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Rauf aufs Rad

Die Generation Z zeigt's Ihnen – Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen locken sie wieder auf die Straße: Rennradfahrer. Vielen Autofahrern sind sie ein Dorn im Auge.

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„I want to ride my bicycle, I want to ride my bike – I want to ride my bicycle, I want to ride it where I like.” Diese Zeilen stammen von einem der wahrscheinlich eingängigsten Queen-Songs, den ich sehr mag. Allerdings – viele Radsport-Fans scheinen sich das Motto auf die Fahne geschrieben zu haben. Sich in den Sattel zu schwingen, gehört sicherlich zu den beliebtesten Aktivitäten bei uns im Oldenburger Münsterland, und das ist grundsätzlich auch gut so. Immerhin gibt es bei einem Radwegenetz von rund 2200 Kilometern auch einiges zu erkunden.

Das Problem in diesem Zusammenhang liegt auch eher beim „where I like“. Denn jetzt im Frühjahr sind sie wieder da und nehmen nach den ersten wärmenden Sonnenstrahlen die Fahrbahn für sich ein: Rennradfahrer. Das bedeutet, als Autofahrer ist für mich wieder besondere Vorsicht geboten. Und mein erster Gedanke bei Sichtung des ersten Rennradlers der Saison lautete: „Kann der nicht einfach den Radweg nutzen, wie jeder andere ,normale‘ Radfahrer auch?“

Mit diesem Impuls stehe ich vermutlich nicht alleine da. Doch hier liegt ein grundlegender Irrtum vor: Laut Straßenverkehrsordnung müssen Radfahrer meist keinen Radweg benutzen, erst wenn das blaue Zeichen vorhanden ist, wird es allgemeinhin zur Pflicht. Okay, aber ob es klug, schlau oder gar vernünftig ist, auf der Straße zu fahren, findet dort natürlich keine Erwähnung.

"Rennradfahrer sind ein ,bewegliches Hindernis', egal wie windschnittig sie gekleidet sind."Meike Wienken

Schließlich sind die Hobby-Rennradfahrer zum einen deutlich schneller unterwegs als der gemeine Spazier-Fahrer, zum anderen sind sie auf der Straße längst nicht immer schon von Weitem zu erkennen. Man könnte also sagen, sie sind ein „bewegliches Hindernis“, egal wie windschnittig sie auch gekleidet sein mögen und welche Gadgets sie an ihr Rennrad montiert haben. Dass ich mich allerdings zum „Verkehrserzieher“ aufschwinge und meinem Ärger durch Hupen oder dichtes Auffahren Luft mache, kommt für mich auch nicht infrage – und stellt zu Recht eine Ordnungswidrigkeit dar.

Zugegeben, die Debatte Radfahrer gegen Autofahrer ist oftmals eine sehr aufwühlende und man kann für beide Seiten sicherlich seitenweise Argumente sammeln. Außerdem scheint es im Straßenverkehr einen regelrechten Teufelskreis zu geben, denn: Wenn ich auf dem Rad sitze, stören mich Autos und Lkw. Wenn ich zu Fuß gehe, stören mich Radfahrer und Autos und Lkw. Und im Auto stören mich Lkw, Traktoren, Radler und andere Autofahrer. Folglich gibt es Rad fahrende Idioten, genauso wie es aber auch Auto fahrende oder gar joggende Idioten gibt. Alle Parteien gehen gerne davon aus, der jeweils andere denke, sie könnten tun und lassen, was sie wollen. Einigkeit herrscht demnach wohl nur über die Einsicht, dass es nicht fair zugeht im Straßenverkehr.

Fakt ist, Rennradfahrer haben keine Knautschzonen, keine Airbags oder irgendeinen anderweitigen Schutz. Ihr einziger Schutz ist Übersicht, Vorsicht – und die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer.


Zur Person:

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