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Räume im Gründerhof der Stadt Cloppenburg sind sehr gefragt

Die Zukunft der Gründerbüros ist dagegen ungewiss. Die Kommune arbeitet derzeit an einem neuen Konzept. Generell stiegen in den letzten drei Jahren die Unternehmensanmeldungen in Cloppenburg.

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Unternehmensgründer Nico Seller (links) und Cloppenburgs  Wirtschaftsförderer Alexander Block stehen immer noch im engen Austausch.   Foto: Heinzel

Unternehmensgründer Nico Seller (links) und Cloppenburgs  Wirtschaftsförderer Alexander Block stehen immer noch im engen Austausch.   Foto: Heinzel

Nico Seller ist Elektrotechnikmeister für Energie- und Gebäudetechnik. 2019 entschloss sich der 40-Jährige, den Schritt in die hauptberufliche Selbstständigkeit zu wagen. Ohne die Unterstützung durch Cloppenburgs Wirtschaftsförderer Alexander Block und die Möglichkeit, im Gründerhof Räumlichkeiten zu einem subventionierten Mietpreis zu nutzen, wäre dies wahrscheinlich nicht passiert.

Ende 2018 hatte sich Nico Seller nebenberuflich selbstständig gemacht. "Es lief super", sagt er rückblickend. "Zu Hause platzten wir aus allen Nähten." Seller musste sich entscheiden, wie es weitergehen sollte. In Gesprächen mit Alexander Block entstanden und konkretisierten sich der Businessplan und die Möglichkeiten des Unternehmers. Seller wurde damals der erste Kunde, den Alexander Block, der seit Januar 2019 Wirtschaftsförderer der Stadt Cloppenburg ist, für den Gründerhof an der Philipp-Reis-Straße gewinnen konnte.

Gründungsfreundliche Einrichtungen wie der Gründerhof oder seit 2005 die Gründerbüros sind seit über 30 Jahren ein Bestandteil der Wirtschaftsförderung der Stadt Cloppenburg. Letztlich gehe es hier um langfristige Unternehmensansiedlungen. Der Vorteil für die Stadt sei die erfolgte Etablierung als gründungsfreundliche Kommune und Ansprechpartnerin für Gründer. Dadurch sichere sich die Stadt eine Chance, Unternehmer zu begleiten und in Cloppenburg anzusiedeln. Cloppenburg hätte dafür – wie viele andere Kommunen auch – gerne mehr Gewerbeflächen zur Verfügung. Block zeigt sich aber zuversichtlich, dass dies in den kommenden Jahren der Fall sein könnte.

Räumlichkeiten im Gründerhof sehr gefragt

Im 1998 gebauten Gründerhof stehen 5 Büros und 4 Werkhallen zu Verfügung. Aktuell ist nur noch ein Büroraum frei. Die Auslastung des Gründerhofes liege bei 90 bis 100 Prozent, so der Wirtschaftsförderer. Die Räumlichkeiten an der Philipp-Reis-Straße seien "super nachgefragt". Seit 2008 habe es hier 13 Mieterwechsel gegeben. In den Gründerbüros gab es seit der Einrichtung an der Sevelter Straße 27 Mieterwechsel. Die Mietverträge liefen in der Regel über 3 Jahre – mit der Option auf eine Verlängerung um ein Jahr.

Das Konzept funktioniere. Keine Frage, Corona habe dramatische Auswirkungen im Event- und Veranstaltungsbereich, der Gastronomie oder etwa dem Einzelhandel, so Alexander Block, aber gleichzeitig gebe es Bereiche, die trotz Pandemie funktionierten. Die Unternehmensanmeldungen bei der Stadt Cloppenburg seien in den vergangenen 3 Jahren kontinuierlich gestiegen: 2019 lag die Zahl bei 309, 2020 bei 345 und 2021 bei 377 Anmeldungen.

Nico Sellers EBS Elektrotechnik ist ein Familienunternehmen. Mutter Olga arbeitet im Büro mit.   Foto: HeinzelNico Sellers EBS Elektrotechnik ist ein Familienunternehmen. Mutter Olga arbeitet im Büro mit.   Foto: Heinzel

Alexander Block schätzt jedenfalls die Zusammenarbeit mit Gründern. Dem 32-Jährigen bereitet es Spaß und Freude, "Ideen wachsen zu sehen". Die 15 Gründerbüros an der Sevelter Straße, von denen drei vermietet sind, würden aktuell allerdings nicht mehr vermarktet, da deren Zukunft ungewiss sei. "Wir arbeiten derzeit an einem neuen Konzept", berichtet der Wirtschaftsförderer. Dafür gelte es aber einige Fragen zu klären. Was ist der Bedarf? Welches Angebot können wir mit der vorhandenen Infrastruktur schaffen?

Gründungsfreundliche Einrichtungen sollen in eine Gesamtstrategie eingebettet sein

Einrichtungen wie Gründerbüros sollten stets in eine Gesamtstrategie eingebettet sein, sagt Alexander Block. Er nennt es sein "Portfolio an Gründerhilfen". Neben der Bereitstellung subventionierter Räumlichkeiten gibt es eine kostenfreie Beratung durch den Wirtschaftsförderer, der dabei auch als Lotse durch die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten und deren Nutzung fungiert sowie einen Zugang zu Netzwerken wie IHK oder Kreishandwerkerschaft ermöglicht.

Alexander Block hat immer ein offenes Ohr für Gründer. Er rät, die unternehmerische Idee möglichst einfach zu halten und einen Businessplan zu erstellen, dabei könne eine Internetseite wie Gründerplattform.de helfen, aber er selbst stehe auch für Beratungsgespräche zur Verfügung. Gründer sollten sich nicht scheuen, Hilfe zu suchen und anzunehmen. Letztlich müssten Idee, Gründer und Zielmarkt zueinander passen.

Bei Nico Seller scheint dies der Fall zu sein. Der Elektrotechnikmeister konnte jedenfalls seinen Umsatz bislang zweimal verdoppeln. Der Gewinn werde direkt in das Unternehmen reinvestiert. "Es läuft gut", sagt Seller. Für 2022 sei er ausgebucht, daher sucht er derzeit weitere Mitarbeiter, um auch in diesem Jahr wachsen zu können. Seine Firma könnte eine weitere Erfolgsgeschichte schreiben, wie SIL Logistik oder ViMa-Tech.

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