Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Probe analysiert: Nitratbelastung in Löninger Brunnen am höchsten

Die Wasserproben von 46 privat genutzten Brunnen haben die Mitglieder des VSR-Gewässerschutzes an ihrem Infostand in Löningen analysiert. Etwa jede 3. Probe überschritt den Nitrat-Grenzwert.

Artikel teilen:
Schaut sich das Wasser genau an: Diplom-Physiker Harald Gülzow analysierte die Wasserproben im Labormobil des VSR-Gewässerschutzes in Löningen. Foto: VSR-Gewässerschutz

Schaut sich das Wasser genau an: Diplom-Physiker Harald Gülzow analysierte die Wasserproben im Labormobil des VSR-Gewässerschutzes in Löningen. Foto: VSR-Gewässerschutz

Der Spitzenwert kam an diesem Tag aus Löningen: 300 Milligramm pro Liter (mg/l) Nitrat haben die Umweltschützer des Vereins VSR-Gewässerschutz kürzlich in einer Brunnenprobe an ihrem Informationsstand in der Stadt gemessen. Weitere stark belastete Brunnen fanden sie nach eigenen Angaben in Groß Roscharden  (249 mg/l), Windhorst (80 mg/l), Borkhorn (107 mg/l), Helminghausen (82 mg/l), Essen (76 mg/l) und Elbergen (73 mg/l).

Viele Brunenbesitzer seien vor Ort und bei der telefonischen Beratung wütend über die hohen Nitratwerte der Region, berichten die Umweltschützer. Sie möchten es demnach nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar sei. Ihnen sei durch ihr eigenes Ergebnis klar geworden, wie stark das Grundwasser in der Region belastet sei.

Insgesamt analysierten die Vereinsmitglieder an diesem Tag das Wasser von 46 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Löningen und Essen. Etwa jede 3. Brunnenprobe war laut Mitteilung zu stark mit Nitrat belastet. Das heißt, es wurde der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm Nitrat pro Liter überschritten.

Umweltschützer fordern mehr Bio-Landwirtschaft vor Ort

Ein Grund ist für die Umweltschützer die Zunahme der intensiven Landwirtschaft. Sie kritisieren, dass das auch viele Bürger so sähen und mehr Bio-Lebensmitteln kaufen möchten. Doch leider gebe es Bioprodukte viel zu selten aus regionalem Anbau. Dabei trage die ökologische Landwirtschaft nachweislich zur Verringerung der Nitratbelastung bei und verbessere die Qualität des Grundwassers deutlich. Der VSR-Gewässerschutz fordert daher, dass der Bauernverband die Betriebe bei der Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft unterstützt. Ziel sei eine gewässerschonende Bewirtschaftung der Ackerflächen.

Auf einer interaktiven Nitratkarte veranschaulicht der VSR- Gewässerschutz wie stark die Nitratbelastung im Kreis Cloppenburg  im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland ausfällt. (www.vsr-gewässerschutz.de/nitratbelastung). Gerade in Gebieten mit intensiv bewirtschafteten Ackerflächen sei eine hohe Belastung des Grundwassers mit Nitrat nachzuweisen.

Der Bauernverband dränge laut VSR-Gewässerschut viele Landwirte zu hohen Erträgen auf den Ackerflächen und Massentierhaltungen, was zu einer Überdüngung der Felder führe. Das müsse sich dringend ändern. "Es kann nicht das Ziel der Landwirtschaftsverbände sein, an den bisherigen Praktiken festzuhalten und hauptsächlich Lebensmittel in einer intensiven Landwirtschaft mit viel Dünger und Pestiziden zu produzieren", betont Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Und weiter: "Diese Lebensmittel sind hauptsächlich für den Weltmarkt bestimmt, wo die Preise immer weiter sinken. Die von vielen Bürgern bevorzugten Bio-Produkte müssen dagegen importiert werden."

Weniger Nitratbelastung bedeutet wieder mehr Artenvielfalt

Dabei habe die Landwirtschaft ein großes Potenzial, die produzierten Bio-Lebensmittel aus der Region selbst zu vermarkten. Für den Öko-Landbau biete sich dadurch eine große Perspektive. So hat Niedersachsen bereits einige Projekte ins Leben gerufen, die Verpflegung in Kantinen und Mensen auf Bio-Produkte umzustellen.
Eine Direktvermarktung der ökologisch produzierten Lebensmittel lohne sich demnach für alle Beteiligten.

Schlussendlich sei der größte Gewinner jedoch die Umwelt: Durch die schonende Bearbeitung der Ackerflächen werden Boden, Klima und Gewässer geschützt. Dies sei die Grundvoraussetzung dafür, dass die Artenvielfalt wieder zunehmen könne. Und das sei vielen Bürgern auch wichtig, wie die Gespräche am Informationsstand des Labormobils in Löningen gezeigt hätten.

Seit 40 Jahren engagieren sich die Mitglieder des VSR-Gewässerschutzes für das Leben am und im Wasser. Mit ihrer Arbeit setzen sie sich für den Schutz der Gewässer ein und wollen mit ihren Messkampagnen umweltpolitische Maßnahmen vorantreiben. "Gartenbesitzer, die beim VSR-Gewässerschutz ihr Brunnenwasser untersuchen lassen, helfen Belastungen aufzudecken", bedankt sich Susanne Bareiß-Gülzow bei allen Besuchern des Infostandes am Labormobil.

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Probe analysiert: Nitratbelastung in Löninger Brunnen am höchsten - OM online