Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Projektierer suchen Ankermieter für Blockhaus Ahlhorn

Die Einrichtung soll ein Bildungszentrum bleiben, sagen die Projektentwickler Anton Brinkhege und Marcus Henke aus Bremen. Sie suchen nun Perspektiven für den Bau. (Update)

Artikel teilen:
Idyllisch gelegen: Das Blockhaus Ahlhorn. Foto: ELKiO 

Idyllisch gelegen: Das Blockhaus Ahlhorn. Foto: ELKiO 

Es gibt neue Zukunftsperspektiven für das Blockhaus Ahlhorn: Es soll als Bildungszentrum erhalten bleiben und speziell ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielsetzungen dienen. Das wurde am Dienstagnachmittag auf einer digitalen Pressekonferenz der evangelisch-lutherischen Landeskirche Oldenburg mitgeteilt, die sich – vor allem aus Kostengründen – aus der alleinigen Trägerschaft des Blockhaus-Ensembles zurückziehen will.

Demnach wollen die Bremer Projektentwickler Anton Brinkhege und Marcus Henke das Seminarhaus samt Jugend- und Freizeitheim von der Kirche Oldenburg übernehmen und in den Erbpachtvertrag mit den Landesforsten einsteigen. Mit einer Machbarkeitsstudie wollen die Projektierer nun die weitere Nutzung der Liegenschaft bei den Ahlhorner Fischteichen ausloten. Fällt das Ergebnis der Studie positiv aus, wovon die Projektentwickler ausgehen, soll es auf die Gründung einer Betreibergesellschaft hinauslaufen.

Bis Mitte des Jahres soll eine grobe Zielformulierung erarbeitet und bis Ende September ein Konzept erstellt werden. Brinkhege und Henke sehen ein Kombinationskonzept von zueinander und zum Standort passenden Nutzungsformen vor, die sich gegenseitig bedingen. Das Konzept soll auf mehreren Säulen stehen. Im Zentrum soll ein starker Ankermieter stehen. Daneben sei eine Nutzung auch durch andere, kleinere Player möglich. Das könnten die Landesforsten oder auch die Kirche sein.

Kein Projekt fürs "große Geld"

Ahlhorn sei „nicht gerade ein einfacher Standort“, machte Marcus Henke angesichts der Lage auf die besonderen Herausforderungen bei dem Vorhaben aufmerksam. „Es ist kein Projekt, mit dem man das große Geld verdient.“ Entscheidend sei aber eine wirtschaftliche Tragfähigkeit. Auch dem sozialen Aspekt wolle man Rechnung tragen. So solle im Blockhaus Ahlhorn weiterhin Jugendarbeit möglich sein. Generell wünsche man sich für das Blockhaus „langfristige Rahmenbedingungen“, so Henke. Zuletzt haben die Projektierer das ehemalige Kloster St. Benedikt in Damme zu einem Begegnungszentrum mit Hotel, Kita, Bildungswerk, Tagespflege und Café/Bistro entwickelt.

Die Niedersächsischen Landesforsten sind Eigentümer des Grundstücks und müssen einem Wechsel im Erbpachtvertrag zustimmen. Brinkhege und Henke werden ab sofort auch das regionale Umfeld stärker mit einbeziehen, hieß es in der Pressekonferenz. Erste Gespräche mit politischen Vertretern und Institutionen haben bereits stattgefunden.

So gab es auch einen ersten Austausch mit dem niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (CDU),  und dem Präsidenten der Jade Hochschule, Prof. Dr. Manfred Weisensee. Beide zeigten sich sehr interessiert an einer möglichen Kooperation und Nutzung der Einrichtung als außerschulischer Lernort. „Eine Nutzung als Seminar- und Impulsraum für die Universität Oldenburg und die Jade Hochschule kann ich mir gut vorstellen“, so Thümler. „Die Wald- und Gewässerökologie kann aber auch für andere wissenschaftliche Einrichtungen wie zum Beispiel die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim eine interessante Forschungsgrundlage bilden.“ Weisensee brachte den Namen „Das schlaue Blockhaus“ ins Gespräch.

"Es geht weiter"

Das Vorhaben der Projektierer stieß in der Pressekonferenz auf viel Zustimmung und Lob. Bischof Thomas Adomeit sprach etwa von einer „viel versprechenden Perspektive“. „Die wollen nicht nur, die können auch“, zeigte sich Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke hinsichtlich der Projektentwickler überzeugt. „Es geht weiter.“

Wie es für die etwa 25 Mitarbeiter des Blockhauses weitergeht, ist derzeit noch offen. Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker berichtete, dass seit einigen Wochen „intensive Gespräche“ mit der Mitarbeitervertretung geführt würden. Das kirchliche Arbeitsrecht gewähre den Mitarbeitern einen umfangreichen Schutz. Derzeit wird das Blockhaus Ahlhorn als Jugend- und Freizeitheim der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg genutzt, ist aber aufgrund der aktuellen corona-bedingten Beschränkungen vorerst bis Ende Mai geschlossen.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung 

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Projektierer suchen Ankermieter für Blockhaus Ahlhorn - OM online