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Probleme im Impfzentrum: Kreis Vechta warnt vor gefälschten Terminbestätigungen

40 Bürger haben eine Terminbestätigung erhalten, wurden jedoch nicht in der EDV des Landes erfasst. Jetzt gibt es einen neuen Verdacht: Sind die Bestätigungen gefälscht? (Update 20.30 Uhr)

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Das Impfzentrum des Landkreises Vechta im Lohner Motorpark: Es gibt Probleme mit der EDV. Foto: Timphaus

Das Impfzentrum des Landkreises Vechta im Lohner Motorpark: Es gibt Probleme mit der EDV. Foto: Timphaus

Nach dem Start des Impfzentrums des Landkreises Vechta sind am Dienstag und Mittwoch mehrere Bürgerinnen und Bürger mit einer vermeintlich offiziellen Terminbestätigung zur Impfung erschienen. Die 40 Personen waren jedoch nicht vom EDV-System des Landes Niedersachsen erfasst worden, berichtet Kreissprecher Jochen Steinkamp. Der Landkreis Vechta war zunächst von einem Softwareproblem ausgegangen. Am Abend stellt sich heraus: Bei den Terminbestätigungen könnte es sich um Fälschungen handeln. Das müsse zumindest in Betracht gezogen werden, hieß es nach einem Telefonat von Landrat Herbert Winkel und der stellvertretenden Leiterin des Corona-Krisenstabs des Landes, Claudia Schröder, 

Nach jetzigem Stand scheinen die fraglichen Bestätigungen und QR-Codes nicht vom Vergabesystem des Landes erstellt worden zu sein, erklärt Steinkamp. Wie es zu den möglichen Fälschungen kommen konnte, sei noch nicht klar. Allerdings können auch technische Fehler noch nicht vollständig ausgeschlossen werden, wie der Softwareanbieter Majorel dem Land am Abend mitgeteilt habe. Die Firma habe jedoch Hinweise, dass Personen Termincodes hatten, die nicht vom Majorel-System erstellt wurden. Der Aufbau sei anders als bei der vom Land eingesetzten Software.

„Den Bürgerinnen und Bürgern, die sich mit diesen Dokumenten impfen lassen wollten, kann kein Vorwurf gemacht werden", betont Winkel. Die betroffenen Personen hätten sich darauf verlassen, dass ihre Anmeldung ordnungsgemäß gelaufen sei und sie ein offizielles Dokument in den Händen hielten. "Das aufgrund dessen zum Teil Personen abgewiesen werden mussten, tut uns ausgesprochen leid", bedauert der Landrat. Sollte es sich wirklich um Fälschungen handeln, müsse geklärt werden, wie diese zustande gekommen seien und wer dies zu verantworten habe, so Winkel.

Zudem gebe es Hinweise, dass Bürgerinnen und Bürger angerufen worden seien, um mit ihnen Impftermine abzusprechen. Auch seien persönliche Daten erfragt worden. Das sei nicht üblich, warnt der Landkreis. Der Buchungsweg über das Land müsse eingehalten werden. 

Der Landkreis Vechta hatte am Mittwochnachmittag das Ministerium für Soziales und Gesundheit sowie den Softwareanbieter Majorel wiederholt über die Startschwierigkeiten mit dem Terminmanagement informiert. Der vermeidliche EDV-Fehler hatte den Betrieb des Impfzentrums teilweise erschwert. Denn im Impfzentrum konnten die Unterlagen der Betroffenen nicht per Computer abgeglichen werden, hatte der für die Verwaltungsleitung des Zentrums zuständige Christian Ewald bereits am Dienstag bemängelt.

Hintergrund ist nach Angaben von Kreissprecher Jochen Steinkamp, dass Besucher des Impfzentrums zwar eine Terminbestätigung erhalten haben, die Personen jedoch nicht von der EDV des Landes erfasst wurden. Dadurch können, erklärte der für die Verwaltungsleitung des Zentrums zuständige Christian Ewald bereits am Dienstag. "Das mussten wir alles händisch abklären", sagte Ewald. Eine Anfrage von OM online zu den EDV-Problemen läuft derzeit beim Ministerium. Ob weitere Impfzentren ebenfalls von den Problemen betroffen sind, ist noch unklar.

Wer am 4. und 5. Februar einen Termin hat, soll sich vorher beim Impfzentrum telefonisch melden

Die Kreisverwaltung warnt nun vor gefälschten Terminbestätigungen. Alle Personen, die für Donnerstag (4. Februar) oder Freitag (5. Februar) eine Terminbestätigung erhalten haben, sollen sich vorab beim Bürgertelefon des Impfzentrums unter 04441/898-3335 melden. Die Mitarbeiter sind von 8 bis 20 Uhr erreichbar.

Das Impfzentrum des Landkreises Vechta hatte am Dienstag den Betrieb aufgenommen - 7 Wochen nach Meldung der Einsatzbereitschaft. Die Termine für die Corona-Schutzimpfung vergibt ausschließlich das Land Niedersachsen, entweder über die Hotline unter 0800/9988665 (erreichbar montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr) oder über die Internetseite www.impfportal-niedersachsen.de. Zum Start der Terminvergabe am vergangenen Donnerstag war die Hotline des Landes jedoch aufgrund der großen Nachfrage überlastet. Das hatte für viel Kritik in der Bevölkerung gesorgt.

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