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Projekt "Sanierung der Vestruper Ortsdurchfahrt" macht Fortschritte

Sanierung Ortsdurchfahrt Vestrup: Der Bericht zum Planfeststellungsverfahren liegt jetzt im Bakumer Rathaus aus. Ziel ist weiter, das Grauwackenpflaster auf der Dorfstraße gegen Asphalt auszutauschen.

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Keine Vergnügungsfahrt: Die Vestruper Dorfstraße ist übersät mit unebenen und teils locker sitzenden Pflastersteinen. Foto: Ferber

Keine Vergnügungsfahrt: Die Vestruper Dorfstraße ist übersät mit unebenen und teils locker sitzenden Pflastersteinen. Foto: Ferber

Die Ziele sind klar formuliert: die Reduzierung der Lärmbelastungen und Erschütterungen sowie die Verbesserung der Barrierefreiheit. Allein, der Weg dorthin war, ist und bleibt vorerst – im wahrsten Sinne – steinig. Immerhin: Das Langzeitvorhaben "Sanierung der Ortsdurchfahrt Vestrup" ist nun einige formale Schritte weiter. "Wir sind jetzt am Anfang des Planfeststellungsverfahrens", erklärt Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck (CDU). Ohne diese bürokratische Prozedur, die im besten Falle zur Erlangung des Baurechts führt, ließe sich der angestrebte Austausch des unebenen, sich in schlechtem Unterhaltungszustand befindenden Grauwackenpflasters auf dem 404 Meter langen Sanierungsabschnitt gegen einen anderen Fahrbahnbelag – favorisiert wird eine Asphaltbetonoberfläche – nicht realisieren.

Enorme Geräuschkulisse

Ob es dazu kommen wird, ist aber auch jetzt noch ungewiss. Schließlich spielt auf diesem Teilbereich der Landesstraße 837 nach wie vor auch das Thema Denkmalschutz eine Rolle. Wenngleich dieser Status umstritten ist, da er sich ursprünglich auf eine Kopfsteinpflasterung bezog. Das aktuelle, 1993 ebenfalls per Planfeststellungsbeschluss festgelegte Material Grauwacke indes sorgt seit Jahren für eine erhebliche Verkehrslärmbelastung der Anwohner. So hatte die Messung eines Fachbüros ergeben, dass die Geräuschkulisse derart laut ist, als würden auf einer normalen asphaltierten Straße 20.000 Fahrzeuge pro Tag durch den Ort fahren.

Beim angeschobenen Planfeststellungsverfahren arbeiten die Gemeinde Bakum – die quasi die Genehmigungsgebühren übernimmt – und die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Geschäftsbereich Osnabrück) zusammen. Das Land, erklärt, Tobias Averbeck, müsste bei einem Austausch des Fahrbahnbelages als Straßenbaulastträger diesen bezahlen.
Die beauftragte IPW Ingenieurplanung aus Wallenhorst wiederum hat zuvor einen Bericht zum Planfeststellungsverfahren verfasst.  Erläuterungen und Zeichnungen können bis zum 12. Februar im Bakumer Rathaus eingesehen, außerdem Einwendungen und Stellungnahmen eingereicht werden (siehe Fakten).

4 Sanierungsvarianten im Vergleich

Auf den angeführten 30 Seiten finden sich unter anderem die eingangs formulierten Ziele des Vorhabens. Dazu heißt es weiter: "Durch die Asphaltbetonoberfläche werden die fahrdynamischen Eigenschaften der Straße erheblich verbessert. Des Weiteren werden im Zuge der Erneuerung die vorhandenen Mängel behoben (entwässerungsschwache Stellen, Schadstellen in der Fahrbahn, etc.)." Außerdem finden sich in den Ausführungen detaillierte Zustandsbeschreibungen von Pflaster (Raubrocken, unterschiedlich große Natursteine verschiedener Materialien und Formate), Rinnen, Gefälle, Tragschichten und Unterbau. Präsentiert werden ferner 4 Sanierungsoptionen samt Vergleich: von der Nullvariante über den präferierten, unter anderem die Dezibelzahl je Pkw und Lkw reduzierenden Asphaltbeton, bis zur gebundenen und ungebundenen Bauweise.

Insgesamt kommt der Bericht zu dem Ergebnis, dass die zu empfehlende Pflasterbauweise um rund  428.000 Euro brutto höhere Baukosten und einen um 7,5 dB(A) höheren Lärmpegel als die Asphaltbetonbauweise (Nettokosten: zirka 190.000 Euro für die reine Fahrbahn) bewirken würde. Mit Blick auf Kosten, Schalltechnik, verkehrsbedingte Erschütterungen, Barrierefreiheit, Ortsbild und Oberflächenentwässerung, so das Resümee, sei die Asphaltbauweise zu bevorzugen.

"Viel mehr können wir von gemeindlicher Ebene nicht tun. Wir müssen jetzt das Verfahren abwarten und es dann sportlich nehmen, egal, wie es ausgeht."Tobias Averbeck, Bürgermeister Gemeinde Bakum

Eingegangene Einwendungen und Stellungnahmen – sicher auch von der Denkmalschutzbehörde – und die Interessenlagen insgesamt muss am Ende der Landkreis Vechta als zuständige Baugenehmigungsbehörde abarbeiten, abwägen – und dann entscheiden, ob es einen positiven Planfeststellungsbeschluss gibt oder nicht. Wie lang das dauern wird, ist unklar. Fest steht: "Viel mehr können wir von gemeindlicher Ebene nicht tun. Wir müssen jetzt das Verfahren abwarten und es dann sportlich nehmen, egal, wie es ausgeht", macht Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck deutlich.


Fakten

  • Der von der IPW Ingenieurplanung (Wallenhorst) erarbeitete Bericht und weitere Unterlagen können bis einschließlich 12. Februar (Freitag) während der Dienststunden – Montag bis Mittwoch: 8-12 und 14-16 Uhr, Donnerstag: 8-12 und 14-18 Uhr und Freitag: 8-12.30 Uhr – im Bakumer Rathaus (Zimmer 16) eingesehen werden. Aufgrund der Corona-Pandemie ist aber eine vorherige telefonische Terminvereinbarung (Telefon 04446/ 8915) zwingend. Das Material mit Karten und Plänen ist darüber hinaus auch im Internet unter www.bakum.de (Bürgerservice, Bekanntmachungen /Informationen) einseh- und downloadbar.
  • Wer schriftliche Einwendungen gegen den Plan erheben möchte, kann dies bis spätestens zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist (1. März) beim Landkreis Vechta (Planfeststellungsbehörde) oder bei der Gemeinde Bakum tun.

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