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Prüfung mit Automatik und Schalter fahren

Seit dem 1. April gelten neue Regeln für die Führerscheinprüfung. Leonie Kenkel aus Cappeln ist eine der ersten Absolventinnen.

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Leonie Kenkel (rechts) hat als eine der ersten Fahrschülerinnen im Landkreis Cloppenburg die Vorbereitung auf die Prüfung nach den neuen Ausbildungsregeln absolviert. Stolz auf den Erfolg ihrer Schülerin ist Fahrlehrerin Maria Lohmann. Foto: Lohmann

Leonie Kenkel (rechts) hat als eine der ersten Fahrschülerinnen im Landkreis Cloppenburg die Vorbereitung auf die Prüfung nach den neuen Ausbildungsregeln absolviert. Stolz auf den Erfolg ihrer Schülerin ist Fahrlehrerin Maria Lohmann. Foto: Lohmann

Leonie Kenkel ist eine Pionierin. Sie gehört zu den ersten Fahrschülern im Landkreis Cloppenburg, die ihre Prüfung in einem Auto mit Automatik-Getriebe gemacht haben und dennoch in Zukunft Autos mit Kupplung und Handschaltung fahren dürfen. Seit dem 1. April gilt diese Änderung, die nach Ansicht von Fahrlehrerin Maria Lohmann längst überfällig ist.

Elektroautos gibt es ausschließlich als Automatik

Jahrzehntelang durften Automatik-Prüflinge im Anschluss auch nur solche Wagen fahren. Auf Initiative des Bundesverkehrsministeriums wurde die Gesetzesänderung möglich, um die Mobilität der Zukunft mit teilautonomen Fahren und auch Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu unterstützen.

So einfach, wie sich das zunächst anhört, ist es allerdings nicht. Die Fahrschüler müssen nach der Grundausbildung auf dem Automatik-Wagen zehn Fahrstunden von je 45 Minuten auf einem schaltgetriebenen Pkw absolvieren. Danach muss eine mindestens 15-minütige Testfahrt in der Fahrschule absolviert werden. Der Schüler muss dabei in verschiedenen Fahrsituationen zeigen, dass er das Auto sicher bedienen kann. Die Fahrschule stellt dann eine entsprechende Bescheinigung aus, die zur Führerscheinstelle gegeben wird.

Prüfungsnervosität wird reduziert

Dann geht die Prüfungsvorbereitung weiter. „Die meistens vorhandene Prüfungsnervosität wird reduziert, da ein klassisches Abwürgen des Motors oder auch das vibrierende Kupplungspedal und ein hoppelnder Wagen, der im falschen Gang gefahren wird, nicht mehr vorkommen“, meint die Emsteker Fahrlehrerin.

Besser auf den Verkehr konzentrieren

Für Leonie Kenkel waren es ganz praktische Beweggründe, die ihre Entscheidung beeinflusst haben. „Wir haben zu Hause ausschließlich Automatik-Fahrzeuge“, sagt die junge Cappelnerin. Da Fahrten mit einem Anhänger bei ihr nicht zur Debatte stehen, gibt es für sie auch keine Einschränkungen. Wer die Ergänzung in seinem Führerschein auf BE eintragen lassen möchte, muss noch eine Prüfung mit Schaltgetriebe absolvieren. Für die 18-Jährige haben die Vorteile besonders am Anfang der praktischen Ausbildung überwogen. „Man kann sich besser auf die Schilder und den Verkehr konzentrieren“, sagt Leonie Kenkel, die ihre Prüfungsfahrt in einem Tesla absolviert hat

Für Motorräder gilt die Novelle bislang nicht

Für die Motorradausbildung gibt es diese Regelung bislang noch nicht, auch wenn Elek­tro-Motorräder ebenfalls ohne Schaltung und Kupplung auskommen.

Wer aktuell noch eine Beschränkung auf Automatik-Fahrzeuge in seinem Führerschein eingetragen hat, kann dies ändern lassen. Dafür genügt es, bei der Fahrerlaubnisbehörde die Fahrschulbescheinigung über die zusätzlichen Fahrstunden und die Testfahrt vorzulegen.

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