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Protestler kündigen Mahnwache an

Die Polizei spricht am Dienstag von einem friedlichen Verlauf. Außerhalb des Lagers sei es bislang zu keinen Aktionen gekommen. Ein nächtlicher Vorfall in einem Schweinestall wirft aber Fragen auf.

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Foto: Matthias Niehues

Foto: Matthias Niehues

Tag 2 im Zeltlager des "Bündnisses gegen die Tierindustrie": Die Polizei berichtet weiterhin von einem ruhigen Verlauf. "Aus dem Camp heraus sind bislang keine relevanten polizeilichen Vorkommnisse bekannt geworden", berichtet Polizeisprecherin Uta-Masami Bley. Und auch außerhalb des Zeltlagers sei es nicht zu Aktionen gekommen, die unter das Versammlungsrecht fallen.

Das wird sich allerdings ab Dienstagmittag ändern. Denn wie die Polizeisprecherin mitteilt, haben die Organisatoren am Goldenstedter Bahnhof eine Mahnwache angekündigt. Die Aktion soll um 12 Uhr beginnen und bis zum 17. Juli dauern. "Die Polizei wird die Versammlung begleiten", kündigt Bley an. 

Belüftungsanlage im Schweinestall lahm gelegt

Ein Vorfall in einem Goldenstedter Schweinestall wirft indes Fragen auf. Es geht um Hausfriedensbruch. Wie die Polizei - unabhängig von der Protestaktion - berichtet, ist in einer Schweinemastanlage in der Straße Zeisighagen die Stromversorgung von bislang unbekannten Personen manipuliert worden. Mit gravierenden Folgen für die rund 140 Schweine, die sich im Stall befanden. Denn die Belüftungsanlage fiel aus. Die Folge: Die Temperatur im Stall stieg. Als der 36-jährige Landwirt aus Goldenstedt gegen 4 Uhr in den Stall kam, hätten "einige Schweine erschöpft auf dem Boden" gelegen, heißt es im Polizeibericht. Der Landwirt habe den Stromausfall beheben können, anschließend erholten sich die Tiere wieder.

Nach derzeitigem Stand geht die Polizei nicht von einem Zusammenhang mit den Aktivisten im Protestcamp aus. Das erklärt Polizeisprecherin Simone Buse auf Anfrage von OM online. Die Ermittlungen würden "in alle Richtungen" gehen. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind der oder die Täter  zwischen Montagabend, 19.30 Uhr, und Dienstagmorgen, 4 Uhr, auf das Betriebsgelände gekommen. Die Stromanlage sei im Innen- und Außenbereich manipuliert worden. Wer verdächtige Personen beobachtet hat oder Hinweise geben kann, soll sich bei der Polizei in Goldenstedt unter 04444/967220 melden.

Veranstalter erwarten 300 Teilnehmer im Camp

Wie bereits berichtet, werden bis zu 300 Teilnehmer in dem mehrtägigen Camp erwartet. Vorträge und Workshops sind geplant. Ziel der Aktion soll ein "deutliches Signal gegen die Tierindustrie" und der Anstoß für eine Debatte sein. 

Der PHW Konzern mit der Marke Wiesenhof, zu dem auch die Futtermühle Mega gehört, hat bereits Maßnahmen ergriffen, um sich  vor etwaigen Aktionen abzuschotten. Unter anderem werden die Firmengrundstücke und eine Zufahrtstraße von einem Sicherheitsdienst überwacht.

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