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Radweg Nellinghof: CDU baut auf schnelle Einigung mit Grundeigentümern

Die Christdemokraten und Bezirksvorsteher Alwin Grote drängen auf zeitnahe Gespräche. Die Grundeigentümer erst anzuschreiben und danach zu reden, halten sie nicht für den besten Weg.

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Ein neuer Anfang am derzeitigen Ende: Auf die Fortsetzung des derzeit in Nellinghof endenden Radwegs an der Landesstraße 852 bauen die CDU-Mitglieder (von links) Kurt Grefenkamp, Rainer Duffe, Dr. Heinrich Brand, Karlheinz Rohe, Guido Oevermann, Tobuias Lahrmann und Nellinghofs Bezirksvorsteher Alwin Grote.   Foto: Lammert

Ein neuer Anfang am derzeitigen Ende: Auf die Fortsetzung des derzeit in Nellinghof endenden Radwegs an der Landesstraße 852 bauen die CDU-Mitglieder (von links) Kurt Grefenkamp, Rainer Duffe, Dr. Heinrich Brand, Karlheinz Rohe, Guido Oevermann, Tobuias Lahrmann und Nellinghofs Bezirksvorsteher Alwin Grote.   Foto: Lammert

Die Erleichterung in Nellinghof und innerhalb der CDU in Neuenkirchen und Vörden ist groß, dass der lang ersehnte Radwegelückenschluss entlang der Landesstraße von Nellinghof nach Fladderlohausen in greifbare Nähe gerückt ist. Aber es herrscht Einigkeit: Jetzt liegt noch viel Arbeit vor der Gemeinde.

In Nellinghof sind 25 Grundeigentümer mit im Boot

Denn damit der 3,3 Kilometer lange Radwegeabschnitt gebaut werden kann, müssen auf Nellinghofer Seite etwa 25 Grundeigentümer Fläche verkaufen. Und in diesem Punkt schlagen die Christdemokraten und Nellinghofs Bezirksvorsteher Alwin Grote ein anderes Vorgehen vor, als das von den Spitzen der Gemeinden Neuenkirchen-Vörden und Holdorf sowie dem Landkreis Vechta ins Auge gefasste.

Die Kommunen wollen zunächst auf eine Versammlung mit den Grundeigentümern verzichten, weil eine solche Zusammenkunft wegen der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie mit den steigenden Zahlen an Infizierten ihnen nicht opportun erscheint. Stattdessen sollen die Grundstückseigentümer zunächst ein Schreiben bekommen. Die Versammlung soll später stattfinden.

Bezirksvorsteher will erst Gespräche, dann Briefe

Das findet Alwin Grote verkehrt. Er forderte bei einem Pressegespräch, an dem auch führende CDU-Politiker aus Neuenkirchen und Vörden teilnahmen, zunächst Gespräche mit den Bürgern, die Grund und Boden abgeben müssen, ehe sie ein Schreiben erhalten. Einige von ihnen könnten sonst auf einen Brief ablehnend reagieren, was zukünftige Gespräche erschweren würde. Auch seien einige Eigentümer mehr betroffen als andere, auch was mögliche Folgen von Landverkauf für sie und ihr Unternehmen hätte.

Der Nellinghofer hatte die Gemeindeverwaltung mit Blick auf den Radwegelückenschluss, der ihn und andere CDU-Politiker in Neuenkirchen-Vörden schon seit mehr als zwei Jahrzehnten beschäftigt, darum gebeten, ihm die Namen betroffener Grundstückseigentümer zu nennen. Anhand dieser Liste hätte Alwin Grote dann Vorgespräche führen wollen, um auch kurzfristig den Bau des Radweges umsetzen zu können.

2017 diskutiertenBürger mit Minister Lies über Radwegbau

Dazu erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Karlheinz Rohe, die Gemeindeverwaltung habe bislang nicht mit den Grundeigentümern reden können, weil die Umsetzung des Radweges nicht absehbar war, da er weit hinten im Radwegebauprogramm des Landes steht. 

Nun aber rückt das Projekt, über das örtliche Politiker 2017 sogar vor Ort mit dem damaligen niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) debattiert hatten, in greifbare Nähe, da der Bund den Lückenschluss mit 2,144 Millionen Euro unterstützt. Die restlichen 536.000 Euro wollen die beiden Gemeinden und der Landkreis aufbringen. Allerdings drängt die Zeit, da das Projekt bis zum 31. Dezember 2023 abgeschlossen sein muss. "Jetzt besteht Klarheit, aber wenn nur einer Nein sagt, dann ist das Projekt hinfällig", betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende.

"Ein Schreiben allein reicht nicht."Tobias Lahrmann, CDU-Vorsitzender

Auch Neuenkirchens CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Tobias Lahrmann votierte dafür, schnell mit den Grundstückseigentümern zu sprechen. "Ein Schreiben allein reicht nicht."

Karlheinz Rohe kündigte an, mit Bürgermeister Ansgar Brockmann und dessen Allgemeinem Vertreter und Bauamtsleiter, Jürgen Rolfsen, zu reden und sie zu bitten, möglichst schnell mit dem ein oder anderen Grundstückseigentümer zu sprechen und auf die Notwendigkeit des Radwegebaus hinzuweisen: "Wir müssen sie auf unsere Seite bekommen."

Grefenkamp: Bezirksvorsteher Grote sollte an Gesprächen teilnehmen

CDU-Ratsherr Kurt Grefenkamp regte an, dass auch Alwin Grote und der ebenfalls in Nellinghof-Schierberg wohnenden Guido Oevermann, der auch Mitglied des Neuenkirchener CDU-Vorstandes ist, an diesen Gesprächen teilnehmen sollten. Dem schlossen sich auch Karlheinz Rohe und der Vördener CDU-Vorsitzende Dr. Heinrich Brand an.

Alwin Grote zeigte sich durchaus optimistisch, dass es gelingen kann, die Verhandlungen über den Kauf des für den Radweg benötigten Grundes mit den derzeitigen Eigentümern erfolgreich zu führen. Aber es werde nicht einfach sein, sagte der Mann, der solche Verhandlungen seinerzeit eng begleitet hatte, als es entlang der Kreisstraße von Nellinghof in Richtung Kreisstraße von Damme nach Neuenkirchen um den Bau eines Radweges ging. Damals saßen auf der Grundstückseigentümerseite 17 Personen.

"Es gibt noch dicke Bretter zu bohren."Rainer Duffe, CDU

Tobias Lahrmann schätzte die Aussichten auf einen Erfolg ebenfalls als gut ein: "Der Radweg ist eine wichtige Sache. Alle Nellinghofer haben an ihm ein großes Interesse. Und der Campemoorer Christdemokrat Rainer Diuffe, der auch Ratsvorsitzender ist, erklärte: "Nun ist die Realisierung des Radweges auf einmal möglich. Nun sollten auch alle Beteiligten alles daran setzen, dass er gebaut wird."

Und mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen ergänzte Rainer Duffe: "Es gibt noch dicke Bretter zu bohren. Aber es gibt auch scharfe Bohrer in Nellinghof."

  • Info: Für den Radwegelückenschluss an der Landesstraße 852 hatten die Gemeinden Holdorf und Neuenkirchen-Vörden am 31. August 2021 eine finanzielle Unterstützung des Bundes nach dessen "Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Investitionen in der Radverkehrsinfrastruktur" beantragt. Die Mittelzusage traf kurz vor Weihnachten ein.

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