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Puppen helfen Pflegeschülern durch kritische Situationen

An der BBS am Museumsdorf in Cloppenburg erhält der Bereich Pflegeausbildung ein Skills Lab. In diesen "Pflegelabors" können angehende Pflegekräfte auch schwierige Situationen trainieren

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Training mit hohem Praxisanteil: Spezielle Pflegepuppen sollen den Schülerinnen und Schülern auch in kritischen Situationen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Foto: © Laerdal medical

Training mit hohem Praxisanteil: Spezielle Pflegepuppen sollen den Schülerinnen und Schülern auch in kritischen Situationen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Foto: © Laerdal medical

Mit der neuen Einrichtung soll die Kluft zwischen Theorie und Praxis in der Pflegeausbildung überbrückt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Pflegepuppen, die mit moderner Simulationstechnik ausgestattet sind. Dazu gehören unter anderem Vitalparameter und akustische Sprachfunktionen, die über Tablet beziehungsweise Computer gesteuert werden.

Auf diese Weise können die Pflegeschülerinnen und -schüler nicht nur berufliche Alltagssituationen, sondern auch kritische Situationen in einem geschützten Rahmen trainieren. Über die Smartboards der Schule ist dabei auch ein Streaming des Laborgeschehens in andere Klassenräume möglich.

Zukunftsorientierte Ausbildung in der Pflege

Dabei gehe es nicht nur um händische Tätigkeiten, erklärt die Projekt betreuende Lehrkraft Bastian Brinker. Trainiert würden auch Prozesse der Entscheidungsfindung und die Zusammenarbeit im Team. Insgesamt solle so eine zukunftsorientierte Ausbildung in der Pflege gewährleistet werden.

Den Hintergrund dieser Maßnahme bildet die Neuregelung der Pflegeausbildung. Mit dem Pflegeberufegesetz wurden im Jahr 2020 die Ausbildungen in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und der Altenpflege zusammengelegt. Durch diese neu eingeführte "generalistische Ausbildung" wurde der Pflegeberuf modernisiert und an die veränderten gesellschaftlichen Anforderungen angepasst. Die Berufsbildenden Schulen am Museumsdorf in Cloppenburg sind nach dem Qualitätsmodell AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) für diese Ausbildung zertifiziert. Daher ist eine Umschulungsmaßnahme möglich.

BBS ermöglichen ­Austausch mit Schülern aus Spanien

In Vollzeit dauert die Ausbildung 3 Jahre. Die Theorie umfasst 2100 Unterrichtsstunden, die Praxis mindestens 2500 Stunden. Vom Ausbildungsbetrieb, dem Träger der Praktischen Ausbildung, erhalten die Schülerinnen und Schüler eine monatliche Ausbildungsvergütung.

Die BBS am Museumsdorf bieten zudem zusätzliche Angebote, wie zum Beispiel die Teilnahme an einem Auslandsaustausch in einem spanischen Krankenhaus. Mit Bestehen der staatlichen Abschlussprüfungen erhalten die Absolventen die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung "Pflegefachmann/Pflegefachfrau".

Aufnahmevoraussetzungen sind ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer oder in Verbindung mit einer erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Assistenz- oder Helferausbildung. Sofern diese Voraussetzungen nicht vorliegen, haben Interessenten die Möglichkeit, an der BBS am Museumsdorf zunächst die zweijährige Ausbildung zur Pflegeassistentin beziehungsweise zum Pflegeassistenten zu absolvieren, wodurch sie auf eine spätere ­Fachausbildung vorbereitet werden.

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