heyer, Sprecher des Hauptzollamtes in Osnabrück am Freitag. Neben Cloppenburg seien weitere Geschäftsräume und Wohnungen in Bremen, Braunschweig, Hannover, Hamburg und Herford durchsucht worden. Dabei sei umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt worden. Mobiltelefone und Computer sollen jetzt von IT-Spezialisten des Zolls ausgewertet werden.

Im Fokus der Ermittlungen stehen demnach zwei Unternehmer. In welcher der genannten Städte sie ihren Firmensitz haben, teilte der Zoll nicht mit. Die beiden Unternehmer hätten sich zusammengetan, um Sozialversicherungsbeiträge nicht zahlen zu müssen – und das in einem großen Umfang und von langer Dauer. Immerhin spricht der Zoll am Freitag davon, dass die Chefs schon 2017 damit begonnen hätten, Arbeitnehmer schwarz zu beschäftigen. "Zur Generierung
der Gelder, die zur Zahlung der Schwarzlöhne benötigt wurden, erstellten sogenannte Servicefirmen Scheinrechnungen für tatsächlich nicht erbrachte Leistungen", erklärt Pressesprecher Christian Heyer.

Fingierte Rechnungen sollten Schwarzgelder reinwaschen

Ebenfalls ermittelt wird auch gegen zwei Betreiber dieser sogenannten Servicefirmen. Auch hier machte der Zoll zunächst keine konkreteren Angaben zu den Beschuldigten. Sie sollen durch ihre gegründeten Unternehmen Rechnungen fingiert haben, um die Schwarzgelder reinzuwaschen. Die aufgeführten Leistungen, die in Rechnung gestellt wurden, seien tatsächlich aber nie erbracht worden. Die in Rechnung gestellten Geldsummen seien anschließend wieder in bar zurückgeflossen.

"Dieser Fall zeigt erneut den großen Schaden, den Schwarzarbeit zulasten der Ehrlichen verursacht", sagt Dr. Thomas Möller, Leiter des Hauptzollamts Osnabrück. In diesem Verfahren seien zumindest "erhebliche Vermögenswerte" sichergestellt worden, um den volkswirtschaftlichen Schaden wieder aufzufangen. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

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