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Pro Natura erwägt Strafanzeige gegen Baumfrevel

120 Jahre trotzten sie Wind und Wetter. Nun sind acht 120 Jahre alte Eichen schwer beschädigt. Vorsätzlich, sagt Naturschützer Ulrich Heitmann. Der Landkreis Vechta prüft den Sachverhalt.

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Die Eiche wurde wahrscheinlich mit einer Motorsäge beschädigt. Naturschützer Ulrich Heitmann ist empört. Foto: Böckmann

Die Eiche wurde wahrscheinlich mit einer Motorsäge beschädigt. Naturschützer Ulrich Heitmann ist empört. Foto: Böckmann

Uli Heitmann ist sauer. Das ist weder zu übersehen noch zu überhören. "Das ist eine absolute Frechheit, unglaublich. Das ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten", schimpft der Vorsitzende des Umweltschutzvereins Pro Natura. Der Grund für den Unmut des Dinklagers: Auf der Zufahrt zu einem landwirtschaftlichen Betrieb in Schwege wurden 8 Eichen neben einem Waldstück beschädigt. Wahrscheinlich mit einer Motorsäge, sagt Heitmann, wurden die rund 120 Jahre alten, schützenswerten Bäume unmittelbar über der Grasnarbe mit einem Rundumschnitt beschädigt. 

Bis zu 2 Zentimeter kann Heitmann sein Messer in den Schnitt stecken. An den Bäumen ist deshalb kein Wasserfluss von der Rinde bis in die Krone mehr möglich, erklärt der Naturschützer.  "Die Bäume sind zerstört, die sterben ab", schüttelt Heitmann mit dem Kopf.

Untere Naturschutzbehörde ist informiert worden

Der Polizeibeamte, der Anfang der vergangenen Woche einen anonymen Hinweis bekommen hatte, spricht von einer vorsätzlichen Tat. Warum? Heitmann vermutet, dass der Landwirt, auf dessen Hofzufahrt die besagten Eichen stehen, die Bäume in der Zukunft fällen wollte. Um, so glaubt es Heitmann, Platz für seine breiteren landwirtschaftlichen Maschinen zu schaffen.

Dem Landwirt selber war der Vorfall laut eigener Aussage bis Mittwochmittag nicht bekannt. Er und seine Mutter beteuerten auf Anfrage: "Wir wissen von nichts."

Auf der rechten Seite dieser Baumreihe wurden 8 Eichen beschädigt.
Fotos: Böckmann

Bekannt ist der Vorfall dagegen der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vechta.  Denn der oder die Baumfrevler handelten mehr als fragwürdig. Laut dem Niedersächsischen Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz dürfen Baumreihen und Alleen "nicht ohne Weiteres beseitigt oder erheblich beeinträchtigt" werden, wie die Kreisbehörde mitteilte. Jene Eichen in Schwege befinden sich zudem innerhalb des Landschaftsschutzgebiets "Baumreihen". "Hiernach ist es verboten, Baumreihen zu verändern, zu beschädigen oder zu beseitigen."

Wie der Landkreis mitteilte, führt die Behörde Gespräche mit den Eigentümern, um den Sachverhalt zu klären. Danach werde entschieden, wie mit der Beschädigung rechtlich umzugehen ist. Für Ulrich Heitmann steht jedenfalls fest: Die Baumreihe müsse kompensiert werden. Pro Natura fordere Ersatzmaßnahmen und behalte sich auch eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung vor. 

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